Ingrid Grote

Schwarze Schwäne-Weiße Schwäne, Teil 15 - SELTSAM MIT MUSIK


Es schellt wieder. Wer könnte jetzt noch kommen? Ich öffne die Tür und erstarre. Das ist fast so schlimm, als wäre mir der leibhaftige Parker erschienen: Bruce steht nämlich da und lächelt mich an. Ich bin geschockt, denn er ist der Letzte, den ich hier erwartet hätte
Ich ziehe mich diskret auf die Terrasse zurück und grübele darüber nach, wer ihn wohl eingeladen hat. Es klärt sich schnell auf: Ralf, mein Freund und Musikbesorger hat mir das angetan. Er kennt Bruce vom Café Klonk her - und er mag ihn anscheinend. „Er ist jetzt im Wohnzimmer“, verrät er mir.
„Und da sollte er auch bleiben!“, sage ich - und kehre vorerst erleichtert in die Küche zurück. Diese Wohnung ist zwar teuer, dafür aber richtig schön groß, um sich aus dem Weg gehen zu können. Vielleicht sollte ich das Schlafzimmer auch noch verrammeln. Vielleicht kommt Robert ja auch noch, oder Parker ... Alle meine Fehltritte wären dann hier versammelt.

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Wie schön, dass Ralf, der mir das mit Bruce eingebrockt hat, mittlerweile avantgardistische Musik dazu spielt. Alles ist irrational und seltsam.
Hardy kennt den Freund von Susanne wohl aus Studienzeiten. Man steht lässig gelehnt ans Eichenbüffet und unterhält sich angeregt. Seltsam, dass die sich alle untereinander kennen. Susanne steht neben ihnen - quasi hilflos ans Eichenbüffet geschmiegt - und macht ganz große Augen. Diese Pose und diesen Gesichtsausdruck kenne ich doch ... Aber woher? Genau, damals, als wir im Hawaai zusammen tanzten, da sah sie genauso aus, denn das ist ihre Anmache. Aber wen will sie anmachen? Na wen wohl? Ich muss ein Lachen unterdrücken. Das Objekt ihrer Begierde kümmert sich absolut nicht um sie, aber ich wette, der Kerl registriert jeden Blick, den eine Frau ihm zuwirft, oder wie in diesem Fall nicht zuwirft ...
Die Viererbande am Küchentisch verhält sich immer noch lustig, aber da gehe ich nicht mehr hin. Die blöde Zicke, die kann mich doch mal!
Hardy läuft mit Susannes Freund oder Exfreund im Garten herum. Ich sehe das rein zufällig. Himmel, er ist ja auch nicht zu übersehen. Ich glaube, ich verabscheue ihn. Dennoch ist er faszinierend, dieser Teufel!
Betty und Rupert grillen immer noch und sie sehen zufrieden aus. Ich beneide sie.
Die üppige Freundin von Susanne kommt gut an bei den Leuten. Sogar Hardy unterhält sich mit ihr. Vielleicht sollte ich selber ein bisschen üppiger werden. Ich bin viel zu dünn.
Allmählich werde ich lockerer, wahrscheinlich durch den Rotwein.
Und seltsam: Hardy unterhält sich mit jedem hier, auch mit Ralf, wie ich mitbekomme. Nur mit mir nicht! Wieso geht er mir aus dem Weg. Und wieso habe ich das Gefühl, dass er irgendwas vor hat, denn er sieht aus wie ein Kater, der sich in Kürze ein Schüsselchen Sahne einverleiben wird? Fragt sich nur, wo die Sahne ist?
Gedankenvoll will ich ins Wohnzimmer gehen, um dort die Lage zu checken und um mich bei Ralf zu entspannen. Denn dieser Abend ist ein unentwirrbares Knäuel aus Eindrücken, die ich nicht sortieren, geschweige denn entwirren kann. Aber es wird noch schlimmer:
„Hallo Tony, mein Schatz!“ Eine dunkle Stimme schreckt mich auf. Oh nein, Bruce! In der Diele bin ich voll in ihn reingelaufen. Hoffentlich hat Hardy das nicht gesehen. Quatsch, warum sollte er das nicht sehen sollen? Der ist doch nur ein blöder arroganter Sack. Ich packe Bruce beim Ärmel und versuche, ihn unauffällig zurück ins Wohnzimmer zu lotsen. Aber seine massive Gestalt ist nicht so einfach wegzulotsen. Es ist wie der Versuch, einen zweizentnerschweren Sack Kartoffeln irgendwohin zu schleppen. Bin auf dem Lande geboren und hab es in den Genen, das mit den Gewichten.
