Brigitte Waldner

Erlebnisse beim Tierarzt


Fritzi zischte aus der Nase
und sie sprühte kleine Tröpfchen,
also trug ich sie zum Tierarzt,
dass er sie zumindest sieht.

Wie ein stolzer Vater saß ein jüngerer Mann
im Warteraum, am Schoß ein Maine-Coon-Kater,
namens Asrei in Rot und Weiß und riesengroß, 10 kg.
Neben dem Mann saß seine Mutter.
Sie hatten keine Katzenbox.

Aus dem Behandlungszimmer hörte ich den Schrei einer Katze,
die wohl eine Spritze bekommen hatte.
Dann kam eine Dame heraus, die weinte.
Etwas später ihre erwachsene Tochter mit weißem Verband an einer Hand.

Nach einer kurzen Weile kamen der Tierarzt selber
und seine Assistentin, sie riefen die beiden Damen wieder hinein,
die inzwischen vor dem Gebäude im Freien gewartet hatten.
Dann kamen sie wieder heraus mit einer Box,
darin lag eine mutmaßlich eingeschläferte Schildpattkatze.
Ich sah sie durch die Gitterstäbe.
Am liebsten hätte ich dann auch geweint.
Mir ist ein bisschen übel geworden.
Es erinnerte mich an die alte Siamkatze, die ich
im Herbst 2001 einschläfern lassen musste.

Der schöne Asrei wurde aufgerufen.
Der Mann und seine Mutter gingen in die Praxis,
den Kater am Arm tragend, wie ein Kleinkind.

Wieder ein lauter herzzerreißender Schrei,
als würde er geschlachtet werden.
Die Mutter des Mannes hat schon vorher erzählt,
dass der Kater eine Spritze bekommen wird.

Bald kamen sie wieder aus der Praxis heraus,
der Mann hatte jetzt ein weißes Pflaster auf der Nase.
Asrei hatte ihm während der Spritze
oder bei der Untersuchung auf die Nase gegriffen.
Ich musste so viel lachen und habe mich dafür entschuldigt.
Wie ein Kleinkind trug er den Kater liebevoll zum Auto.

Nach mir war eine Frau mit einem frischgeschorenen Cockerspaniel gekommen.
Sie erzählte mir, dass er zittert, obwohl es nicht kalt sei,
weder im Auto noch in der Wohnung und auch nicht im Freien.
Es war der 28. November und bitterkalt. Frostig!
Auf der Wiese lag der Reif, das Gras weiß und steif.
Außerdem hatte die schlanke Hündin erst kürzlich eine OP
eines gutmütigen Tumors am Hals.

Mein Labrador-Mix wird nicht geschoren und ohne Mäntelchen
geht er mir nicht aus dem Haus.
Gefragt, warum sie die Hündin im Winter scheren ließ,
sagte sie, weil im Fell sonst Schneeklumpen hängen,
damit sie eben sauber bleibt.
Sie habe ein Mäntelchen, aber sie zieht es dem Hund
nicht an, weil es nur schmutzig wird.

Sie sagte, sie wolle nur die OP-Kosten bezahlen
und drängte sich mir vor, ohne darum zu bitten,
ob ich sie vorlassen würde,
obwohl ich vor ihr dort war am Parkplatz
und noch warten musste, bis jemand wegfuhr,
dass ich zufahren konnte.

Beim Eingang an der Türe drängte sie sich schon vor.
Mir egal, ob ich 5 Minuten länger sitze.
Diesmal kamen auch noch mehrere hinter mir,
die aber draußen mit großen Hunden warteten ;
sonst war ich oft alleine dort.
Dann hat der Arzt mehr Zeit für ein Tier.

Dann kam noch eine Frau ihr Katzenpaar abholen
von einer Kastration.
Solche kommen auf Termin und werden immer vorgenommen.
Das war bei mir auch so.
Damals war der Wartesaal voller Leute
und ich wurde gleich hineingerufen.

Dann kam endlich meine Fritzi dran.
Sie wurde nicht behandelt, weil es nicht so schlimm ist,
meinte der Tierarzt.
Sicherheitshalber habe ich halt gefragt.
Ich soll einfach weiterhin mit homöopathischen Kügelchen behandeln.
Die Ohren von Fritzi sind sauber.
Die Tropfen gegen Parasiten ins Genick auf die Haut
hat mir der Tierarzt mitgegeben.
Die soll ich ihr erst in ein paar Tagen geben,
wenn es ihr besser geht.
Das sollte nur den Wurmbefall behandeln.

Im Sommer hatte sie sich einen Reißzahn bei der Mitte abgeschlagen
vielleicht, als sie vom Kasten heruntergesprungen ist.
Aber das weiß ich nicht so genau.
Sie war jedenfalls beim Kiefer geschwollen.
Ich hatte es damals für einen Bienenstich gehalten.
Anschauen ließ sie es mich ja nicht.
Dass es der Zahn war, habe ich erst später gesehen,
als sie erneut geschwollen wurde.

Da ich schon dort war, habe ich sie chipen lassen.
Dabei kriegt sie eine Spritze unter die Haut am Hals.
Dabei macht es ein Klickgeräusch, sobald der Chip herausgedrückt wird.
Das erste Klickgeräusch macht es, wenn der Arzt die Spritze vorbereitet.

Beide Male ist Fritzi erschrocken und zusammengezuckt.
Beim Einstechen hat sie nicht geschrien,
obwohl er zweimal eingestochen hat.
Das erste Mal hat er an der falschen Stelle eingestochen,
wohl irrtümlich. Fritzi hat auf die Stiche nicht reagiert.
Was habe ich für eine brave Katze,
sie hat nicht geschrien und mich nicht gekratzt.
Ich habe sie nicht gehalten, sondern die Assistentin allein.
Sie hält die Tiere sehr liebevoll fest.
Ich ging ohne Verband aus der Praxis hinaus.

Aber das war nicht immer so.
Ich bin auch schon mal mit Verband hinausgegangen,
kann mich aber nicht mehr daran erinnern,
welches von meinen Tieren es war,
das mich an der Hand gekratzt hatte.
Ich glaube, es war die Lilly.
Vielleicht ist sie ja eine halbe Main Coon,
jedenfalls sieht sie so aus, nur etwas kleiner.

Den Tierarzt hat die Mia mal verletzt;
während er ihr die Ohren säuberte,
drückte sie ihm eine Kralle in eine Fingerspitze,
als ich die Pfote nicht festgenug hielt.
Ich gab ihm dafür 5 Euro Schmerzensgeld.

© Brigitte Waldner

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