Bettina Ittermann

Epidemie in der Zeitenwelt

Das Volk der Minimäuse litt seinerzeit unter einer extremen Seuche. Es begann damit, dass einzelne Mäuse über Kopfschmerzen klagten. Diese waren so schlimm, dass das Klagen überall im Mäusevolk für schlechte Stimmung sorgte. Irgendwann hörte man es in jedem Mäusehaushalt fluchen. Und je weiter sich die Kopfschmerzen ausbreiten, desto heftiger schimpften sie.
Erst viel später stellte sich heraus, dass sie an der Mäusemigräne litten, einer Krankheit, an der man sich durch das bloße Hören von negativen Äußerungen anstecken kann.
Als große Teile der Minimauspopulation erkrankt waren, wurden Schnauzenmasken verteilt, die fortan von den Mäusen aufgesetzt werden mussten. Diese verhinderten zwar nicht, dass die Mäuse fluchten, nein, ganz im Gegenteil: Ihre Flüche wurden heftiger und lauter. Allerdings verstand niemand so genau, was sie sich in die Masken nuschelten. So hörte sich ein »Was für ein Scheißtag« an wie »Wischnissti«. Das verstand man in der Zeitenwelt nicht, weder unter den Minimäusen noch in der übrigen Bevölkerung. Allein diesem Umstand ist zu verdanken, dass man der Epidemie Herr wurde. Denn weder ein »Wischnissti« noch ein »Vicki« waren dafür geeignet, eine andere Minimaus oder gar eine andere Lebensform anzustecken.
So nach und nach erholten sich die Mäuse von ihrer Migräne. Zurück blieb jedoch die undeutliche Aussprache, die sie nie wieder loswurden. Dies ist der Grund dafür, dass man allerorts glaubt, die Minimäuse leiden an einem Sprachfehler.

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