Rolf Grebener

Ein Brief an den lieben Gott

Tante Mimi ist siebenundachtzig Jahre alt. Trotz ihrer kleinen Rente strahlt Tante Mimi Glück und Zufriedenheit aus.Ihr Korbstuhl hat auch schon bessere Zeiten gesehen. Der Stoff ist durchgeschlissen. Beim Hinsetzen knackt es. Jede Sprungfeder spürt sie an ihrem Hinterteil.  Bei Möbel de Groot saß Tante Mimi in einem schönen weichen Plüschsessel. Es war ein Traum! Ob sie sich diesen Sessel jemals leisten konnte? Der Sessel war als Sonderangebot ausgezeichnet. Statt 145,00 Euro, sollte der Sessel im Angebot 70,00 Euro kosten. Dazu gab es eine passende Fußbank. Diese war von 95,00 Euro auf 30,00 Euro herunter gesetzt. Ein Gesamtpreis von 100,00 Euro war ein super Angebot. Die kleine Rente reichte auch dafür nicht, stellte Tante Mimi traurig fest. Ein fester Glaube an den lieben Gott kann Wunder bewirken.              Tante Mimi hatte eine Idee.„Verkaufe diese Möbel nicht, ich komme wieder“, sagt  Frau Janssen zum Möbelhändler. Schnell ist sie mit ihrem Rollator auf dem Weg nach Hause.Zu Hause angekommen, trinkt Tante Mimi erst einmal eine Tasse Tee.Tee ist in Ostfriesland ein Wunderelixier. Tee befreit von Unruhe und Stress.Tee ist ein Garant für Ostfriesische Gemütlichkeit. So war es auch bei Tante Mimi! Sie war in der Lage, ihre Gedanken zu sortieren. Völlig ruhig nimmt sie Briefpapier, einen Umschlag, Briefmarke und einen Kugelschreiber aus dem Schrank.Tante Mimi schreibt: „Lieber Gott, du kennst mich! Ich bin Mimi Janssen aus Südgeorgsfehn. Oft hast du mir geholfen. Du weißt alles und kennst alles. Du kennst auch meinen alten Sessel mit den kaputten Sprungfedern.                                                                                                 Du kennst auch die blauen Flecken an meinem Hinterteil. Bald ist Weihnachten.  Möbel de Groot hat einen schönen Sessel mit einer eine passenden Fußbank für 100,00 Euro zu verkaufen. "Lieber Herrgott! Bitte schicke mir das Geld! Ich glaube an dich und freue mich schon sehr. Im Voraus vielen Dank. Deine Mimi aus Südgeorgsfehn.“      Tante Mimi nimmt das Kuvert,den Kugelschreiber und schreibt als Adresse: An den lieben Gott.  Auf der Rückseite schreibt sie den Absender. Mimi steckt den Brief in das Kuvert, welches mit einer 85 Cent Briefmarke versehen ist, dann ab n den Briefkasten. Der Postbote staunte nicht schlecht als er den Brief in der Hand hielt. An den lieben Gott stand auf dem Kuvert. Wie soll er reagieren? Der Postbote war immer für einen Spaß zu haben. Mit seinem Kugelschreiber fügte er hinzu:  An den lieben Gott--- im Finanzamt Leer, Edzartstrasse 12-16, 26789 Leer Ostfriesland  So ging der Brief auf die Reise. Der Postverteiler vom Finanzamt öffnete den Brief. Erstaunt liest dieser den Brief, der den lieben Gott erreichen sollte. Bald ist Weihnachten, denkt er. Da muss etwas passieren. Der Brief machte die Runde. Er ging durch jede Hand. Schnell wurden sich die Mitarbeiter vom Finanzamt einig.  Tante Mimis Weihnachtswunsch soll erfüllt werden. Alle lachten und waren bereit etwas zu spenden. Am Ende konnten 70,00 Euro an Tante Mimi überwiesen werden. Tante Mimi bekam Post vom Finanzamt. „Sehr geehrte Frau Janssen“, war da zu lesen. „Wir freuen uns  helfen können, ihren Weihnachtswunsch zu erfüllen.Viel Freude mit den 70,00 Euro.“  Frohe Weihnachten wünschen ihnen die Mitarbeiter ihres Finanzamtes in Leer. Tante Mimi schreibt noch einmal an den lieben Gott.  Lieber Herrgott!  Danke für das Geld. Den Sessel kann ich kaufen, leider nicht die Fußbank. Darf ich dich zu meinem Geburtstag noch einmal um 30,00 Euro für die Fußbank bitten? Dann btte nicht übers Finanzamt. Die Lümmel haben doch tatsächlich von deinen 100 Euro, 30,00 Euro abgezogen.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                

Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Rolf Grebener).
Der Beitrag wurde von Rolf Grebener auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 12.12.2022. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Der Autor:

  • Autorensteckbrief
  • rgrebeneraol.com (Spam-Schutz - Bitte eMail-Adresse per Hand eintippen!)
  • 1 Leserinnen/Leser folgen Rolf Grebener

  Rolf Grebener als Lieblingsautor markieren

Bücher unserer Autoren:

cover

Schmunzeln und Nachdenken erlaubt von Ernst Dr. Woll



Erlebte Kuriositäten sind häufig reparierbare Missgeschicke und wir können darüber schmunzeln. Wir sollten deshalb diese Geschichten nicht für uns behalten. Die Tiere unsere Mitgeschöpfe können uns in diesem Zusammenhang viel Freude bereiten und viele Erlebnisse mit ihnen bereichern unser Leben. In Gedichten und Kurzgeschichten wird darüber erzählt, wie wir außergewöhnliche Situationen mit Schmunzeln meistern können und ernsthaft über vieles nachdenken sollten. Wenn z. B. unser Hund eine Zahnprothese verschlingt und wir sie wieder finden, dann darf sie durchaus wieder an die richtige Stelle.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Weihnachten" (Kurzgeschichten)

Weitere Beiträge von Rolf Grebener

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Jägerlatein von Rolf Grebener (Wahre Geschichten)
DER KRUMME TANNENBAUM von Christine Wolny (Weihnachten)
Meine liebe Seele, von Heike Kijewsky (Briefe)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen