Francois Loeb

DER BONSAIMATCHOCHIST

Was geschieht wenn das runde Leder eine Sprungfeder wählt und dann wie eine Feder tanzt? Zu ertanzen in meiner neuesten Wochengeschichte und dem Dreisatzroman:

DER BONSAI-MATCHOCHIST

Was liebe ich es, im Morgengrauen auf meinen üblichen Spaziergang zu gehen. Spaziergang ist untertrieben, denn es ist eher ein rascher, intensiver Gang. Nicht, dass ich falsch verstanden werde. Nicht in einem Gang eile ich daher der Morgensonne entgegen. Viel mehr spurte ich mit meinen neuen Laufschuhen die Kieswege entlang, ganz ohne ‚Kies‘ dabei zu ernten. Viel mehr Fussballenblasen, ganz ohne Fussball, obwohl ich diesen heiss liebe. Keinen Match meiner Lieblingsmannschaft auslasse. Stets in der Fankurve nicht nur mitfiebere, nein, eher meine Aggressionen durch lautes Schreien eliminiere. Mich am Ende des Spiels, ob Sieg oder Niederlage, geläutert fühle. Neu in den Alltag starten, erneut meine Morgenwanderungen im Morgengrauen, ganz ohne Grauen starten kann.

Doch so ganz ohne leises Gruseln geht es dann doch nicht. Wäre ja beinahe das Paradies, was es auf Erden nicht gibt. Ich bin nicht der Einzige mit meinem Morgenlauf. Da gibt es zahlreiche Hundebesitzer, die ihren Liebling oder die Lieblingin (ist das politisch richtig ausgedrückt, packt mich sogleich das kalte Grausen) spazieren führen. Sich bestimmt nicht solche Polit-Sorgen durch den Schädel gehen lassen wie ich. Jedenfalls erkenne ich Morgen für Morgen dieselben Gestalten, die entweder ihre Hunde hetzen oder von ihnen gehetzt werden. Schon wieder unkorrekt. Die Hündinnen einfach ausgelassen. Ohne Absicht versichere ich hoch und nicht scheinhalbig, um das Wort heilig nicht blasphemisch zu verwenden. Morgennickereien, keinesfalls Neckereien, werden ausgetauscht. Stumm und schwerenötig. Abgetaucht sind alle in ihren Gedanken. Nicht in ihre Gedankenspiele, dazu fehlt der bereits verbrauchte Sauerstoff.

Bis eines schönen Graupeltages ein Hundinnenführer (jetzt ist es gelungen) mich anstupst, ganz anders als auf Facebook. Nämlich mit klaren Worten, die kaum das Graue der Halbnacht hinter sich bringen.

„Weshalb und warum bist du bei jedem Wetter ganz ohne Hund so gehetzt unterwegs? Willst du dich quälen? Ich habe jedenfalls einen Grund. Ich muss das Tier (weshalb nicht die Tierin?) ausführen. Ohne das geht es nicht.“

Nach 27 langen anstrengenden Tagen der Hirnquälerei werde ich ihm die Antwort, auf die er so lange warten musste, demnächst klar und deutlich, mehr stumm als ausgesprochen, übermitteln. Diese verliess mein denkendes Haupt vor 13 Sekunden mit Geburtswehen:

“Ich führe meinen inneren Schweinehund spazieren, der seinen Weg immer erneut nach aussen sucht und stets findet! Leider nicht nur in der tobenden Fussball-Arena oder beim Public Viewing, nein, auch im stinknormalen Alltag, weshalb dadurch meine Mitmenschen (insbesondere auch die sachlichen) zu leiden haben…“

Und als Bonus ein weiterer DREISATZROMAN aus meiner Feder:

A L L T Ä G L I C H E S

Tagein Tagaus
Ob daheim oder
Gar daraus.

Gleich vergilben all
Die Tage als seien
Diese einzig
Sagen.

Doch wer will es
Tatsächlich wagen
Diesen Tagen zu entsagen
Ihnen schlicht Valet zu sagen.

Herzlichst
François Loeb

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