Cornelia Moritz

Das Wandern ist der Düne Lust

Ein weiterer Frühling an der Nordsee. Dieses Mal geht es in die Niederlande auf die Insel Ameland. Die westfriesische Insel ist unsere Entdeckung für einen entspannten Hundeurlaub. Sie ist auch bekannt für ihre kulinarischen Genüsse. Einen beispiellosen Facettenreichtum kann man im Dorfgasthof mit den ganz typischen Heimatgerichten sowie in den herausragenden holländischen Restaurants genießen.

Hipster-Buden in den Dünen und Szenelokale in den vier Dörfern der Insel runden das vielseitige Angebot an Kulinarik auf Ameland ab. Die Magie von Farbe und Licht und so viel weiter Himmel empfangen uns auch hier auf Ameland. „Wenn weit und breit kein Wasser zum Baden zu sehen ist, kann man auf dem Meeresboden spazieren gehen“.

 

Mit einem sachten Nasenstüber weckt unsere Hündin uns an unserem ersten Morgen auf der Insel. Sie steht schwanzwedelnd vor unserem Bett und ist der Meinung, dass der Tag jetzt beginnen sollte. Schnell sind wir auf unserem Weg quer durch die romantische Dünenlandschaft. Das beeindruckende Gelände mit seinen hohen Sandbergen, eingebettet in Dünengras und Strandhafer, erstreckt sich soweit das Auge reicht bis zum Strand hinunter. Die Sonne bahnt sich ihren Weg durch den morgendlichen Seenebel und Hera bleibt oben auf der Düne stehen, streckt ihre Nase genüsslich in die gelben Sonnenstrahlen und erfreut sich der Wärme in ihrem Gesicht. Das Tempo unserer Hündin erhöht sich beim Anblick des weißen Sandstrandes. Es ist Ebbe und die unendliche Weite des Watts macht sich breit. Schon läuft Hera los und nimmt, quer über die Düne, den direkten Weg zur Wassernaht. Ihre Vitalität und die unbändige Lebensfreude sind unübersehbar und ansteckend.

Sofort gesellen sich erste Fellnasen zu ihr und das Spiel kann beginnen. Die Hunde genießen die Freiheit, kosten jeden Moment aus und sind sichtlich beglückt. Inzwischen hat die Sonne ihre volle Kraft und nur noch einige Schönwetterwolken ziehen über uns hinweg. Die frische Luft und das Toben am Strand machen hungrig. Zeit für ein leckeres Frühstück, bevor das ausgelassene Spiel weitergehen kann.
Unsere ganz besonderen Meermomente sind stürmisch bis glücklich. An unserem letzten Abend auf Ameland streicht ein leichter Wind von der See her. Die schräg einfallenden Strahlen der Sonne verfärben den Abendhimmel ganz langsam in ein wunderschönes gelborangenes Licht. Die wenigen Wolken zerreißen sich, kaum dass sie Gestalt angenommen haben. Geheimnisvoll glucksen die Wellen in dem Ödland der Abendstille und umspülen Heras Pfoten.

Ihr Gesicht erhellt sich im Orange der untergehenden Sonne und entlockt ihr ein wohliges Grunzen. Erfüllt und verträumt geht Hera an den langsam herankommenden Wellen entlang. Der Himmel scheint zu brennen, aber genau diese letzten Minuten des Tages liebt unsere Hündin sehr. Heute weiß sie leider auch, dass dies die letzten Stunden auf Ameland sind.
Lichtintensiv und farbenprächtig gestaltet sich das Ende des Tages. Genug getobt, unsere Hündin lässt sich noch ein wenig von der Stimmung treiben und Schnuppern erfasst die letzten Wattwürmer und Krabben, die sich allmählich ins Watt zurückziehen, bevor die Flut sie mit sich hinaus ins Meer zieht. Gedankenverloren und sehnsüchtig schauen wir Richtung Horizont und vermissen die unbeschwerte Familienzeit schon jetzt.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 08.07.2024. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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