Elke Müller

Amerika....

Es war nicht ungefährlich was er sich vorgenommen hatte. Jetzt lag er in seinem Versteck zwischen den tiefhängenden Ästen einer Fichte und beobachtete die beiden Männer die ganz in der Nähe vorbei schlichen. Wo kamen die beiden überhaupt her? Was hatten diese Burschen in dieser Gegend zu suchen und vor allem was wollen sie hier? Er schob sich vorsichtig durch einige junge Ästen weiter, um möglichst kein Geräusch zu verursachen. Er war so dämlich gewesen, sich sicher zu fühlen. Chapa hatte ihn gefragt ob er Lust hatte mit zu kommen, um die verschiedenen Fallen in Augenschein zu nehmen, denn dies gehört auch zum Waidgeschäft und muss einmal am Tag, kurz nach Sonnenaufgang und in den Abendstunden kontrolliert werden. Und ob er Lust hatte. Unterwegs erklärte Chapa ausführlich, mit deutlichen unterstreichenden Gesten, die verschiedenen Arten von Tierfallen, die mit Hilfe von unterschiedlichen Lockmitteln die Tiere einfangen oder direkt töten. „ So haben Schlagfallen eine mechanisch arbeitende Vorrichtung, die bei Berührung des Tieres oder beim ziehen am Köder zum Auslösen gebracht wird, wobei bei einer Lebendfalle nur lediglich eingesperrt werden. Schlingfallen werden aber öfter genutzt zum fangen von Hasen und Wildvögel, da diese verlässlich auslösen.“ Redmon lächelte darüber. Beide Männer suchten, jeder für sich, die aufgeteilten Fangstellplätze ab. Redmon entfernte sich dabei mehr als er eigentlich wollte. Der Klang von rhythmischen Trommelschläge drang gedämpft heran. Redmon spitzte die Ohren. Irgendwie passte es nicht hierher. Hier stimmte etwas nicht. Neugierig, jede Deckung nutzend, pirschte er sich heran. Mit unheilverkündender Miene und mit Zorn und Wut in der Stimme, stand aufgerichtet, groß und stattlich, ein Mann, umringt von einem dutzend Kriegern, die seinen Worten lauschten. Eine eigenartige Stimmung lag in der Luft. Hier ging es um Ehre und Sieg. Erneut schlugen im rhythmischen Takt einige Trommeln, die Krieger wiegten sich hin und her, sangen Spottlieder gegen ihren Feind. Erneut wurde es still, um in voller Hingabe den weiteren Worten des Mannes lauschen zu können. Redmon hatte genug gehört, eilte ungesehen zurück. Chapa zog die Augenbrauen zusammen als Redmon berichtet. Man beriet sich kurz, dann machten sie ihre Waffen bereit. Während Chapa flink und kämpferisch sich sofort zum Dorf aufmachte, da jetzt schnell verhandelt werden musste. Schlich Redmon umher, um weiter zu beobachten. Nun richtet sich sein Blick wieder geradeaus. In der Ferne, mitten im Grünen, ragte ein Haus etwas heraus, ansonsten war nichts weiter zu sehen. Das Interesse, aber auch die Neugier war bei ihm erwacht. Er verschwand in Richtung des Hauses. Das Häuschen lag zwar weit abgelegen, für Unkundige nicht leicht zu finden. Trotzdem war Vorsicht geboten. Schnell schritt Redmon die kleine Treppe hinauf. Dort blieb er einen Moment stehen, sah sich um und lauschte. Er hörte Gemurmel, die Stimme eines Mannes - „ Oder ich überlasse dich meinen Männern“. Als er öffnete, steht er vor Dustu und Roger, der gerade zur Tür geht. Ein kurzer erschrockener Laut kommt über die Lippen von Roger, seine Augen sind weit Aufgerissen und er steht stocksteif. Roger zückte seinen Dolch und sprang mit einem knurrenden Laut auf Redmon zu. Dieser wich mühelos zur Seite. Fuhr herum, traf mit beiden Fäusten den Kopf und das Kinn von Roger. Er ging zu Boden. Redmon holte erneut aus. Doch Roger packte ihn erneut und wollte einen Dolchstoß auf seine Kehle durchführen. Beide fielen zurück auf den Boden. Beide waren Spezialisten, sie kannten manche Griffe und Tricks noch von der Zeit bei der Armee her. Sie hassten sich, doch jetzt zählte jede schnelle Bewegung und ein schneller Entschluss. „ Du Hundesohn und Bauerntölpel wirst jetzt für alles bezahlen! Jetzt rechnen wir miteinander ab!“ schrie er dabei. Redmon stieß Roger weg und trat ihm die Waffe aus der Hand. Dieser heulte wütend auf. „ Bilde dir nur nichts ein. Nichts kann dich mehr retten...“. Sein Blick war irre. Griff erneut nach seinen Dolch am Boden und griff erneut an. Ein Stiefeltritt traf Redmon in den Magen und er fiel zurück, krümmte sich und rang um Atem. Weitere Tritte folgten, welche hart und bösartig auf Brust und Seite platziert wurden. Weitere folgten. Zum Schutz hob er instinktiv die Arme über seinen Kopf. Redmon biss fest seine Zähne zusammen. Doch plötzlich hörten die Tritte auf. Redmon spürte eine Bewegung neben sich. Roger drehte sich leicht um, sah erstaunt auf Ashley und sank langsam auf den Boden. Sie stand mit einem vom Blut bespritzten erhobenen Schwert vor ihm. Langsam und schwer atmend senkte sie die Waffe, lies sie dann fallen. Blut breitete sich langsam auf den Boden aus. Sie schauderte plötzlich und zog sich ängstlich zurück. Dustu nutzte die Zeit, um schnell das Weite zu suchen. Redmon stand auf. Schüttelte ungläubig den Kopf. „ Das war eine mutige Tat, Ashley. Ich bin beeindruckt.“ Hockte sich neben dem schwer verletzten Roger. Betrachtete sein bleiches Gesicht, was arrogant und fremd wirkte. Holte dann Verbandszeug und versorgte seine Wunde. Roger presste wütend die Lippen zusammen. „ Verfluchte … Bauernbrut… Was willst du hier?“ „ Ich will,… das du einen Sicherheitsschwur ablegst. Bei deiner kostbaren Ehre. Und zwar, weder mir noch meinen Freunden je wieder Schaden zufügst. Waffen gegen mich und ihnen richtest, bestiehlst, Lügen erfindest oder Ränke gegen mich und ihnen schmiedest und so weiter. Ich will einfach in Ruhe gelassen werden, verstanden?“ Roger verdrehte die Augen. „ Ach ja, solltest du jemals deinen Schwur brechen, dann … „ „ Ich weiß, ich weiß, dann wird es schlimm für mich.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 19.05.2023. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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