Rolf Grebener

Missglückter Autoverkauf

Es war schon eine feine Sache! Mitarbeiter des VW-Werkes wurde es ermöglicht, jährlich einen Neuwagen mit einem erheblichen Nachlass zu kaufen. Dies war natürlich nur möglich, wenn der eigene Jahreswagen verkauft werden konnte. Immer wieder gab es Schwierigkeiten, so auch bei Meister Johann Chrishannes. Die Zeit der Abnahme seines neuen Autos war schon drei Monate überschritten. Sein noch gefahrenes Auto, der Audi A1 mit einem Kilometerstand von 6000 Kilometer war am „schwarzem Brett“ zu einem wirklich günstigen Preis von 14000 Euro zum Verkauf angeboten. Obwohl wir uns oft neckten, mochte ich den Meister vom Lack. Wir hatten jeden Tag miteinander zu tun. Da ich in der Qualitätssicherung und Johann Chrishannes als Meister in der Lackiererei tätig war, gab es immer wieder mal Auseinandersetzungen. Heute stellte ich ihm eine lackierte Karosse mit einem gravierenden Fehler vor. Statt mir zu sagen, ich kümmere mich sofort darum, sagte Johann etwas Falsches. „Meine Mutter hat immer gesagt, so Johann, wenn des Schicksals Stürme toben, richte stehts den Blick nach oben. Johann lachte, drehte sich um und verschwand in Richtung Lackierstraße. Natürlich um den Fehler abzustellen, das wusste ich. Trotzdem hatte er mich geärgert. Rache ist Blutwurst, sagt ein Sprichwort. In meiner nächsten Pause ging ich zu einer Telefonzelle im Werk. Von dort rief ich Meister Chrishannes unter falschem Namen wegen seines zu verkaufenden Autos an. „Guten Tag Herr Chrishannes,“ sagte ich. Mein Name ist Meier, ich wohne in Möhlenwarf. Einer ihrer Mitarbeiter, mein Nachbar, erzählte mir, sie hätten einen Audi A1 mit einer Laufleistung von 6000 Kilometer für 14000 Euro zu verkaufen. Dann auch noch in meiner Lieblingsfarbe, Tornado rot. Ich bin begeistert. Den Wagen würde ich gerne so schnell wie möglich kaufen. Der Wagen wird dann von mir vor Ort bar bezahlt. „Um 15:00 Uhr passt es,“ sagte Johann und gab mir seine Adresse. Noch eine Frage, sagte ich, als Meier aus Möhlenwarf. Mein Nachbar erzählte mir im Vertrauen, sie hätten den Tachometer zurückgedreht.“  „Das stimmt nicht, wer hat das gesagt, ich will sofort seinen Namen, rief Johann böse ins Telefon. Ich legte auf! Von weitem sah ich Johann vor seiner Meisterbude diskutieren. „Was ist?“, fragte ich. „Stelle dir das mal vor,“ schimpfte Johann. „Ich hätte mein Auto verkaufen können. Ein Herr Meier aus Möhlenwarf hat angerufen. Alles war perfekt. Heute um 15:00 Uhr wollte er kommen, um den Wagen abzuholen. Doch dann erzählte er mir, einer meiner Mitarbeiter, sein Nachbar, hätte ihm erzählt, ich hätte den Tachometer des Autos zurückgestellt. Das ist eine glatte Lüge! So ein Mist, hatte mich schon gefreut. „Johann, es gibt schlimmeres,“ sagte ich zu ihm. „Denke immer daran, was dir deine Mutter gesagt hat.“ Wenn des Schicksals Stürme toben, richte stehts den Blick nach oben. „Das ist ein guter Spruch, Johann, der wird dir auch in dieser Stunde helfen, das Erlebte zu verkraften. Abrupt lies Johann mich stehen. Er hatte wohl das Gefühl, verarscht zu werden. Am nächsten Morgen habe ich erfahren, dass einer meiner Kollegen Johann ins Ohr geflüstert hat, das ich derjenige gewesen bin, der ihn wegen seines Autos angerufen hat. Johann kam zu mir auf den Prüfplatz. „Du verkaufst auch noch einmal ein Auto,“ sagte er nur. „Stimmt Johann,“ sagte ich. „Hoffentlich ruft dann der blöde Meier aus Möhlenwarf nicht an.“ Zum Glück konnten wir dann Beide herzlich über den (einseitigen) Spaß lachen. 
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