Georges Ettlin

Diminutiv : Das Weinbergli

I de Vierzigerjohr von letschsde Johrhundert und im letschte Johrtusig  (1940 ca) ben ech öf em Wiiibärgli ös Versehe ond wederwellig oni
Hebamme usw gebore worde. Sächs Johr ben eh denn im Wiibärgliwäldli als Büebli omekroche ond umegloffe i de Hoffnig öf
öpis z`ässe ond auch wäge enere grosse Neugier öf Natur ond Omwält:
Blümli und Bäumli hetts det gha ond Eidechsli , Schlängli ond Müüsli, Häsli ond Buure, Säuli ond pädophili Männli, au jongi vo dene.
D`Huusfraueli händ alli eri Temppichli ond Bettwöschli jede Morge zom Fenschterli usgrüriert ond meteme chline Teppichchklöpferli
usklopfet, wel d`Nochbore händ mösse wösse, dass det alli gueti Husfraue send. Die offne WC Hüsli send im Stägehus gsi ond es hed dete gschmöckelet.
De Melchmaa esch metemene Rössli met Ahängerchare  cho ond dä Maa hed mer zeigt, wie mer es Rössli metem Händli so füeteret,
dass das Rössli eim ned hed chönne bisse. Rossbommele hani ufgläse för e alti Frau, gäge Tröpsll wel sie hed med dene Bommele de Garte döngt.
Ond im Städtli hani de Emil Steinegger könneglernt...zäh Johr älter als ech und wo dorum e Angstperson för mech gsi esch os verschedene Grönd:
Aber er esch nor e loschtige  ond brave Bueb
 gsi.  Er hed mer öppis vorgjommeret wäge sim Rögge: Es hätti dete so veli Högeli ka, er segi schwär chrank ond ob
ech au am Röggali so veli verbrochni,kapotti Högerli ka hätti... ich sell doch s`Hömmli uszie, er weli das nor alänge. Als

erfahrungs-alarmierter Sächjähriger hani das ned gmacht
ond em gseid, dass das nor d` Werbelsüle (de Röggegrot) seg. Das esch aber nüd Gförlichs gsi, sondrn nor e früeche Emil Steineggerwetz us em Emil Steineggerland be Lozärn.

Spöter hani de Emil weder ...noch Johre... weder bem Bondesplatz im Emil-Theäterli troffe,
är hed mech aber no emmer als de chli Schorschli  könnt ond mer fröndlich Grüess-di g`seit.

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Die glücklichste Zeit meines recht langen Lebens waren wahrscheinich trotz Allem die

sechs Jahre in der freien Natur im "Weinbergli-" Wäldchen, wo ich trotzdem nicht verhungert bin.

Ich war frei, ungeschützt... aber auch unbeobachtet in einer freien Natur, die zum Dialog

mit dem Leben und der Natur aufforderte. Vorausgesehen hatte ich die "künstliche Schöpfung" bei der Industriaisierung

von bäuerlichen Landstrichen, Bebauung und Versiegelung "meines " Weinberglis mit Häusern, Strassen,

betonisierung meines freien Natur-Spielplatzes im Weinbergliwald und das Aussterben der Gespielinnen: Den Eidechsen.

Die Stadt dehnte sich jährlich mehr aus, wie ein graues Zelt. Es ist wie mit den Autobahnen:

Wenn man Autobahnen baut, kommen Autos, wenn man Häuser baut, kommen Leute.

Füttert man kleine Mäuse, kommen Mäuse...nun, auch ich war nur eine kleine Maus.

Das gedankenose Kinderkriegen bringt Leiden: Auch ich war damals völlig überflüssig und ungewollt.

Sexualität sollte zu zwei Dritteln nur ein Spielzeug sein, denn grenzenloser Kindersegen im Präkariat ist kein Segen.
.

***

c/GE

 

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