„Was ist los mit dir?“, zische ich ihn leise an. „Und seit wann bin ich dein Schatz?“ Ich muss immer noch an diesen verkorksten Abend denken. Da hat er mich einfach allein gelassen in meinem Bett und sich auch nicht mehr gemeldet. Sehr seltsam alles und die Musik passt auch dazu ...
„Ich glaube, ich liebe dich, Tony!“, Bruce lallt ein wenig. Er hat vermutlich schon reichlich gesoffen und wenn er so weitermacht, wird er bald in einer Ecke liegen und schnarchen. Und dann hätte sich das Problem gelöst. Mein Gott, bin ich gemein! Aber tatsächlich weiß ich nicht mehr, warum ich jemals Gefühle für Bruce gehegt habe. Mittlerweile argwöhne ich, dass ich meinen Ex damit ärgern wollte, indem ich mit seinem besten Freund rummachte. Tja, so muss es gewesen sein. Aber dass Bruce ausgerechnet jetzt mit angeblicher Liebe ankommt, damit habe ich im Leben nicht gerechnet.
„Sprich noch ein bisschen lauter“, zische ich ihn an, „da hinten haben sie dich noch nicht gehört!“ Ich bin stinksauer auf Bruce, nein, in Wirklichkeit bin ich stinksauer auf mich selber. Wie konnte ich es so weit kommen lassen! Warum habe ich überhaupt mit ihm geschlafen? Aus dubiosen Gründen, nur um meine diversen Eitelkeiten zu befriedigen? Verdammt noch mal, das war doch totale Kacke!
Ich werfe unauffällig einen Blick hinter mich – und schaue Hardy voll in die Augen. Er grinst. Und ich fange an ihn zu hassen. Er ist immer da, wo ich ihn gerade nicht haben will. Wie peinlich! Ich verziehe mein Gesicht zu einem nichtssagenden Lächeln. Jedenfalls soll es so aussehen, aber es gerät wohl eher zu einer Grimasse.
„Du spinnst doch!“, sage ich zu Bruce, lasse ihn einfach stehen, gehe ins Wohnzimmer und setze mich neben Ralf auf den Boden.
„Bruce hat mir gerade noch gefehlt! Ich hatte was mit ihm, war aber ein Fiasko ...“
Wieso habe ich immer noch ein schlechtes Gewissen deswegen? Immerhin hat Bruce seinen Spaß mit mir gehabt. Vielleicht aber auch nicht.
„Wenn ich das gewusst hätte, Tonyschatz, dann hätte ich ihn nicht eingeladen. Du machst aber auch Sachen! Gut, ich werde ihn verabschieden.“ Ralf lacht.
Und plötzlich fällt mir wieder ein, was ich vor ein paar Wochen zu Hardy gesagt habe, nämlich: „Jeder der mit mir schläft, verliebt sich in mich!“ Ha! Jetzt konnte der Blödmann mit eigenen Augen hören, äääh ... Ohren hören - Himmel, bin schon reichlich betrunken - dass es stimmt. Na ja, ein bisschen stimmt. Oder auch nicht.
Nach einer Weile checke ich vorsichtig alle Zimmer in der Wohnung und stelle erleichtert fest, dass Bruce wirklich weg ist. Auch im Garten kann ich ihn nicht entdecken. Ich atme auf.
„Ist er wirklich weg?“, frage ich Ralf. Er nickt und sagt: „Ja, er ist weg, ich habe es ihm nahegelegt, hier zu verschwinden. Aber dafür schuldest du mir was!“
„Ja, ich weiß ...“
Ich denke nach. Ach Bruce ... Es hätte unter besseren Umständen was können werden mit uns, aber entweder warst DU noch nicht dazu bereit - und jetzt bin ICH es nicht mehr. Und ich muss nun vorwärts schauen. Vielleicht passiert ja was mit einem anderen Mann. Aber was kann schon groß passieren? Etwa mit diesem Hardy? Never ever!
