Mein schönstes Urlaubsziel in Deutschland 2005 612 wörter
Mein schönstes Urlaubsziel in Deutschland ist Berlin. Zwar kenne ich kaum etwas von Deutschland, aber Berlin ist mir von allen Orten am besten in Erinnerung geblieben.
Ein Besuch nach Berlin reicht nicht aus - die Eindrücke sind enorm und ich habe schon dort viele verrückte Dinge erlebt.
Wenn mein Bruder uns – meine Mutter und mich – nach Berlin holte, konnten wir nie viel unternehmen, weil uns seit der Scheidung meiner Eltern immer das nötige Geld fehlte. Aber wir genießen es dann, zum Beispiel am Mövenpickplatz zu sitzen und ein exotisches Getränk zu trinken.
Besonders gefällt mir Berlin, weil die Leute so offen und verrückt sind und man auch verrückt sein kann, ohne gleich schief angeschaut zu werden.
Einmal nämlich als ich bei meinem Bruder arbeitete und es an der Zeit war, Berlin zu verlassen, saß ich mit meinem Bruder mit meinem großen Teddy im Arm aus Berlin fahrend im Auto. Ein junger Mann sah mich mit dem Teddy und lachte mich an und amüsierte sich über mich. Ich war immerhin schon 26 Jahre alt.
Ein anderes Mal fuhr mein Bruder vom Gauklerfest mit uns heim.
In Berlin ist es meistens so, dass es mehrere Fahrbahnstreifen in die gleiche Richtung gibt. Mein Bruder fuhr mit normaler Geschwindigkeit. Ein junger Mann, der mit seinen Sohn sitzend im Auto fuhr, gefiel ich. Er versuchte uns immer wieder ein zu holen, was ihm nur zeitweise gelang, da dauernd Hindernisse bei ihm dazwischen kamen. Obwohl mein Bruder seine Geschwindigkeit nicht erhöhte, hatte ich das Gefühl als fände mitten in der Stadt ein Autorennen statt, weil der Mann sich dauernd ran halten, um uns nicht zu verlieren.
Ich sage ja Berlin ist einfach verrückt und wenn man dann noch im Cafe sitzt und schimpft und sich über alles ärgert, sind die Leute nicht empört sondern lachen über einen und flirten trotzdem, obwohl ich es in diesem Moment einfach ernst meine und wütend bin. Aber nur weil diese Leute mit einem Lachen reagierten, stimmten sie mich mild und ich konnte nicht mehr wütend sein und musste mitlachen.
Wie gesagt der Flirtfaktor spielt eine große Rolle. Zu Hause bei mir werde ich kaum wahrgenommen, aber in Berlin ist das anders. Da registrieren mich die Leute und nehmen mich wahr – auch wenn ich geschimpft habe. In Aschaffenburg bin ich für die meisten nur Luft und nichts weiter.
Das und viele andere Dinge zeigen, weswegen ich gern in Berlin bin.
Zurück in meinem Dorf sehne ich mich nach Berlin zurück – ein kleines Dorf kann manchmal ganz schön erdrückend sein, dann vermisse ich die großen Häuser und die Atmosphäre einer Großstadt – besonders Berlin in der Nacht, wenn alles hell erleuchtet.
Es ist sicherlich aber nur aus der Sicht einer rosaroten Brille, denn ich kenne nur einen Bruchteil von Berlin und es gibt noch viel zu sehen in Berlin. Setze ich die rosarote Brille ab, ist Berlin auch eine Stadt mit viel Smog und Autoabgasen und hätte man nicht die Postkarten vor Augen, ist die Stadt grau vom großen Betonhäusern verbaut und sieht triste aus, wären da nicht die Museen und anderes. Zu Hause eingekehrt, ist es dann doch schön wieder, in meinem Dorf zu sein. Wir sind auch ein Stadtteil von einer Kleinstadt, aber wir sind trotzdem ein Dorf.
Liebe kann für Berlin nicht aufflammen, da ich zu selten dort bin. Ich denke auch daran, sich nicht so bewegen zu können wie bei uns zu Hause und so bin ich nur verliebt und sehe Berlin mit der rosaroten Brille. Nachdem ich nämlich heimkehrte, zeigte die Waage mehr Kilos an. Dies ist dennoch kein Grund, sie nicht zu missen und zu besuchen.
Verheiraten würde ich mich nicht mit dieser Stadt, dafür ist sie zu groß und zu wenig idyllisch....

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.03.2023.
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