Brigitte Waldner

Tatausgleich

Bei der Schadensregelung zum Tatausgleich
habe ich gesagt, ich hätte gerne 55 Euro,
so will ich das geregelt wissen,
anders mache ich es nicht,
als Schadenersatz für einen Kübel Fassadenfarbe,
da mir der Nachbar Ende Juli zehn Eier gegen mein Haus
geworfen und selbst eine Anzeige
in seinem alkoholisierten Zustand eingebracht hatte,
wo er mich verleumdete, dass ich seine Kinder bedrohe
und umbringen wolle,
um seinen Eierwurf damit zu begründen,
nur damit die Polizei mich entfernt,
dass er meine Immobilie unter ihrem Wert kaufen könnte,
auf die er seit vier Jahren spitzt,
in der ich aber selber wohnen möchte.

Drei ganze und ein Drittel Monate dauerte es,
vom 30. Juli bis zum 11. November,
bis seine Lebensgefährtin die Überweisung durchführte
unter dem Vornamen seines Vaters.
Ich weiß nicht, warum das so geheim ablaufen musste.
Es wird schon wichtige Gründe dafür geben.
Bis ich davon erfahren habe, verging ein weiterer Monat,
gestern.

So schlau war ich schon,
dass ich meine Kontonummer nicht gegeben habe,
sondern die vom Tierheim.
Somit habe ich 55 Euro an das nächste Tierheim gespendet.
Ich werde dort gleich mal nachfragen,
ob das auch eingetroffen ist,
oder ob die Überweisungskopie, die ich erhalten habe, ein FAKE ist.
Ich hoffe, dass diese Lehre für ihn pädagogisch wertvoll war,
obwohl ihm dieser Betrag sicher nicht wehtun wird,
er schwimmt in Geld.

Ihren jungen Rüden hetzen diese Leute auf mich,
der gefährlich knurrt und bellt,
und der sofort anschlägt, sobald ich meinen Garten
oder die Straße betrete,
sogar, wenn ich nur mein Fenster öffne,
um eine meiner Katzen hereinzulassen,
oder auf meinen Balkon gehe, wo ich selten drauf bin,
eigentlich nur zum Reinigen.

Wenn er ein anständiger Kerl wäre,
hätte er ja ein bisschen mehr spenden können.
So 100 Euro plus Schmerzensgeld extra für die unangenehmen Verhöre,
wäre schon angemessen gewesen und für
die Arbeit an der Fassade und am Balkonboden,
für die Entfernung des Eigelbs und des hartnäckigen Eiweiß,
und die Maler- und Anstreicharbeiten von Balkonboden und Fassade.
Zum Baumarkt habe ich ja auch extra hinfahren müssen und
das sind auch 20 km hin- und zurück.
Aber so sind die Männer eben:
Mit Frauen, Eiern und Schimpfwörtern werfen können sie
sogar im betrunkenen Zustand,
aber mit dem eigenen Geld werfen sie nicht herum,
dann schon lieber mit dem Geld der koscheren Leute.

Text und Foto: © Brigitte Waldner

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