Horst Fleitmann

Unsa Oppa und dat Anmachholz (Ruhrhochdeutsch)

Ich sach euch gezz ma wat aus meine Kindheit. Dat hättich früha kein gesacht. Wenn dat unsan Oppa gehört hätte, wär ich in Deubels Küche gekommen.

Mein Onkel Fiete (eingslich hießer ja Friedhelm) hat manchma vom Pütt ein Sack Stempel mitgebracht für um Anmachholz draus zu machen. Hatter schomma öfter gemacht damals inne 50er.

Wissta nich wat Stempel sind? Dat warn so Pfähle aus Holz für um für die Stollen wo se die Kohle abgebaut hamm, abzustützen dammit die nich zusammkrachten... die Stollen.

Irgenswann brauchten se die fürn Pütt nich mehr, wenn da im Stollen kein Kohle mehr war, und dann nahmen sich die Püttmänner ,(mein Onkel war so einen) die Stempel mit. 

Se schnitten se vorher in handliche Stücke und zu Hause in unsan Kella hackte Oppa se dann klein und stapelte die anne Wand vom Kella fein säuberlich auf. Dat war dann unsan Anmachholz quasi für umsonst.

Und wehe da kam ma wat wech. Dann wurde Oppa stinkich.

Inne 50er Jahre hatten wa alle noch Kohleöfen. Da war dat Anmachholz Gold Wert.

Wir hatten auch 3 Öfen inne Wohnung. Ein im Wohnzimmer, ein inne Küche und ein im Kindazimmer. Da ging ganz schön viel Anmachholz für drauf.

Wir mussten dat kaufen odda außen Kella vom Oppa klaun. Dat war schwierich abba nich unmöglich.

Wenn wa ganz vorsichtich warn und aus den großen Stapel gehacktes Holz hier und da immer ein wech nahmen, fiel dat dem Oppa nicht auf. Man musste nur aufpassen datter Stapel wegen die vielen Löcher nicht zusammenfiel. So wie beim Mikado... Dann hattesse valorn. Wenn Oppa kam und dat gesehn hat, musstesse dich vadrücken, sons gab's Sänge.

Na ja, Anfang vonne 60er Jahre krichten wa dann Heizung da hat Oppa dann angefangen Kartoffel einzukellern... Da waret dann ein bissken einfacha wat mitzunehm...


(C) Horst Fleitmann (2024)

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