Harry Straach

Reisen bildet

Reisen bildet

Und es geschah vor Jahr und Tag,
da ein Häuflein junger, aktiver und mutiger Menschen den Entschluss fasste
dem Land der Väter für einige Zeit zu entsagen.
Getrieben von der Abenteuerlust der Ziel und Erfahrungslosen, 
führte sie ihr Weg in die Ferne.
Im sagenumwobenen, rätselhaften Land der Franken, an der
Wellen umspülten, zerklüfteten bretonischen Küste fand
die Reise ins Unbekannte ihr unvorhergesehenes Ende. 
Unbekannte Menschen, unbekannte Sitten und Gebräuche,
eine fremde Sprache, fremde, teilweise unerklärbare Eigenheiten wirkten
 mental, emotional, ja mitunter geheimnisvoll und mystisch
auf die Wissen Suchenden ein.
So kam, was kommen musste.
Der Schock,
Hatte man doch, im Eifer des lange vorbereiteten Aufbruchs, vergessen eines der elementarsten Dinge des alltäglichen Lebens dem Reisegepäck hinzu zu fügen.  
Das Toilettenpapier!
So brach denn das Häuflein der Weltenbummler auf um der Unbill der Fremde zu trotzen
und im nächsterreichbaren Dorf genanntes Gebrauchsgut käuflich zu erwerben.
Dort,  in einem der üblichen Tante Emma Laden, gestaltete sich dieses Unterfangen
auf Grund sprachlicher Probleme allerdings zu einem globalen Ereignis.
Auch die, von allen Beteiligten,  intensiv genutzte Zeichensprache verhalf nicht zum
erhofften Erfolg.
Da entwich, im Eifer dieser erfolglosen Kommunikation, dem Munde eines Ungeduldigen das berühmte Zitat des-Götz von Berlichingen-.(Leck mich am Ar…).
Ein verstehendes Lächeln überzog das faltige Gesicht des älteren, freundlichen Ladeninhabers
und er verschwand in den unergründlichen hinteren Tiefen seines Geschäftes.
Nach einigen bangen Minuten hoffnungsvollen Wartens erschien er mit einem
10 kg schweren Käse Rad.
Hatte er doch das (am Ar…) in seiner Muttersprache als Fromage (Käse) verstanden.
Da regte sich unser Gewissen gegenüber dem von uns genervten armen Mann.
Wir nahmen den Käse und zogen ohne Toilettenpapier,  jedoch mit 10kg Käse und um eine Erfahrung reicher unseres Weges.

Wenn einer eine Reise tut, dann sei er auf der Hut.
 
                                                                       Harry Straach
                                                                                               Köln

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Zwei sensible Frauen, die sensible Gedichte schreiben. Beide schürfen tief. Da bleibt nichts an der Oberfläche. Beide schöpfen aus ihrem emotionalen Reichtum und ihrem souveränen Umgang mit Sprache. Dabei entfalten sie eine immer wieder überraschende Bandbreite: Manches spiegelt die Ästhetik traditioneller formaler Regeln, manches erscheint fast pointilistisch und lässt viel Raum für die eigenen Gedanken und Empfindungen des Lesers. Ein ausgefeiltes Sonett findet sich neben hingetupften sprachlichen Steinchen, die, wenn sie erst in Bewegung geraten, eine ganze Lawine von Assoziationen und Gefühlen auslösen könenn. Bildschön die Kettengedichte nach japanischem Vorbild! Wer hier zunächst über Begriffe wie Oberstollen und Unterstollen stolpert, der hat anhand dieser feinsinnigen Texte mit einem Mal die Chance, eine Tür zu öffnen und - vielleicht auch mit Hilfe von Google oder Wikipedia - die filigrane Welt der Tankas und Rengas zu entdecken. Dass Stefanie Junker und Monika Wilhelm sich auch in Bildern ausdrücken können, erschließt an vielen Stellen eine zusätzliche Dimension [...]

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