Günter Weschke

Speck Maus



“Mutter, ich bin jetzt fast siebzehn Jahre alt, so kann es aber nicht weiter gehen, früher hast du mich in den Kindergarten gefahren und auch wieder abgeholt, das war ja in Ordnung so.
Aber heute bringst du mich jeden Morgens ins Gymnasium und holst mich danach auch wieder ab, was meinst du, wie die Schüler- aber auch die *Innen, mich nennen? Speck Maus!

“Ja aber Bub, ich meine es doch nur gut mit dir. sie mal, ich hab dich ganz allein großgezogen, dein Vater, dieser Hallodri, hat mich einfach sitzen gelassen, zahlt für dich keinen Pfennig.
Ich hab dich doch lieb!”

“Mutter, ich bin jetzt schon achtundzwanzig Jahre alt, und du bringst mich noch jeden Tag in die Kanzlei von Huber und Huber.
Wir sind ein großes Anwaltsbüro und ich bin der Büroleiter, aber nichts kann dich davon abhalten, mich täglich ins Büro zu Begleiten und am Abend wieder hier abzuholen.
Das muss aufhören.
Die Kollegen, und auch die *Innen, verspotten mich schon und hinter meinem Rücken, sagen sie -Speck Maus- zu mir.

Aber sie Fragen sich auch, weshalb ich immer noch zu Hause wohne und noch keine Freundin habe.!”

“Ja aber Bub, ich meine es doch nur gut mit dir!”

“Mutter, ich bin jetzt 48 Jahre alt, wohne immer noch zu Hause, habe keine Freundin zum Schnackseln und muss alles alleine machen.
So kann es doch nicht weitergehen!”

“Ja, aber Bub!”

“Mutter, ich bin jetzt einundsiebzig Jahre Alt, du warst stets an meiner Seite, jetzt liegst du hier im Sterben, warum hast du mir nicht meine Freiheit gegeben!”

“Ja Bub, es gibt so viele schlechte Frauen auf der Welt und ich wollte nicht, dass du an eine gerätst, die dich niemals aus den Augen lässt und dich überall hin begleitet!”




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