Hans K. Reiter

März: Frühling zieht ins Land!

Lauer Wind bestimmt seit Tagen den Lauf der Dinge. Die Menschen bewegen sich träge dahin. Niemand mag diesen Umschwung.

Regen, wir brauchen Regen! Die ausgetrockneten Bachläufe, seht sie nur, lamentieren sie.

Schnee hatten sie und wo’s nicht reichte, halfen die teuer angeschafften Schneekanonen nach. So la la kamen sie über den Winter. Es hätte besser sein können, aber sind wir mit dem zufrieden, was wir haben, sagen sie.

 

Es wird viel erzählt, sagen sie. Wollen die einen nach links, ziehen die anderen nach rechts. Ideologisch verbrämt, aufgebauscht oder die Wahrheit verbogen, wie’s grad passt.

Haselnuss liegt in der Luft, jammern die Allergiker. Andere meinen, dies sei doch nichts gegen die Lage in der Welt. Einig sind sich alle im Leid, persönlich oder der Unvernunft wegen. Unvernünftig sind stets die anderen, sonst ergäbe die Unvernunft keinen Sinn.

Das eigene Selbst ist gerettet, wir gehören zu den anderen, den Vernünftigen! Drüben, wo die Unvernünftigen zuhause sind, wo sie leben, lieben und leiden, grad‘ so wie hier, sehen sie es freilich anders. Und weil das so ist, gibt es grad so viele Vernünftige, wie Unvernünftige. Ein Patt! Und wir sind es in ein und derselben Person. Doppelpatt!

 

Die Inflation frisst uns die Haare vom Kopf, sagt einer beim Frisör. Da hätte er wohl keine Not, meint dieser, und fasst in den üppigen Pelz vor ihm, die Schere zum Schnitt bereit.

Die Inflation verlangt nach hohen Lohnforderungen, sagen die Gewerkschaften. Jeder soll und will mehr haben, auch jene, die schon mehr haben. Freilich, mehr ist besser als weniger, jedoch wie angebracht wäre es, in den großen Unternehmen, Verwaltungen und Organisationen über eine interne Anpassung des Gefüges nachzudenken. Die Schere, ein wenig nur, zu- und nicht noch weiter aufzumachen! Das würde auch gegen die Inflation helfen. Höhere Löhne, Bezüge, Tantiemen etc. tun es nicht.

Inflation spült mehr Geld in die Staatskassen, sagt ein Wirtschaftsweiser.

Das Wesen einer Kalkulation ist es, Preise so zu gestalten, dass am Ende der erhoffte Gewinn oder mehr erzielt wird. Je mehr desto besser. Weil wir es sind, die diese Preise zahlen, übernehmen wir die Kosten der Inflation selbst. Wir bezahlen unsere eigenen Lohn- und Gehaltsforderungen.

Höhere Gehälter werfen höhere Steuern und Abgaben ab. Sogar die Kirchen profitieren davon. Amen!

Unser Militär, die Bundeswehr, ist ziemlich marode, sagen seit Jahren die Wehrbeauftragten. Wir brauchen ein höheres Budget, sagen die Politiker. Wir brauchen einen Sonderfond, sagt der Kanzler, und der Finanzminister besorgt 100 Mrd., aber es wird nicht reichen! Jährlich 10 Mrd. mehr Etat, sagt der Verteidigungsminister, aber auch das wird nicht reichen, sagen andere.

Kaputtsparen macht alles teuer. Das gilt auch für Bahn, Post, Verkehr und Energie. Spare in der Zeit, dann hast du in der Not! Ein wahres Sprichwort, nur falsch angewandt.

Übrigens: Wäre nicht eine seriöse Bestandsaufnahme, eine politische Definition von Verantwortung und Aufgaben der Bundeswehr und eine parlamentarische Abstimmung hierüber die Voraussetzung für Sondervermögen und Wehretats?

Nur wer seine Verantwortung und die daraus erwachsenen Aufgaben kennt, kann die benötigten Mittel planen.

 

Für Bahn, Post, Verkehr und Energie gilt das gleiche.

 

Uns Bürger interessiert es auch, und zwar, bevor wir zur Urne gehen!

Ja, so ist es, wenn lauer Frühlingswind durch die Lande streicht und schon sehr bald Neues sprießen wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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