Katja Baumgärtner

Mama`s 90ter oder wie retten wir die Natur

Mamas` 90ter Geburtstag oder wie retten wir die Natur

Papa, ich möchte Mama an ihrem 90. Geburtstag eine großen Wiesenblumenstrauß pflücken. Ende Juli hat sie doch Geburtstag. Ich sehe nur seit Jahren immer weniger Blumen auf den Wiesen, dass er auch besonders wird.“

Ich merke das auch schon, Katja. In den Medien berichtet man von Bienen - und Insektensterben, wie du weißt. Es soll Insektenhotels für Bienen geben, was Kindern auch großen Spaß macht. Die Autos geben soviel Kohlendioxid ab, was schädlich für die Tiere und Pflanzen ist, die die giftigen Gase einatmen und daran zugrunde gehen. Die Landwirte überdüngen den Boden, was für die Insekten nicht gut ist, die sterben von der Überdüngung aus wie der Regenwurm, der die Erde lockert und Ungeziefer frisst. Auch mögen viele Blumen und Pflanzen den nährstoffarmen Boden lieber und gehen deswegen zugrunde. Plastik soll nicht in der Biotonne entsorgt werden, dass der Kompost nicht mit Plastikpartikel vermischt ist, was wiederum in unseren Organismus landet - ein gefährlicher Kreislauf damit.

Ja, Dad. Du bist ein richtiger Naturexperte. Ich habe auch darüber gelesen. Zum Glück gibt es das Internet! Aber nun zu Mama!...zögert und setzt fort „Mamas` Geburtstag ist in ein paar Monaten. Ich habe eine Idee für sie bereits. Ist mir gerade so gekommen! Wir haben schon März und Mama soll einen besonders schönen Geburtstag bekommen. Wir können hinten in dem Garten eine Blumenwiese sähen. Für Mama eben. Ich pflücke dann ein paar Blumen von unserer Wiese für Mama.

Ich habe Samen letztes Jahr von der Edeka geschenkt bekommen und vom unserem neugewählten Bürgermeister, wenn wir ihn wählen, Sonnenblumenkerne. Ich habe sie gut aufgehoben.!“

Ich helfe dir, Katja. Erstmal müssen wir den Boden für die Blumen zurecht machen. Dass die Blumen ihren Platz haben, um zu gedeihen. Es ist Frühjahr. Ich beginne damit morgen gleich, Katja! Gut dass du mich angesprochen hast. Der Boden muss durch gehackt werden und dann müssen die Samen gesät werden. Das Wetter zum Sähen ist hervorragend.
„Danke, Papa. Mama mag doch so gern Blumen, besonders wilde Blumen. Die wird sich vielleicht darüber freuen, Papa!“

Ja Katja, Mama wird einen unvergesslichen Tag haben. Mach alles weitere. Ich kümmere mich um den Garten!“ Die beiden hielten ihre Hand nach oben und schlugen ein.

 

Am nächsten Tag begann Oswald mit der Arbeit. Er war gut gelaunt. Seine Frau sollte mit ihm besonders schöne Jahre verbringen. Er pfiff während der Arbeit. Auch Katja war gut gelaunt, und organisierte ein Geburtstagskonzert mit Stücken von Chopin und Schumann und Mamas Lieblingslieder wie Die Gedanken sind frei. Sie spielte deswegen regelmäßig Klavier. Das Klavierspielen für den Geburtstag musste sitzen.

Sie entwarf ein Programm mit den Klavierstücken und die Plakate, die sie skizzierte wie sie sich die vorstellte. Die Farben werden dazu kommen, wenn das Plakat in groß angefertigt wurde. Das improvisierte dann Katja alles. Nur der Entwurf war erst einmal entscheidend. Abends wenn Katja Zeit hatte, schrieb sie für Mama ein Gedicht. Sie brauchte einen Extra-Einfall dazu und überlegte teils am Tag bis ihr eines Abends eine Super-Idee kam. Da sie schon öfter für ihre Mutter Gedichte erfand, war die Idee enorm.Sie setzte eine Rede auf, was sie über Mama zu berichten hatte. Ihr Papa war da nicht so pfiffig darin und überließ er Katja diese Dinge.

Als Oswald schon längst fertig war, war Katja noch kräftig dabei es ihrer Mama den Tag so schön wie möglich zu gestalten. Sie bestellte die Geburtstagstorte mit einer Schrift darauf „Alles Gute zum 90 Geburtstag Deine Kinder!“, der einen Tag vor Mamas Geburtstag kommen sollte.
Mama merkte, dass ihr Mann im Garten irgend etwas anders machte als sonst und fragte Oswald. Der sagte nur, warte ab und schmunzelte in sich hinein.