Das Fest ist irgendwie gut. Ich muss mich nicht viel um die Gäste kümmern, und die Gäste kümmern sich nicht viel um mich. Der Exfreund oder Momentanfreund von Susanne dreht sich einen Joint. Susanne ist begeistert. Hardy gesellt sich zu den beiden und raucht locker mit.
Rupert und Betty gucken mich entsetzt an. Sie sind in einer Rauschgifthöhle gelandet. Ich zucke mit den Schultern. Wenn die wüssten, wer alles raucht. Vom Arbeiter bis zum Universitätsprofessor. Ich kann allerdings nicht richtig Geschmack daran finden, ich trinke lieber. Das tut zuerst gut und hinterher kriegt man einen grässlichen Kater. Ich gehe ins Wohnzimmer zu Ralf.
Als ich das nächste Mal in meine Küche komme, sehe ich Hardy sofort. Er steht lässig angelehnt an mein dunkelblau gestrichenes Büffet - und Mist: Die blöde Rothaarige, die eigentlich mit Clem hier ist, steht neben ihm und redet auf ihn ein. Sie hat sogar ihre Hand auf seinen Arm gelegt. Und sie sieht so wunderschön aus. Sie ist viel schöner, als ich es jemals war oder jemals sein werde.
Na super! Dann ist es wohl gelaufen, also Tschüss Hardy und viel Spaß mit der rothaarigen Schlampe, auf die alle Männer stehen! Tröstlich zu wissen, dass du auch nicht anders bist als die anderen!
Ach Mist, das weiß ich doch schon! Und es ist überhaupt nicht tröstlich. Ich fühle mich aus mir unbekannten Gründen leer und enttäuscht und trete den Rückzug ins Wohnzimmer an. Ralf ist zwar noch dort, aber ich setze mich nicht zu ihm, sondern auf das große Sofa. Ich bin stinksauer! Ich habe keine Lust mehr, fremde Leute in meiner Wohnung zu ertragen, die sollen alle abhauen mit ihren diversen Flittchen. Meine Wohnung ist schließlich kein Institut für Partnervermittlung! Haut alle ab! Ich setze diesen Entschluss postwendend in die Tat um und marschiere kurzentschlossen in die Küche, um alle zu verabschieden. Wenn nötig mit Gewalt. Aber wie durch ein Wunder sitzt die Viererbande wieder am Küchentisch, und die schöne Rothaarige sieht ziemlich sauer aus.
„Wo ist Hardy?“ Diese Worte verlassen meinen Mund, ohne dass ich es steuern kann. Oookay, der viele Rotwein ...
„Steck ihn dir doch an den Arsch!“
Ich glotze sie verständnislos an. Was will die von mir? Ich hab ihr doch gar nichts getan. Hardy ist doch der Übeltäter, der bringt alle Weiber in Aufruhr, nimmt sich dann zurück und lacht sich drüber kaputt. ER ist der große Dirigent, ER und kein anderer entscheidet über alles, was hier passieren wird.
Gerade überkommt mich eine Vision, so hamletmäßig, natürlich grausig verfälscht und dem edlen Drama nicht angemessen, aber ich kann nicht anders, nämlich:
Fick oder Nichtfick; das ist hier die Frage:
Obs edler im Gemächt, die Pfeil und Schleudern des
weiblichen Geschlechts erdulden oder
sich waffnend gegen diese See von Plagen
durch Widerstand bezwingen, ja, es wagen
und enden durch des Mannes Lenden.
Hilfe, ich bin auf einem seltsamen Trip, und vor allem diese Lenden machen mich irgendwie an. Okay, ich habe jede Menge Alkohol intus. Aber ob's edler im Gemächt wäre? Und dann noch das mit ‚durch Widerstand bezwingen?’ Das macht mich auch an, unglaublich an. Und ich wüsste es gerne, fürchte es aber. Vielleicht wäre es genauso enttäuschend wie bei allen anderen.
Und nein, über mich wird er sich nicht kaputtlachen! Es reicht! Ich entferne mich sachte aus der Küche und überlege mir, wie ich allen beibringen kann, dass jetzt Schluss ist. Schluss mit lustig, Schluss mit Hardy!
