Karl Wiener

Anglerlatein


Petri Heil!

Drei Freunde brachen gemeinsam auf, um sich beim Angeln zu vergnügen. Am Ufer angekommen zückte ein jeder seine Rute und warf seine Angel aus. Sie hofften auf den großen Fang, denn Anglerlatein kennt keine kleinen Fische, und die Arme sind oft zu kurz, um die Größe der Beute zu verdeutlichen. Die Fische im Kescher sind meist kleiner als der Angler sie beschreibt. Da wird schnell mal ein Stichling zum Wels.

Das Anglerglück ist launisch. Zwei der drei Freunde machten reiche Beute. Sie grillten manchen Backfisch gleich vor Ort. Dem dritten blieb der Erfolg versagt. So oft er auch die Rute schwenkte, die Fische verschmähten seinen Köder. Mit leeren Händen traute er sich nicht an den heimischen Herd. Doch in Anglerkreisen gilt von alters her: „Will der eigene Fang nicht glücken, kann man den Korb mit fremden Fischen schmücken“. Auf der Rückfahrt gab ihm einer der Freunde etwas von seiner Beute ab. Das war ein wahrer Freundschaftsbeweis, denn es ist weithin bekannt, daß die Weibchen mancher Vogelarten ihre Gunst nach der Morgengabe bemessen, die der Partner ihnen zu Füßen legt. Das ist beim Menschen mitunter nicht anders als bei Vögeln.


                                                                                 Petri Dank!

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 05.07.2024. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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