Francois Loeb

GEDANKENTANK

Tanken? Wie das in kommenden Zeitaltern vor sich gehen wird zu lesen in der neusten Wochengeschichte (diese regelmässig ins Postfach erhalten siehe unten) aus meiner Feder:

GEDANKENTANK
„Gedankenlos“ schreit der Aufsicht habende Pausen Lehrer mir zu. Mit einer Sorge erfüllten Stimme, in der 17 Wutpartikel mitschwingen. Und das nach entsetzlichem Quietschen von Bremsen eines Mini Coopers und dem fürchterlichen Geruch von abgeriebenen Gummi, als sei der Start eines Formel 1 Rennens auf der von mir überquerten Strasse soeben erfolgt. Tatsächlich bin ich völlig gedankenlos über die verkehrsreiche Strasse ausserhalb eines Fussgängerstreifens gerannt, um den Beginn meiner Chemiestunde im Laborgebäude nicht zu verpassen. Denn heute ist ein spannendes Experiment angesagt, bei dem uns der beliebte Chemielehrer ‚Giftmischer‘, so sein Spitzname, ein explosives Gemisch vorführen will. Beinahe mein Leben hätte ich dafür gegeben, rast ein Gedanke mit 350 Sachen im fünften Gang der Lichtgeschwindigkeit durch meinen gedankenlosen Schädel. Ich könnte mich selbst Ohrfeigen so ohne Gewissensbisse diese Gefahr heraufbeschworen zu haben. Nachdem sich mein Inneres etwas beruhigt hat, beginne ich über das Wort, den Ausdruck ‚gedankenlos‘ zu sinnieren. Was nicht einfach ist, ohne sich bei diesem Vorgang Gedanken zu machen. Denn das Wort ergibt doch genau diesen Sinn.

Nun, ich bin bei allen Lehrern bekannt für meine Kreativität. Diese wird sogar im jeweiligen Zwischenzeugnis, das besser ausfallen könnte, lobend erwähnt. Also versuche ich mich an das Wort zu klammern. Lasse ohne Gedanken diesen Ausdruck in meinen Hirnwindungen kreisen, sich festsetzen, sich klammern, anketten, ankleben mit Schnellkleber der Gedankenlosigkeit. Und siehe da, eine Gedankenkette beginnt sich zu bilden. Vom einen zum andern. Angekettet an die Gedankenlosigkeit. Als sei diese Hand und Fussschelle zugleich, bringt sie mich in Bewegungslosigkeit. Also folgert die Kette, neue Gedanken müssen her. Kann da nicht der Gasspeicher, von dem ich in letzter Zeit beinahe täglich höre und lese, als Beispiel herangezogen werden?

Muss den Gedanken Tank füllen. Zumindest zu 99,5 % bis zum Jahresende. Ein Muss. Eine Verpflichtung! Doch wie vorgehen? Da eine gedankenlose Eingebung: Den Gedanken Tankwagen bestellen. Wenn dies bei Treibstoffen geht, weshalb soll das nicht bei Gedanken funktionieren. Ich stelle mir sogleich einen riesigen 100 Tönner vor, der gemächlich sich meinem Kopf nähert, dort den Schlauch ausfährt, das Gefahrenzeichen „ACHTUNG GEDANKEN SPRENGKRAFT, NUR AUF EIGENE GEFAHR SICH NÄHERN“ aufstellt und an mein linkes Ohrläppchen ankoppelt. Was das kitzelt! Doch sogleich beginnen Gedanken zu fliessen. Ein angenehmes Gefühl. Doch wird mein Kopf zusehends schwerer. Ich muss ihn mit beiden Händen, als sei ich ein Denker, abstützen, um zu verhindern, dass er zu Boden fällt. Mein Blick aber bleibt am 100 Tönner hängen. Er ist beschriftet. Das erkenne ich erst jetzt mit Kopfschwere. Die bauchigen Buchstaben lächeln mich an. Doch nicht nur mich. Die Umgebung. Die Schule. Die Stadt. Das Land. Den Erdkreis. Den gesamten Globus. Das All. Rot und leuchtend steht da einzig ein Wort. Ein Begriff.
RETHINK!

Kein Wunder, dass mein Kopf beinahe platzt. Denn wie soll ich junger Spund, dem Gedankenlosigkeit vorgeworfen wird, alles für Alle im All überdenken …?



Und als Bonus ein weiterer DREISATZROMAN aus meiner Feder:

G E D A N K E N - L O S

Bevor es gezogen
Wird nachhaltiger
Vorteil erwogen.

Dann wieder
der Gedankenwelt
Mit Gewalt entzogen.

Erneut in der Trommel
Gedreht und gewendet
Bis das Nullsummenspiel
der Gedanken endlich endet.


Herzlichst
François

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 02.12.2022. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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Der Stieglitz hat ´ne Meise: Gedichte von Jana Hentzschel



Aus dem Wald in die Pfanne ... Tief unterm Büschel Gras versteckt, mit einem Blatt noch abgedeckt, beobachtet ein Pilz im Wald so manch befremdliche Gestalt. Sie schlurfen, ein paar trampeln auch, in Stiefeln und 'nem Korb vorm Bauch, das scharfe Messer in der Hand, den Blick zum Boden stets gewandt. Ein Freudenschrei, ein scharfer Schnitt, so nehmen sie Verwandte mit; und der versteckte Pilz, der weiß, im Tiegel ist es höllisch heiß. So brutzeln aber will er nicht! Da bläst ein Sturm ihm ins Gesicht, es rauscht und wirbelt ringsherum, schon bebt der Wald - ein Baum fiel um. Genau auf seinen Nachbarn drauf. Das ändert seinen Denkverlauf: "Welch übles Ende: Einfach platt! Da mach' ich lieber Menschen satt." Drum reckt er sich aus dem Versteck, er will jetzt plötzlich dringend weg: "Vergesst mich nicht! Ich bin gleich hier und sehr bekömmlich, glaubt es mir."

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