Günter Weschke

Symphonien des Tages



Die aufgehende Morgensonne hat den Horizont bereits verlassen und strebt jetzt höheren Zielen entgegen.
Fünf Uhr und der Park gehört mir ganz allein.
Kaum dass ich mich auf eine Bank setze, lugt auch schon ein vorwitziges Eichhörnchen hinter einen der Bäume hervor.
Flink kommt es näher und hat auch schon die Tüte mit Erdnüssen entdeckt.
Mutig halte ich eine der Nüsse in der Hand und strecke sie vorsichtig dem Tier entgegen.
Aber noch mutiger ist der kleine Kerl, ehe ich mich versehe, klettert er an meinem Bein empor, auf meinen Arm und erreicht so die Nuss.
Von so viel Tatendrang überrascht, halte ich ihm die Tüte hin, also nur zum Reinschauen. Ratz -Fatz greift das Tier zu und entkommt mit einen Teil der Nüsse.
Der Tag fängt ja gut an.
Das vielstimmige Vogelkonzert dazu, vernehme ich mit Vergnügen.

Je höher die Sonne steigt umso mehr erscheinen Bienen, auf der Suche nach Nektar umschwirren sie jeden Busch.
Diese fleißigen Tierchen arbeiten den ganzen Tag, um uns zum Frühstück einen leckeren Honig zu schenken.

Der Park, in dem ich mich jetzt aufhalte, ist sehr groß und gepflegt.
Hier stehen alte Bäume, unter deren Blätterdach man sich vor einen Regenschauer flüchten kann.
Ab und zu hört man…-nein, keinen Kuckuck-, aber einen sehr fließen Specht arbeiten.
Dann höre ich das -Guru, Guru- einer Taube.
Elegant kommt sie angeflogen, kurz vor mir landet sie und beginnt sofort mit der Futtersuche.

Dann sehe ich einen Turmfalken, er kreist mit ausgebreiteten Flügeln, augenscheinlich sucht er sein Frühstück.
Auch die Taube hat ihn bemerkt.
Aufgeregt scheint sie zu Überlegen, laufe ich weg oder fliege ich fort.
Sie hat sich für das Fliegen entschieden, das war ein Fehler.
Mit der Beute in seinen Fängen strebt der Falke seinem Nest zu.

Kleine Wölkchen ziehen durch den Himmel, es wird wärmer, die Sonnenstrahlen brennen auf der Haut.
Also strebe ich Heim, freue mich auf ein kleines Frühstück, mit dampfendem Kaffee.

Katerchen schnüffelt an mir herum, hat der Geruch des Eichhörnchens seine Neugier geweckt?

Nach dem Frühstück nehme ich meine Angelrute und fahre mit dem Rad zum nahem See.
Ein Holzsteg führt ein paar Meter hinaus.
Ich setze mich auf den mitgebrachten Klappstuhl, hänge einen verführerischen Wurm an den Haken und ab damit ins Wasser.
Dann beobachte ich, wie die rote Pose mit den Wellen tanzt.
Schwupp ist sie weg, aber auch der Fisch, der am Wurm geknabbert hat.

Angler sind ja bekannt für ihr Ausdauer, die sie schweigend ausüben.
Ja, Angeln ist ein stiller Sport.
Leise fluchend suche ich im Köder Sortiment nach einen passenden Hecht Köder.
He, da ist er ja.
Ein leckeres Gummi Tier, weich und silbern schimmernd.
Also noch einmal, ran damit an den Haken und schwupp, weit bis zu Schilfgürtel geworfen.
Hechte Jagen selten im offenem Wasser, sie lauern gern im Versteck.

Ab und zu bewege ich die Rute, es soll ja für den Hecht aussehen, als bewege sich der Köder.

Dann erfolgt der Biss.
Ein kurzer Ruck von mir und er hängt am Haken.
Kampflos will er sich nicht ergeben und so versuche ich, ihn mit Senken und Heben der Rute, dabei gleichzeitig an der Schnurrolle zu drehen, damit sich die Angelschnur wieder auf die Spule legen kann, ihn immer näher zu mir zu holen.
Als er dicht am Steg liegt, nehme ich den bereitgelegten Kescher und hole ihn damit aus dem Wasser.

Ergeben sieht er mich an, kalte, gefühlslose, starr blickende Augen.

Er bringt 2 Kg auf die Waage.

Zum Essen gibt es heute, gebackenen Hecht im Teigmantel, an einer grünen Pfeffer Soße mit Semmelknödel.
Dazu ein kühler Weißwein.

Ja Katerchen, was schaust du so?
Geh an deinen Napf, die liegt noch eine tote Maus drin.

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