Rolf Grebener

Als Nikolaus vom Pferd gefallen

So war es damals! Meine Lehrzeit in Leer war angefangen. Da ich diese Zeit nicht in Südgeorgsfehn, sondern bei meiner Großtante in Leer wohnte, konnte ich mich nicht um mein Pferd kümmern. Mein Schimmel war an den Bürgermeister unseres Dorfes verkauft worden. Da ich schon einige Jahre zu meinem Spaß den Nikolaus gespielt habe, habe ich in diesem Jahr mein ehemaliges Pferd vom Bürgermeister ausgeliehen. Wie immer war es sehr schön, den Kindern Backwaren und Zuckergut zu schenken, welches mir die Eltern zuvor gebracht hatten. Den Nikolaus auf dem Schimmel zu spielen, war für mich eine große Freude. Für die Kinder war es ein großes Erlebnis. Die Eltern erzählten mir so einige Geschichten über Ungezogenheiten, aber auch über erfreuliches ihrer Kinder. All diese Geschichten wurden in meinem ehemaligen Fotoalbum, welches ich als Himmelsbuch aufgepeppt hatte, den Kindern vorgelesen. So manches vorwitzige Kind, das damit geprahlt hatte, nicht mehr an den Nikolaus zu glauben, wurde durch mein Vorlesen aus meinem Himmelbauch beeindruckt. Er oder auch sie verkroch sich manchmal unter dem Rock der Mutter. Die Bescherung war zu Ende. Auf dem Weg zurück zum Bürgermeister, rutschte das Pferd auf der durch Baggerarbeiten verschmutzte Straße aus. Bevor ich mich versah, lag ich auf der Straße. Das Pferd sprang auf! Dabei trat es auf meinen Fuß. Es war ein Höllenschmerz! Für mich war es kaum möglich zu laufen. So krabbelte ich wieder auf das Pferd und ritt langsam zum Stall des Bürgermeisters. Mit dem Fahrrad fuhr ich dann nach Hause. Den Stiefel schnitt meine Mutter von meinem stark angeschwollenen Fuß. Eine starke Prellung und ein Bruch des großen Zehs, war die Diagnose. Mein Chef war nicht besonders begeistert als er den Zusatz auf meiner Krankmeldung las:„Als Nikolaus vom Pferd gefallen.“
Rolf Grebener

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