Artur Hüttemann

Der Einspruch

Es geschah in der Nacht an einem Donnerstag in diesem Jahr, als ich partout nicht einschlafen konnte.

 

Ich hatte mir zuvor noch am Fernseher in unserem Schlafzimmer eine nicht uninteressante Musiksendung angeschaut, die sich bis 24:30 Uhr hinzog.

 

Am wolkenlosen Nachthimmel war zu diesem Zeitpunkt ein riesengroßer Vollmond aufgezogen, der wohl erstrecht an meiner Schlaflosigkeit schuld war.

 

Nachdem ich mich bis Mitterbacht im Bett hin und her gewälzt hatte, fand ich endlich den ersehnten Schlaft, und das war gut so, denn ich hatte zu allem Übel noch ein ganz anderes Problem an dem folgenden Freitag.

 

Als ehemaliger Geschäftsführer der COMPUGARD Unternehmensberatung GmbH und freischaffender Künstler,

war ich von dem Justitiar namens Dr. Hermann Bockelmann, als neutraler Teilnehmer an einer politischen Fachsitzung und Erörterung einer für

Landrat namens Waldemar Schnur, politisch sehr wichtigen Entscheidung um 14:00 Uhr eingeladen.

 

Landrat Schnur von den Grünen, so gab der Justitiar zu verstehen, hatte bei einer Stichwahl zum Bürgermeister der Kreisstadt Erbach

Im mittleren Odenwald mit insgesamt 41 Stimmen gewonnen, aber mit diesem Wahlergebnis war er in der Stadtverwaltung Erbachs nicht regierungsfähig.

 

Er hatte sich aus diesem Grund entschlossen, eine Regierungsgemeinschaft mit der äußerst rechts orientierten MfD zu bilden.

 

Als ich solches von Herrn Dr. Bockelmann erfuhr, sträubten sich an mir sämtliche Barthaare, und ich schwieg beklommen.

 

Beim Verlassen des Anwaltsbüro bat mich Herr Dr. Bockelmann, bei der an diesem Freitag um 16:00 Uhr angesetzten Arbeitssitzung im Landratsamt der Stadt Erbach, unbedingt meine Meinung zu diesem Thema beizutragen.

 

Diesen Termin durfte ich auf keinen Fall verpassen, aber ich fühlte mich an diesem Freitagmorgen einfach total schlapp und unausgeschlafen.

 

Mich noch einmal zu Bett zu begeben, um etwas Schlaf nachzuholen, kam mir nicht in den Sinn, und so rappelte ich mich damals auf, zog meinen Sonntagsdress an, und begab mich so gegen 11:00 Uhr in die Zeller Gaststätte „Zur Krone“, denn ich hatte an diesem Morgen die Frühstückszeit verschlafen, und hatte nun reichlich Hunger.

 

Ich empfand es an diesem Vormittag fast wie ein Segen, dass innerhalb der Gaststätte noch das Frühstücksbuffet aufgebaut war, denn somit konnte ich meinen Heißhunger stillen und brauchte nicht, wie sonst üblich, stundenlang auf die Essenüberreichung warten.

 

Die überaus freundliche Bedienung namens Beate Müller, wärmte mir die dargebotenen Rühreieier noch ein wenig auf, sodass ich mit meinem Frühstück, quasi das Mittagsmahl, verspeist hatte, war es schließlich 11:30 Uhr geworden, sodass ich noch ausreichend Zeit fand, mich gemütlich in die Anwaltskanzlei des Herrn Dr. Bockelmann zu begeben.

 

Wie ich schon relativ bald bemerkte, stand ein politisches Problem der Ultrarechten auf dem Tablett, eine Parteigruppe, an der mir beim besten Willen nichts gelegen war, und so fiel mein Wortbeitrag, als ich um eine Stellungnahme befragt wurde, sehr negativ auf.

 

Ich erhob Einspruch gegen das Vorhaben des Landrats.

© 01.07.2024

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