Inge Hoppe-Grabinger

Der Polizist und ich

In der Gegend, in der ich wohne, sieht man nie Polizisten. Da ich Krimis nicht mag, weiß ich auch
nicht, wie sie aussehen. Sie kommen in meinem Leben einfach nicht vor. Als Kind, wenn ich  vor dem Miets-
Haus in der Graefestraße zusammen mit anderen spielte, stolzierte oft ein gutaussehender Polizist vorbei
und passte auf uns auf, es war mein eigener Onkel, auf den ich sehr stolz war. Aber das ist lange her.
Und da sahen die Polizisten auch noch völlig anders aus.

Gestern suchte ich in der U-Bahn eine Rolltreppe, eine sehr, sehr lange Rolltreppe, die zum Schloss führt,
wobei das Schloss nur ein Einkaufszentrum ist. 
Als ich mich der Rolltreppe nähere, sehe ich, dass sich vor mir ein Polizist positioniert, in voller Montur,
breitbeinig, die Arme im 2O-cm-Abstand zu den Hüften. Vor mir erscheint in großen  Lettern: POLIZEI.

Ich schaue auf die Schrift und plötzlich überkommt es mich: Ich sage, laut vernehmlich: "JETZT WEIß ICH,
WIE EIN POLIZIST VON HINTEN AUSSIEHT!"
Ich habe erwartet, dass er sich sofort umdreht und mich "erfasst". Das hätte er doch tun müssen, oder?
Nein, er drehte sich nicht um!  Er drehte sich auch nicht um, als die Rolltroppe ihn wieder frei gab!
Ich lief ihm noch 1OO Schritte hinterher, NEIN, er drehte sich nicht um,..... bis ich ihn aus den Augen verlor.
Wie kann das sein? War er zu stolz, zu dumm, zu unerfahren oder war er noch nicht im Dienst oder hat es ihm gereicht,
meine Stimme zu hören? 
 14. Juni 2o24 - ihg -






 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.06.2024. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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Andreas ist seit seiner frühesten Kindheit mit einer schweren unheilbaren Krankheit konfrontiert und musste den größten Teil seines Lebens in Betreuungseinrichtungen verbringen..Das Aufschreiben seiner Geschichte ist für Andreas ein Weg etwas Sichtbares zu hinterlassen. Für alle, die im Sozialbereich tätig sind, ist es eine authentische und aufschlussreiche Beschreibung aus der Sicht eines Betroffenen.

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