Günter Weschke

Erna und Icke, die Plombe

 


“Otto, nu Trödel nich rum, wia müssn jetzt zum Zahnarzt jehn!”
“Muss det wirklich sein, ich jlobe, ich kann ooch ohne Plombe jut essen.!“
“Ja, dett muss sein, Suppe kannste jut essen, aba een richtijet Stück Fleisch, nee dett jeht nich!”

In der Praxis:

“Na Herr Otto, hatten Sie noch Wundschmerzen?”
“Nee, eigentlich nich, nur wenn ick für Erna die Kronenkorken aus de Bierpullen beißen muss, denn hat ett weh jetan!”
“Aber das geht doch gar nicht, sonst sind sie ja bald alle Zähne los.!”
“So dann werde ich jetzt mal sehen, wie ich die Plombe arbeiten muss!”
“Möchten Sie die Plombe in Keramik oder in Gold haben, wobei Gold eine gute Wertanlage ist!”
“Erna watt meenste, in Jold wär ett doch schön, dann könnteste imma mein strahlendet Lächeln sehn?”
“So Herr Otto, jetzt gibt es wieder eine Spritze, damit das Bohren nicht weh tut!”
“Mach das Mau…Machen Sie bitte den Mund weit auf, und so bleiben.!“
Bohren, bohren, bohren…
Spülen, spülen, spülen….
“Kommen Sie bitte in drei Tagen wieder, dann ist die Plombe fertig!”

“Da sind wia wieda und heute jibs die Plombe!”
“Also rauf auf den Stuhl, Mund auf und die Plombe rein!”
“Na das sieht aber gut aus, passt prima!”
“Husten, husten, husten….Otto wat ist los?”
“Kräcks, ich hab ma vaschluckt, dabei ist die Plombe runta jerutscht wie Öl!”
“Waaas, Sie haben die Plombe verschluckt?”
“Ja, aba dett wollte ick ja nich!”
“Das merkt man doch, wenn man etwas verschluckt!”
“Hab ich ja ooch, aba da war ett schon zu spät!”
“Na Herr Dokta,watt könn wa denn jetzt mit mein Otto machen?”
“Abwarten liebe Frau, abwarten!”
“Ich gebe Ihnen mal zwei Pillen mit, und bei Stuhlgang immer auf einen Eimer setzen, dann kriegen wir die Plombe schon!”

Zuhause:

“Hia Otto, nimm die zwee Pillen und wenn de dann mal must….imma uffn Eima setzen!”
“Und denn?”
“Na ja, denn wern wa mal weita sehn!”
“Und denn?”
“Denn jehn wa wieda zum Zahnarzt!”
“Mit die Plombe?”
“Natürlich!”
“Und denn`”
“Dett wees ick doch ooch noch nich!”
“Und denn?”
“O t t o, hör jetzt auf mit dem -Und denn.!”

In der Praxis:

“So, da sind ma wida und die Plombe ham wa ooch!”
“So, dann zeigen Sie mal her, sieht ja gut aus.!”
“Ick hab se ja ooch jut jeputzt nach dem Stuhlgang, erst mit kochendem Wassa und denn noch mit Otto seine Zahnbürste!”
“Herr Otto, dann setzen Sie sie sich mal wieder auf den Stuhl!”
“Nee, da jeh ick nich mehr ruff!”
“Wie? Warum denn nicht?”
“Watt sie da inne Hand halten, dett hab ich heute morjen in den Eima jesch…jelegt, sowatt nimm ick doch nich mehr in mein Mund!”
“Aber Otto, ick hab doch allet richtich sauba jemacht, brauchst dia doch nich zu ekeln!”
“Nee Erna, du hast dia doch schon vor die kleene Made jeekelt, die ick dia uffs Brot jelecht hatte, und ick ekel mia vor dett Ding da!”
“Also Herr Otto, ich reinige die Plombe noch einmal mit reinem Alkohol, die ist dann super sauber!
“Nee, aba ick weeß denn imma noch,wo die mal wa!”
“Nun stell Dich nicht so an, Mund auf, los!”
“Also so könnse aba nich mit mein Mann reden, Otto komm vom Stuhl runta, wia jehn!”
“Sach mal, du kannst ja nich mehr jrade jehn, watt issn los mit dia?”
“Mia is nich jut, ick hab bloß een kleenen Schluck von dem reinen Alkohol jenomm, dett Zeuch hat ma jleich die Mandeln wegjebrannt!”
“Darum heißta ja ooch Branntwein!”
“Ick lass dia anderswo ne neue Plombe machen, die darfste aba nich wida vaschlucken!”
“Nee Erna, denn pass ick uff!”

Neue Plombe

“Kiek mal Erna, meine neue Plombe!”
“Wo? Ick seh keene!”
“Ick globe, die war erst mal zur Probe drin, denn is mia Spucke in den Hals jeloofen und ick muste schlucken, weg war se!”
“Die Spucke?”
“Nee, die Plombe!”

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