Burckhardt Fischer

donna in the summer

Als nun alles getan war: der Rasen gemäht, für die Mutter eingekauft, Schloss und Klingel repariert, der Müll fortgebracht, Staub gesaugt, mit der Mutter parliert, die Clique besucht, da blieb noch, Blumen zum Friedhof zu bringen. Danach ein Tee, zusammen mit der Mutter, zum Ausklang, und dann die lange Fahrt zu dem Ort, da ich arbeitete und lebte, und doch nicht zu Hause war, in den Abend hinein, die Nacht.

Ich fuhr das schönste Auto, dass ich je gehabt hatte: einen Ro 80, hellbeige, mit roten Samtsitzen, der surrte mit hohem Tempo, des rasanten Verbrauchs ungeachtet, und der Recorder würde dann rauf und runter nudeln because the night belongs to lovers. Fast hatte ich schon den Punkt erreicht, da abzubiegen, in die Straße zu unserem Haus, für eben jenes Tee-Ritual mit der Mutter, zum Ausklang, wenn ich die Mama eben dort abgeliefert, da passierte ich die Stelle, wo ich in Kürze die Auffahrt zur Autobahn nehmen würde, nach dem Tee, da stand dort in den spätsommerlichen Sonnenstrahlen eine junge Frau, alleine, als Anhalterin. War sie eine schwarze Schönheit, an diesem warmen Sommerabend aber in einem schneeweißen kurzen Pelz, dem Wetter zum Trotz, fast schien es: nur in diesem. Unglaublich lasziv wirkend und aufreizend, eine Demonstration von Freiheit und Abenteuer, schön!

Ich kannte sie, von ferne, als Darstellerin in einem Musical, und sogar ein ganz klein bisschen mehr, hatte sie mir doch kurz zugelächelt, als ich mich auf ein casting vorbereitete für eben jenes Musical, auf Zuraten meiner Freunde. Hatte dann aber doch noch jenen Ort verlassen, vor meinem Auftritt, wie zumeist, wie immer. War ich nun aber wie vom Donner gerührt, oder eben der Donna, in diesem Moment, sie an dieser Autobahn, fernab jeden Glamours, in unserer Provinz. Wollte mir aber nichts einfallen, die Mutter hinaus zu komplementieren, auf den Tee zu verzichten dieses eine Mal, oder besser noch: diese Außerirdische hinzu zu bitten, um danach dann zu fahren bis ans Ende dieser Welt, mit ihr, vielleicht.

Wird sie schon ihren Chauffeur gefunden haben. Der Platz an der Autobahn war leer, dann, als ich meine Fahrt antrat.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 03.06.2024. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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