1970 – BB KING – "The Thrill is Gone" (05:30)
Eigentlich bereits 1969 auf KINGs damaligem Album "Completely Well" erschienen, machte dieser Song erst ein Jahr später richtig Charts-Furore und rockte die Blues- und Funk-Diskotheken. Nachdem ich KINGs Musik erst gegen 2003 kennengelernt hatte, nachdem meine Eltern eine USA-Reise gemacht und mir eine Art Best-of-Compilation von ihm mitgebracht hatten (danke nochmals an dieser Stelle – ich genieße "The Signature Series" bis heute sehr, wenngleich seltener, da es so viele gute Musik zu hören gilt), war ich gleich "gefesselt", "gethrillt", wenn man meine Elektrisierung so nennen will. Dieses Stück ist unwiderstehlich, wie es in einem langsamen, getragenen und stilvollen Blues beginnt, mit bemüht auf verhalten getrimmten Blasinstrumenten, einer behutsam eingesetzten E-Gitarre, einem noch behutsamer eingesetzten E-Bass und dem Schlagzeug auf solcher Sparflamme, dass man es selbst auf Valium gut zu spielen vermochte – um dann ins nicht total ausgeflippte aber tanzbare Jazz-Funk-Gemisch zu gehen, während B.B. KING mit Moll-Stimme und in vollem Bewusstsein seiner wirkungsvollen Melancholie den schmachtvollen Text singend vorträgt.
Er hat es zu seinem Stück gemacht, wie es wohl einige Sänger, doch nicht viele, vermögen. Das Stück steht selbstverständlich im Buch "1001 Songs – Musik, die Sie hören sollten, bevor das Leben vorbei ist" (EDITION OLMS VERLAG, erste Auflage, 2011), völlig zu Recht, obwohl es bereits zu seiner Entstehungszeit alt und "durch viele Hände gegangen" war. Basierend auf einem bereits 1935 (!) entstandenen Broadway-Musikstück, dessen hiesiger Text 1951 entstand, stammend aus der Feder der beiden West-Coast-Blues-Musikern ROY HAWKINS und RICK DARNELL. Zu einem "Blues-Standard" geworden, wurde es von vielen Künstlern interpretiert, denn bei diesem Stück perfekten Blues ist eben "Die Luft ist raus" nicht zutreffend, ganz im Gegenteil! Bekannte Blues-Größen wie ELLA FITZGERALD, JIMMY ROWLES und ARETHA FRANKLIN versuchten sich daran ebenso wie Country-Sängerinnen (BARBARA MANDRELL) und Rockmusiker wie der Frontmann von GRATEFUL DEAD, JERRY GARCIA. Keiner bringt so intensiv die Magie dieses Stückes in jedes Hörer-Ohr. Insofern lebt BB KING wohl für immer.
(C) 2024, Knorke Knooshood
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 12.05.2024.
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