Mama wurde neugierig, aber sie bekam aus beiden nichts heraus, wenn sie spitzfindig danach frage.

Waltraud war da noch nie geschickt darin, und Katja und ihr Vater sahen sich an und lächelten sich unbemerkt an, als Mama nicht schaute. Waltraud ließ es auch dann sein, nach zu forschen.

Katja schrieb Einladungskarten, die sie im April verschickte. Auf der Karte war das Motiv die Wildkatze, die an das Theaterstück erinnern sollte, in dem Mama die Wildkatz spielte und sie damals mit 18 Jahren großen Applaus erntete.

Als Katja mit ihrer Mutter draußen auf der Terrasse saß, deutete Katja auf eine Hummel: „Die lassen sich streicheln, Mama. Schau mal!“ und Katja streichelte sanft über den Rücken der Hummel. „Mama, mach auch mal! Und die Mutter nahm allen Mut zusammen und strich ebenfalls sanft über den Hummels` Rücken und ihre Mutter und Katja lachten sich an. „Das hätte ich mich nie gewagt, Katja! Die machen ja gar nichts, Katja. „Hummel und Bienen sind nicht aggressiv, Mama! Übrigens Papa hat ein Insektenhotel gebaut. In einem alten Baustamm Löcher gemacht, indem sich die Bienen zum Beispiel nach ihrer Arbeit, Honig zu sammeln ausruhen können.

Auf welche Ideen ihr kommt!“ und lachte, weil sie es witzig fand „Keine Idee, nur im Internet alles gelesen, Mama.“

Waltraud war stolz auf Katja, denn das Klavierspielen hörte sich auch mittlerweile auftrittfertig an.

Katja unternahm das erste Mal etwas mit ihrem Papa, Mama war ihr mehr zugetan als ihr Vater normal. Das wird man merken, wenn ihr wüsstet, was die junge Frau alles ihrer Mutter zum Geburtstag machte und noch macht.

 

 

Der große Tag


Mama erkannte nun die große Blumenwiese hinter ihrem Haus. Sie freute sich innerlich und war heimlich begeistert. Das machte also ihr Mann Oswald im Garten.

Überraschung gelungen,Waltraud!“ und gab seiner Frau einen kurzen Kuss auf dem Mund.

Und ich dachte, ihr lasst dieses Jahr den Garten verwalosen“

Ihr Geburtstag näherte sich. Es blühten schon etliche Blumen im Garten. Diese Blumenpracht war ganz schön anzusehen. Es blühte kunterbunt, blau, rot, gelb lila, eben alle Farben. Katja machte heimlich ein Foto mit ihrem Smartphone und machte daraus eine Karte, auf der stand. „Für dich und die Bienen und alle Tiere die in der Wiese lebten. Deine Katja“

Katja fuhr am Samstag vor Mamas´ 90. mit dem Fahrrad in das Dorf, normalerweise fuhr sie meistens mit dem Auto. „Nein, Papa, ich fahre mit dem Fahrrad jetzt immer oder laufe, der Umwelt zu liebe. Den Tieren tun die Autoabgase nicht gut. Ich will ein besserer Mensch von nun ab werden! Ich hole schnell die Sahne!“

Papa nickte stolz. Er säte mittlerweile Kräuter und Blumen in den Rasen, der dem Unkraut sonst trotzte. Die Familie war auf dem Ökotrip und man aß nicht mehr so viel Fleisch. Mama war mit einverstanden, denn Obst und Gemüse waren gesunder wie Fleisch. Die Tiere produzierten zu viel Kohlendioxid!“ erklärte Katja ihrer Mama.

Einmal befand sich eine ganz dicke Hummel in der Küche am Fenster hinter dem Vorhang.

Mama Waltraud wollte sie mit einem Gegenstand zerdrücken. „Lass, Mama, ich öffne das Fenster, dass sie wieder zu ihrem Nachhause fliegen kann.“ Mama nickte zustimmend. Sie bestäuben die Pflanzen und Blumen, und wir haben dafür Obst und Gemüse, stimmt´s Kleines.“ Katja nickte ebenfalls.

