Günter Weschke

Schon nach einer Woche...



In einer Hotel Bar sitzt ein Mann am Tresen und schaut missmutig in sein Glas.
Während ein Piano Player eine schmachtende Melodie spielt, steht eine üppige Blondine von ihrem Platz auf und geht zielstrebig zur Bar.
Sie schaut den Mann an und fragt: “Hast du mal Feuer?”
Dabei hält sie eine Zigarette in der Hand.
Etwas verwirrt sucht der Mann in seinen Taschen und findet ein Briefchen Streichhölzer.
“Hier, bitte!”
Die Frau hält mit einer Hand die Hand des Mannes fest, die leicht zittert, dann nimmt sie einen tiefen Zug und lässt den blauen Rauch aus ihrem Mund, zur Decke aufsteigen.
Sie lächelt ihn an und sagt: “Marion!”
Er blickt krampfhaft und sagt: “Erwin!”
Marion drückt die Zigarette aus, nimmt Erwins Hand und zieht ihn zur Tanzfläche.
“Na komm, mach dich locker!”
Erwin war ein guter Tänzer und Marion drückte ihren Körper etwa fester an seinen.
Ihr Kopf lag an seiner Schulter und der Duft ihres Parfums war angenehm.
Nach drei Tänzen sitzen sie wieder an der Bar.
“Sag mal, bedrückt dich was?”
“Äh, nein, wieso?”
“Du bist so ruhig, wenn du Kummer hast, kannst du ruhig mit mir darüber Reden!”
Er schaut sie an, sein Blick wandert zu ihrem Busen, dessen sanfte Hügel sich nicht nur Abzeichnen, sondern auch einen tiefen Einblick gewähren.
“Bist du verheirate?”
Erwin nickt mit den Kopf, “Seit einer Woche!”
“Und dann sitzt du hier allein in einer Bar?”
“Meine Frau ist Nachtschwester im Krankenhaus!”
“Na und?”
“Ich habe zufällig in ihr Handy schauen können, sie schreibt sich mit einen E. intime Nachrichten!”
“Was, und das schon nach einer Woche!”
“Nein, das scheint schon länger zu gehen!”
Wie unabsichtlich legte Marion ihre Hand auf Erwins Schenkel.
“Das ist ja schrecklich!”
“Erwin, ich habe hier im Hotel ein Zimmer, würdest du mich bitte dorthin Begleiten?”
“Aber ja, gern!”
Marion zieht die Zimmerkarte durch und öffnet die Tür, “Na komm schon, vergiss deinen Kummer!”

Nach einer turbulenten Nacht kommt Erwin am frühen Morgen in seine Wohnung an.
Seine Frau Beate schläft noch, ihr Handy liegt auf dem Tisch.
Er öffnet es, dann liest er wieder ihre Nachrichten.

Er liest Nachrichten die vor vier Wochen geschrieben wurden.

“Nun kenne ich E. schon fast ein Jahr, er ist ein zärtlicher, romantischer Liebhaber!”

“Heute hat E. mir einen Heiratsantrag gemacht, ich bin wahnsinnig verliebt!”

“Morgen ist unsere Hochzeit, E. hat mir ein selbstgedichtetes Gedicht geschrieben!”

Oh mein Gott, ich Trottel, ich Idiot, ich Blödmann und ich bin vor lauter Eifersucht bereits nach einer Woche fremd gegangen!”























 

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