Brigitte Waldner

Zeitmanagement

Der Mobb geht weiter.
Der De-Eskalierer hat ihn ordentlich angefeuert.
Ich wurde von der Nachbarin gemeinsam mit ihrer pubertierenden Tochter
neulich ausgelacht dafür,
dass mich ihr Lebensgefährte brutal abgewatscht hat.
Er hatte mir Eier an die Hauswände geworfen,
ohne dass er dafür bestraft wurde.
Er musste mir nicht einmal die Arbeitsleistung und die Fassadenfarbe ersetzen.
Er hat gelogen, dass ich seinen 12-jährigen Sohn ermorden wollte und
seinem Sohn eine Morddrohung ausgesprochen hätte,
weshalb er im betrunkenen Zustand sich so provoziert gefühlt habe,
mir als Retourkutsche 10 Eier und einige Steine an die Wand
und einen Maiskolben in den Garten auf meinen Hund zu werfen.

Als mich der De-Eskalierer in einem Verhör gezwungen hatte,
einhundert Euro an den Eierwerfer zu bezahlen,
um ihm damit seine Gerichtskosten abzugelten
und ihm eine schriftliche Entschuldigung einzubringen,
obwohl ich gar keine Morddrohung gemacht hatte,
und er die Anzeige selber eingebracht hatte,
habe ich die Verhandlung abgebrochen und verlassen.

Ich hätte diese Morddrohung grundlos ausgesprochen.
Das Kind habe nur mit seiner kleinen Schwester im Garten gespielt
und mich nicht gemobbt.
Dass mich das 12-jährige Kind, das größer und breiter ist als ich,
und außerdem ein Junge, ein übergewichtiger Junge,
mit seinem neuen E-Bike auf der Straße
12 mal attackierte auf einer Länge von 175 Schritten,
und von hinten kommend 6 x versuchte,
Steine auf meinen Hund zu werfen,
was 2 x erfolgreich gelang und den Hund auf den  Rücken traf,
das hat der Eierwerfer geleugnet.
Außerdem hat das Kind gar keine Schwester,
sondern nur einen 4-jährigen Halbbruder,
der zum Zeitpunkt, als ich auf der Straße beim Nachbarn vorbeiging,
nicht auf der Straße war. Es war an einem Sommer-Samstag gegen 20 Uhr.
Der Plan, mich mit dem Kind zu provozieren,
ist nicht aufgegangen.
Auf dem De-Eskalationsbüro lief es nicht so,
wie in der Broschüre angegeben.
Der De-Eskalierer sagte, so läuft es nicht,
es läuft anders. Ja, das habe ich gemerkt.
Das war aber nicht rechtens!

Der Nachbar will mich beseitigen lassen,
weil er mein Grundstück kaufen will.
Ich habe versucht, das dem De-Eskalierer zu erklären,
aber er hat mir jeden Satz abgewürgt.
Eine ganze Stunde lang war jeder zweite Satz, den
der De-Eskalierer zu mir sagte:
„Sie bedrohen die Kinder. Siegst, das is es.“

Und wenn er es noch so oft versuchte, mir einzureden,
das ändert nichts an der Tatsache,
dass ich keine Morddrohung ausgesprochen habe
und prinzipiell niemanden bedrohe.
Sondern ich bin das Opfer,
das von dem Eierwerfer seit 4 Jahren Morddrohungen erhält,
dass er mich beseitigen wird,
wenn ich ihm nicht freiwillig meine Immobilie verkaufe.

Er macht mich überall schlecht,
dass mir niemand glauben soll,
was er mir schon alles angetan hat,
nach dem Prinzip „divide et impere“.
Ich habe es ja sogar schriftlich auf dem Handy als SMS gespeichert,
dass er meine Immobilie haben will.
Er leugnet es.

Ich habe es versucht, dem De-Eskalierer zu erklären.
Selbst wenn er mir zugehört hätte,
er würde es ja doch nicht verstehen:
Der hat mir die Eier doch nur geworfen,
weil ich ihm meine Immobilie nicht verkaufe
und weil ich mich von seinem wohlgenährten Jungen
nicht habe provozieren lassen.

Soll man eine Retourkutsche nicht so setzen,
dass sie der Empfänger nicht wahrnimmt,
um eine Eskalation zu vermeiden?

Sie haben mich ausgelacht und er hat mich abgewatscht,
ja dann sollen sie halt lachen und watschen.
Oft genug habe ich schon Handgreiflichkeiten gegenüber
seiner Lebensgefährtin gesehen.
Sein 16-jähriger Patchwork-Junge ist bereits abgehauen,
er lebt jetzt bei seinem Vater laut meinem Pendel
und er kam nie mehr zu Besuch.
Der Eierwerfer ist ein ungehobelter, wilder grober Kerl.
Oder sie ziehen eine Show ab, wer weiß das schon so genau,
warum es dort immer so laut zugeht.
Es sieht nach fehlgeplantem Zeitmanagement aus.

© Brigitte Waldner

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 06.11.2022. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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