„Du siehst besser aus als damals“, sagt Hardy zu mir. Wo ist der denn auf einmal hergekommen? Und hach, wieso geruht er auf einmal, das Wort an mich zu richten. Welch Ehre! Wieder fallen mir die Lenden ein, die ... Nein, nein nein, nicht dran denken!
„Oh, ja wirklich?“ Sah ich damals echt so schlecht aus? Und schon ist er wieder weg.
Allmählich reicht es mir! Wieso lasse ich mich überhaupt auf ein Gespräch mit dem ein? Quatsch, es war gar kein Gespräch, nur ein hingeworfener Gesprächsbrocken, und ich habe mir diesen Brocken auch noch einverleibt. Was ist los mit dem Kerl? Irgendwas muss er doch vorhaben. Warum geht er mir aus dem Weg? Er sieht immer noch aus wie ein Kater, der sich in Kürze ein Schüsselchen Sahne einverleiben wird. Und wieso kann er sich nicht normal mit mir unterhalten, sonst quatscht doch mit jedem.
Ich sehe, wie Hardy sich an den Küchentisch mit der Vierergruppe begibt, er erzählt ein bisschen was, und beide Frauen – egal ob zickig rothaarig oder nicht ganz so hübsch – himmeln ihn an und hängen an seinen Lippen. Das ist echt zum Piepen, denn Hardy ignoriert die beiden so total, dass es fast schon beleidigend wirkt.
Ich habe die Nase voll, ziehe mich ins Wohnzimmer zurück, höre Ralfs Musik und kümmere mich nicht mehr um die Küche und was dort passieren könnte.

-*-*-*-*-*-*-

Es ist schon spät geworden und die Reihen lichten sich allmählich. Als erste verabschieden sich Rupert und Betty von mir. Susanne ist schon vorher verschwunden. War es mit ihrem Exfreund? Wer weiß das schon ...
Dann bricht die Vierergruppe vom Küchentisch auf, Clem allerdings geht nicht mit ihnen. Ich weiß nicht, wer als nächster geht, ich kriege das alles nicht mehr so richtig mit.
Und auf einmal sehe ich mich mit Clem, Hardy und Ralf alleine, und zwar im Wohnzimmer.
Ralf geht ein bisschen später. Vorher schaut er mich noch besorgt an, aber ich zwinkere ihm zu. Das soll heißen: Alles gut, ich komm schon klar!
Es ist wie vor sechs Wochen ... Oh! Ich setze mich ziemlich weit weg von Hardy hin. Es scheint mir sicherer zu sein.
Clem macht einen niedergeschlagenen Eindruck. Ist er sauer wegen irgendwas?
„Warum bist du nicht mitgegangen?“, kann ich mich nicht enthalten zu fragen.
„Sie wollte alleine weg“, Clems Stimme klingt verkniffen, und nach einer kleinen Pause sagt er irgendwie noch verkniffener: „Ist eben freie Liebe.“
Das hätte er nicht sagen sollen, denn Hardy fängt sofort schallend an zu lachen. Und ich weiß auch genau warum: Clem ist gerade von seiner Perle zurückgelassen worden und bezeichnet diese Niederlage als ‚freie Liebe‘. So was würde Hardy natürlich nie passieren.
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mitlache. Denn der Ausdruck ‚freie Liebe‘ ist genauso bescheuert wie der Ausdruck ‚Selbstverwirklichung‘. Ein Bekannter von mir hatte immer junge Freundinnen, die sich nach einer Weile verdrückten mit der Bemerkung: ‚Ich muss mich jetzt selbst verwirklichen.‘ Ja klar, die hatten die Nase voll von ihm und wollten es nicht so hart ausdrücken. Aber Männern kann man wohl alles erzählen. Frauen natürlich auch. Ich bin ja das beste Beispiel dafür mit meiner langen Parkervorgeschichte.
