Monika Jarju

Ein Ding der Unmöglichkeit

Eine Bekannte machte mich auf ein Kaufhaus mit einer besonderen Abteilung aufmerksam. „Geh hin und sieh selbst“, sagte sie, „und nimm etwas mit, das dir etwas bedeutet, dafür bekommst du etwas, das genau zu dir passt.“
Eine gewisse Unruhe ergriff mich, denn ich war im Begriff, etwas für mich ganz und gar Ungewohntes zu tun. Doch meine Neugier war stärker. Was das wohl sein könnte? Lange überlegte ich. Dann nahm ich einen großen Umschlag aus dem Schrank. Als ich ihn in den Händen hielt, ergriff mich Vorfreude.
Beim Kundenservice stand eine Frau vor mir, etwas Geheimnisvolles umgab sie. Sie öffnete ihre Handtasche und zog einen Gegenstand heraus, der in braunes Packpapier eingewickelt und mit einer Schnur zugebunden war. Die Frau zögerte. Sie musterte die Verkäuferin von oben bis unten, blickte sie nochmals an, dann streckte sie die Hand aus und reichte ihn ihr. Hinter einem Paravent begutachtete die Verkäuferin das Mitgebrachte. Dann nahm sie eine Tüte aus dem Regal, sah der Frau fest in die Augen, und gab sie ihr.
Wie banal, dachte ich enttäuscht. Aber was mochte wohl in dem Päckchen gewesen sein? Hinter mir hatte sich mittlerweile eine Schlange gebildet. Als die Verkäuferin meinen Umschlag entgegennahm, klopfte mein Herz. Sie blieb eine ganze Weile, die mir wie eine kleine Ewigkeit vorkam, hinter dem Wandschirm. Was mochte sie denken, während sie meinen selbstgebastelten Adventskalender mit verschneitem Marktplatz, der historischen Kulisse, Glitzer und Glimmer auf Fenstern und Türchen betrachtete? Mit ausdrucksloser Miene sagte sie etwas, das ich sogleich wieder vergaß – und reichte auch mir eine Tüte, die etwa das Format einer Pralinenschachtel hatte.
Ich wüsste zu gern, was darin steckte, leider bin ich zu früh aufgewacht.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 18.12.2022. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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