Günter Weschke

Auf der Kugel steht dein Name



Einst waren wir Freunde, wir hielten zusammen,
kein Berg war zu hoch, kein Wasser zu tief.
Nichts konnte uns Trennen, es hielt uns nichts auf,
am Ende verließ eine Kugel den Lauf.

Luke Mandrall war wieder frei, sechs Jahre saß er im -New Yorker Sicherheitstrakt von Prison death-, einem der gefürchtetsten Gefängnisse der Staaten., für NICHTS.

Er und sein bester Freund Jason Smith hatten die Idee, in der Frühe, die Viktoria Bank in der Claim Street zu überfallen.
Es ging auch alles gut, Jason schnappte sich den Geldsack mit 200.000 Dollar, während Luke die Angestellten mit  einer Waffe in Schach hielt.

Danach rannten sie zum bereitstehenden Wagen und schleusten sich in den Verkehr ein.

Drei Blocks weiter, kamen ihnen, mit Sirenengeheul, die Wagen der Polizei entgegen.

Luke und Jason grinsten sich an.

Es war einfacher als gedacht, kein Schuss, keine Gegenwehr, alles hatte sehr gut geklappt.

Nach zwanzig Meilen hielt Jason an einer Tanke,  Luke sprang aus dem Wagen und bediente die Zapfsäule, danach ging er in den Shop um zu bezahlen.
Als er wieder zurück kam, war Jason mit dem Wagen verschwunden, natürlich auch mit dem Geld.

Laut fluchend stand Luke vor dem Shop.

Das konnte doch nicht Wahr sein, sein bester Freund lässt ihn im Stich?

Er kratzte seine letzen Dollar zusammen und lässt sich im Taxi nach New York fahren, hier, in der Watt Street bewohnt er mit Molly, seiner Freundin, ein kleines Appartement.
Sie kennen sich seit sechs Monaten, auch Jason war an Molly interessiert gewesen, aber sie hatte sich für ihn, Luke, entschieden.

Er betrat die Wohnung, Molly war als Kassiererin bei -Metro- in Vollzeit tätig, sie konnte erst am Abend zuhause sein.

Luke legte sich aufs Bett, er versuchte seine Gedanken zu Ordnen.

Es läutet an der Tür, Luke öffnet.

Zwei Beamte drängen in die Wohnung, einer legt ihm Handschellen an.
Ohne ihn weiter zu befragen, fahren sie mit Luke in die Claim Street, in der Bank wird er von den Mitarbeitern erkannt.

Bei der Anhörung vor einem Richter, kann Luke nicht sagen wo das Geld ist.
Er erzählt den Ablauf an der Tanke.
Seine Frage, wie sie auf ihn gekommen sind, beantwortet einer der Beamten so: “Auf einen Freund sollte man sich schon verlassen können!”

Sein Geständnis und seine Reue, bringen ihn für sechs Jahre hinter Gitter.

Er schrieb viele Briefe an Molly, aber es kam keine Antwort.

Sechs Jahre im Knast, bedeuten sechs Jahre Rachepläne schmieden.

An einen nebligen Herbsttag, öffnen sich die Türen für Luke, er ist wieder frei, tief saugt er die kühle Morgenluft in seine hungrigen Lungen.

In einer Bar nimmt er ein gutes Frühstück zu sich, er war früher oft hier Gast und die dicke Wirtin hat ihn sofort erkannt.

“He Luke, das ist aber lange her, aber endlich sehen wir uns wieder!”

“Trudy sag mal, hast du was von Molly gehört?”

“Na ja, ich weis nur, dass Jason einmal bei ihr war?”

“Na und, was dann?”

“Man munkelt, sie ist mit ihm abgehauen!”

“Und wohin?”

“Na du kennst doch sein Fabel für Mauritius!”

“Ja, dort wollte er einmal sein Leben beenden, alt Sterben!”

Im Knast hatte Luke von einen Mithäftling eine Adresse bekommen, wenn er einmal Arbeit suchen sollte, könnte er dort anfragen.

Luke läutete an einer noblen Haustür, hier in der Gegend gab es nur elegante Villen.
Die Tür wurde von einem richtigen “Bullen” geöffnet, zwei Meter groß und Muskeln wie Schiffstaue.

“Ich soll einen Gruß von Jonny bestellen, einem Knastbruder von mir!”

Der “Bulle” ließ Luke eintreten.

“Warte hier!”

Nach kurzer Zeit kam er zurück und Luke folgte ihn in den “Saloon”, des Hauses.