Der Geburtstag stand nun an. Da Corona war, wurde Waltrauds Geburtstag nur im kleinen Kreis gefeiert. Es kamen Mamas 5 weitere Kinder mit den Schwägerinnen und Enkel, die sich alle versöhnt haben, bevor Waltrauds 90ter war. Nicht ihrer Mutter wegen, sondern weil sie sich aussprachen. Waltrauds´ Schwester und dessen Mann verstarben schon vor Jahren.

Corona ging an diesem Tag ganz unter, und man hatte unbeschwerte Stunden trotz Corona.

Die Torten waren fertig, auch andere Kuchen wurden gebacken - für jedermann war eben etwas dabei. Es gab aller Sorten von Kuchen wie Obstboden, Sacher Torte, Frankfurter Kranz. Abends gab es Salate und Häppchen und andere Snacks. Mittags ging die Familie Essen. Roman, Waltrauds Sohn aus Amerika freute sich besonders über das Essen in der Gaststube. Es war ganz besonders, deutsches Schnitzel zu essen. Auch er wurde umweltbewusster und aß das Schnitzel ausnahmsweise mal. Katja steckte jeden mit ihrem Umweltbewusstsein an.

Die junge Frau machte obwohl die Blumen besser auf der Blumenwiese aufgehoben waren, einen Blumenstrauß, den sie noch nie so schön gebunden hatte. Sie sammelte die Blumen und steckte jede Blume mit Gerste als Zierde zusammen. Es wurde ein Foto später am Geburtstag mit dem Blumenstrauß alleine gemacht. Eines mit Mama und Katja und den zwei samt den Blumenstrauß zusammen. Auch ein Familienfoto entstand. Alle stellten sich vor der Blumenwiese. So schöne Familienfotos hatte sie noch nicht von sich gehabt. Die Nachbarin Frau Wilz knipste die gesamte Familie. Rogers neuer Fotoapparat wurde benutzt. Als sie sah, dass sich die Familie zum Familienbild aufstellte, griff sie hilfsbereit ein. Ob das Familienfoto ins Wohnzimmer vergrößert gehängt wird, blieb offen. Erst mal sehen, ob es etwas geworden ist. Seit langen gab es dann wieder ein Familienfoto der gesamten Familie, unvergesslich also.

Als ihre Mutter den wilden Blumenstrauß sah, gab sie ihrer Tochter einen dicken Kuss. Er stand auf dem Tisch mit all den anderen Geschenken. Auch sang Katja ein selbsterfundenes Lied, mit einer Wunderkerze in der Hand, die kleine Feuerfunken spritzten.

Jeder bewunderte die Blumenwiese und Katja las sich Wissen über das Aussterben der Pflanzen und Insekten an. Es sind so viele Tiere und Pflanzen schon eingegangen, weswegen Papa Oswald und seine Tochter Katja, die Blumenwiese hinter ihrem Haus beibehalten wollten. Es erfreute sich nicht nur jeder daran, es war auch ein Anfang der Natur zu helfen, sie aufzurichten und nicht weiterhin zu zerstören. Wenn jeder die Natur so unterstützen würde, beendete Katja die Diskussion mit ihren Nachbarn, die Mama in den nächsten Tagen nachträglich gratulierten, wäre die Natur halb gesund. Auch die Pfarrgemeinschaft dachte an Mamas 90. Der Bürgermeister gratulierte persönlich, obwohl es so viele 90 Jährigen gab. Er lobte Katjas und ihren Vaters Blumenwiese und dessen Nutzen, die Bienen, Hummeln und Co vor dem Tod bewahre. Ohne all diese Tiere können keine Nutzpflanzen bestäubt werden. Es gäbe kein Obst und Gemüse mehr, so der Bürgermeister, was Katja allen in der Familie tausend mal erklärte besonders ihrer Mama, die es schon in und auswendig wusste. Dieses Jahr 2020 hielt Katja besonders im Terminplaner fest. Sie hatte auch dieses Jahr ihren 50ten, der weniger wichtig für sie war, dennoch kaufte sie schon Eichhörnchendekos für den Kaffeetisch. Die Blumenwiese war dann verblüht und die Bilder erinnern an den besonders schönen Sommer mit der Blumenwiese. Ob nächstes Jahr der Rasen auch bunter werden würde, mit Blumen und Kräutern? Für Katja und die Familie war es zur Gewohnheit geworden, umweltbewusster zu werden. Würde jeder etwas dazu beitragen, wäre die Natur noch zu retten. Doch erst einmal seine inneren Schweinehund überwinden....

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 04.04.2023. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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