Ojojo

Wie ich mir den Himmel vorstelle

Dieser bestimmte Moment. Irgendwann ist er da. Jener Augenblick zwischen gehen und ankommen. Es gibt kein halbtot. Aber für diese Sekunden würde ich den Begriff dulden. Auf dem Weg sein klingt für mich wesentlich schöner. Wie gesagt, irgendwann ist dieser Augenblick da.

Wer von uns hat sich nicht schon einmal überlegt, wie es sein wird, wenn wir „auf der anderen Seite“ ankommen – wenn wir da sind. Fantasie habe ich reichlich. Sie hat schon große Sprünge gemacht. Auch zu anderen Themen, die in mir lebendig sind.

Ich glaube ja nicht, dass mich eine Kutsche abholt, wenn ich vom Tod ins Leben gehe. Obwohl… der Gedanke gefällt mir. Es könnte sein, dass mich ein Engel abholt, um mich das letzte Stück des Weges zu begleiten. Gott gebraucht Engel für alle möglichen Tätigkeiten. Die häufigste ist wohl Bote sein. Heute würde Bescheidsager genauer treffen. Also einer von denen kommt und sagt: “Komm, Martina! Es ist soweit“. Und schon sehe ich mich vor der Himmelstüre wieder.

Ich weiß nicht einmal, ob ein Engel klopfen muss. Er kommt schließlich von da. Folgendes Szenario will sich in mir festsetzen: Sich bemerkbar machen durch Singen, klopfen oder was auch immer. Dann geht die Tür auf. Von allen Wesen, die dort sind, schallt ein lautes Halleluja, wie schön, dass du da bist. Dann fällt die Anspannung von mir und ich lächle in die Runde. Es ist überhaupt nicht mehr interessant, wer da ist und wer nicht. Irgendwann einmal in meinem Leben wollte ich Paulus eine Menge Fragen stellen, wenn ich ihn sehe. Weg! Brauch ich nicht mehr. Außerdem habe ich ihn inzwischen besser kennengelernt.

Bei den Möbeln im Himmel oder zum Thema Freizeitgestaltung fangen meine Gedanken an, zu verschwimmen. Aber die Gesichter. Ich sehe ihnen Freude und Glück an. Nicht eines ist dabei, welches sich vor Schmerzen verzerrt. Gibt es nicht im Himmel. Ich weiß auch nicht, wie das mit dem Essen im Himmel ist – ob wir es überhaupt brauchen. Aber wenn, dann würde ich gerne einen krossen Hähnchenschenkel mit viel grünem Salat nehmen. Und zum Nachtisch Zitronencreme. Mein Begleiter sagt „Komm, ich zeige dir den Rest vom Himmel“. Was kommt noch, frage ich mich. Wir verlassen die friedliche, glücklich aussehende Menge. Es wird mir kribbelig und irgendwie mulmig. Müsste nicht sein, aber ich war einfach viel zu lange Mensch.

Ehrfurcht liegt in der Luft. Irgendwo hier ist Gott. Eigentlich ist er überall, doch mein Verständnis ist viel zu begrenzt, um das in vollem Umfang zu begreifen. Da! Der Herr steht vor mir und heißt mich persönlich willkommen. Ich verneige mich. Jetzt bin ich angekommen.

So könnte es sein. Wir wissen es nicht genau. Diese Begegnung. Diese Ankunft. Vieles, das wir uns vorstellen können. Eine Möglichkeit. Doch das letzte Wort hat ER

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.10.2023. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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