Mittlerweile bin ich mir sicher, dass Hardy als letzter hier sitzen wird und dann ... Ja, was dann? Ich bin besoffen genug dafür. Lassen wir uns überraschen. Mein Hirn wird die Sache streng überprüfen. Und mein Körper sowieso, sonst hätte ich in den letzten sieben Jahren mehr sexuelle Erfahrungen gehabt. Bin gespannt, aber so was von. Wenn ich doch nur nicht so besoffen wäre, denn dadurch ist bestimmt alles verfälscht, und sonstige Prinzipien sind außer Kraft gesetzt.
Bald darauf geht auch Clem, nicht ohne uns vorher einen misstrauischen Blick zugeworfen zu haben. Ich und Hardy sind uns den ganzen Abend über beflissentlich aus dem Weg gegangen, und Clem kann sich wohl nicht vorstellen, was zwischen uns abgeht. Und ehrlich gesagt: Ich auch nicht!
Hardy gähnt und fragt dann so nebenbei: „Hättest du was dagegen, wenn ich hier übernachte? Ich könnte meinen Schlafsack aus dem Auto holen.“
„Du kannst im Bett schlafen.“ Ich deute großzügig in Richtung Schlafzimmertür und wundere mich, warum ich das gesagt habe. Hirn hat dazu geschwiegen, obwohl es doch sonst immer seinen Senf dazugeben muss.
Ein befriedigtes Lächeln überzieht sein Gesicht. Ich lächele ihn auch an, aber eher hinterhältig, denn ich weiß genau, was er denkt, nämlich: ‚Ich wusste es, die blöde Kuh war von Anfang an scharf auf mich!’
Da hat er nicht ganz unrecht, aber er weiß nicht, was ich dabei denke. Ich habe spontan gesprochen, und ich habe keine Ahnung, was bei der Sache herauskommen wird. Aber ich bin gewarnt. Er ist gefährlich.
Hirn sagt immer noch nichts dazu, hat sich heute ja toll rausgehalten. Vermutlich vom Alkohol benebelt.
Aber Körper lässt sich hören mit begeisterter Stimme: ‚Ich bin mir absolut sicher, ich will es wissen! Du willst es wissen! So einen sollte man nicht von der Bettkante schubsen!’
Hirn sagt endlich: ‚So wild wird es nicht sein, hast ja nichts zu verlieren. Aber vorher solltest du hier aufräumen, vielleicht bist du danach klarer in der Birne ...’
Hirn gibt mir manchmal gute Ratschläge.
Ich räume ziemlich lange auf, spüle Geschirr und so weiter, das dauert mindestens eine halbe Stunde, denn ich habe die Hoffnung, dass er bis dahin schon eingeschlafen ist. Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll. Wenn er wirklich so gut im Bett ist, wie er es mir damals versprochen hat ... Nein, glaube ich nicht, denn er ist zu schön dafür, schöne Männer müssen sich nicht anstrengen. Aber dennoch bin ich neugierig.
Ich schaue nach den Katzen, die sitzen draußen auf der Bank, sie können durch die Glasbausteinöffnung herein, die steht fast immer offen. Ich hoffe, dass eventuelle Einbrecher da nicht durchpassen, es sei denn, sie wären ganz klein ... Zwerge oder so. Gibt es Zwerge? Vielleicht sollte ich noch den Boden wischen, den Kühlschrank abtauen oder den Backofen reinigen ...
Schluss damit! Oh Gott, ich muss jetzt wirklich ins Schlafzimmer gehen.
Über meinem Bett hängt dieses Plakat von ‚The Fall’, Punkgruppe mit irren Texten: ‚I hate Containers and their drivers ...’ Super Plakat, expressionistisch gestaltet. Zwei Obdachlose sitzen vor einem Slumviertel, um sie herum viele Flaschen und Müll. Bruce fand es geil . Und ich hoffe, Hardy auch. Und wenn nicht – auch egal!
Er schläft wahrscheinlich schon. Ich laufe leise durchs Schlafzimmer in mein Badezimmer en Suite, lasse mir ein bisschen kaltes Wasser übers Gesicht laufen. Ziehe das dünne indische Hemd an, das aussieht wie ein Minikleid, denn ich habe keine Lust, mich nackt neben ihn ins Bett zu legen. Außerdem friere ich immer leicht an den Schultern.
Gut, ich gehe leise wieder zurück und schlüpfe unter die Bettdecke. Leise, ganz leise ..

 




 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 04.06.2024. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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