Hier saß “Don Alfredo” der -Pate von New York-, so nannte er sich, in einen der wuchtigen Sessel, die im Raum herum standen.

“Was willst du?”

“Ich brauche einen Job, egal was!”

Mit ausdruckslosem Gesicht sah der -Don- ihn an.

“Hast du eine Waffe?”

“Nein!”

“Also Pass auf, ich gebe dir einen kleinen Job.
In der Fulton Street steht das Spielcasino -Full House-, der Inhaber ist der bekannte -Drei Finger Jo-, den legst du um. danach sehen wir weiter.
Eine Waffe musst du dir selbst besorgen.
Lass dir einen Vorschuss von 500 Dollar geben!”

Als der Bulle Luke zur Tür begleitet, steckt er ihm einen Umschlag zu.
“Es ist dein Vorschuss!”

Wieder draußen atmet Luke tief durch, Puh, das war aber mal ein kurzer Besuch, aber er hatte einen sehr gefährlichen Job angenommen.

Wieder bei der dicken Trudy, versucht Luke an eine Waffe zu kommen.
Sie sagt, sie habe noch einen alten Peasmaker, mit sechs Schuss Munition.
Sie selbst habe ihn noch nie benutzt.
Nein, so wolle dafür kein Geld!”

Am Abend sitzt Luke am Spieltgisch im Casino, er setzt kleine Beträge, gewinnt und verliet.
Dann setzt er 200 Dollar auf die rote Sechs.
Den Gewinn von 12.000 Dollar lässt er sich, leicht grinsend, an der Kasse auszahlen.

Der Flug nach Mauritius verlief glatt.
Es gab noch keine Körper Scanner.

Noch am Air Port, mietete er eine Harley, vor einer grossen Tafel mit den schönsten Stränden, verweilte er lange.
Es kamen eigentlich nur zwei Strände in Betracht, wohin sich Jason zurück gezogen haben könnte.

Es war ein herrlicher Tag, die Sonne knallte vom Himmel und der Fahrwind ließ sein halblanges Haar flattern.
Seine kraftvollen Arme hielten den Lenker fest und die Blicke der Mädchen brachten seinen Mund zum Lachen. Er war jetzt glücklich.

Langsam ließ er die Maschiene Rollen, seine Blicke schweiften dabei umher, ja hier, so schien es, könnte Jason sein Traumziel gefunden haben.

Aus einer der vielen Bars am Weg, ertönte lautes Lachen, aus der Tür trat ein Pärchen, Molly und Jason.
Sie gingen zu einen offenen Roadstar,  der Wagen fuhr an und Luke folgte in langsamer Fahrt.

Vor einer kleinen Villa stoppte der Wagen, Molly stieg aus und Jason fuhr den Wagen in die Garage.

Luke wartete noch eine Weile, dann ging er zum Haus, auf sein Läuten öffnete Molly die Tür.

“Hallo Molly, ist Jason auch hier?”

Molly sah ihn mit großen Augen an, ehe sie etwas sagen konnte, erschien Jason, nur mit einer Badehose bekleidet, er hielt ein Glas in der Hand.

“Hallo Luke, eigentlich habe ich dich schon etwas früher erwartet.
Was willst du hier?”

“Muss ich dir das wirklich erklären?”

“Nein, musst du nicht, komm rein!”

Luke hatte plötzlich seinen Revolver in der Hand.

“Setzt euch Beide auf die Couch!”

“Was willst du mit der Waffe?”

“Nur Gerechtigkeit mein Freund, nur Gerechtigkeit!”

“Höre Luke, du kannst deinen Anteil vom Geld haben, ich gebe dir einhunderttausend Dollar!”

“Ich scheiss auf dein Geld!”

“Aber schau, was ich dir mitgebracht habe!”

Luke nimmt eine Patrone aus der Trommel und zeigt sie Jason:
“Hier steht dein Name drauf!”

Molly fängt plötzlich an zu Weinen.

“Hör auf damit!”

Luke fügt die Patrone wieder in die Trommel, er läßt sie schnurrend drehen.

Dann nimmt er ein dickes Kissen von der Couch, ein dumpfer Knall und Jason fällt vornüber von der Couch. Auch der zweite Schuss wird von dem Kissen gedämpft.

Luke wäscht in der Küche die Waffe ab, trocknet sie und legt sie neben Jason auf den Boden.

Danach verläst er das Haus, setzt sich auf die Harley und fährt langsam in den aufkommenden Sonnen Untergang.
































































 













 


 

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