Es war vorbei. Dies wusste ich. Bereits vor Tagen hatte er mir gesagt welches Schicksal mich erwartete sobald er alle Vorbereitungen getroffen hatte. Dies war vor weniger als einem Tag passiert.
Jetzt konnte ich nur noch darauf warten dass er kam um mich zu meiner Hinrichtung zu führen.
Ich saß auf der Kante meines Bettes in meiner karg eingerichteten Zelle und probierte meine drüben Gedanken zu ordnen. Immer wieder sprangen sie zwischen meiner Vergangenheit und meiner Zukunft hin und her. Obwohl ich keine Zukunft mehr hatte. Schon sehr bald würde ich sterben.
Die Achterbahn meiner Gedanken schien kein Ende zu nehmen, zumindest bis ich hörte wie jemand der Tür meiner Zelle näher kam. Ein Schlüssel wurde in das Schloss gesteckt und herum gedreht. Anschließend öffnte sich die Tür.
Mit langsamen Schritten trat er in meine Zelle. "Folge mir" sagte er knapp, unterstrich seine Worte jedoch mit einer schnellen Handbewegung.
Ich erhob mich und folgte ihm hinaus auf den hell erleuchteten Flur. Auf diesem erwartete mich nur eine leise tickende Uhr, deren Ziffern 23 Uhr 21 anzeigten.
Wir gingen diesen langsam hinunter bis zu einem weiteren Raum in welchem eine Dusche, sowie ein Tisch mit einem Stuhl auf mich wartete.
An der Seite des Raumes führte eine Treppe in den nächsten Stock.
"Am besten gehst du erst mal duschen" sagte er und lächelte. Ich seufzte, kroch dann jedoch aus meinem einfachen Hemd, bei welchem es sich um mein einziges Kleidungsstück handelte. Anschließend ging ich unter die Dusche.
Ich genoß das warme Wasser welches von oben meinen Körper hinunter floß. "Ein letztes Mal" sagte ich mir und merkte dabei die bittere Wahrheit welche in meinen eigenen Worten mitschwang.
Ja, es würde defenitiv die letzte Dusche meines Lebens sein.
Ich musste mich förmlich dazu zwingen das warme Wasser abzustellen und mich mit dem Handtuch trocken zu machen.
Anschließend ging ich zu dem Tisch zurück, vor dem er mit einem frischem Hemd auf mich wartete. Auf dem Tisch standen nun zudem eine Schüssel mit einer köstlich richenden Suppe, ein Korb mit frischen Brötchen sowie eine Kanne mit warmen Tee.
Ich kroch in das Hemd, nahm platz und witmete mich dem Essen.
"Lass dir Zeit" sagte er "Ich werde inzwischen noch einmal alles überprüfen." Anschließend drehte er sich herum und ging die Treppe auf der anderen Seite des Raumes hinauf.
Einige Augenblick später vernahmen meine Ohren den Klang einer hinab fallenden Klinge. Ich zuckte zusammen. Ich wusste dass ich, wenn ich es das nächste Mal zu hören bekam, sterben würde.
Ich hatte mir niemals groß Gedanken darüber gemacht wie ich mein Leben verlieren würde. Doch dass es auf diese Art und Weise passierte, war das Letzte gewesen was ich mir hätte vorstellen können.
Wenn es nach mir gegangen währe hätte ich den ganzen Tag am Tisch gesessen und mich dem Essen gewittmet. Doch schneller als es mir lieb war, war ich mit meiner Mahlzeit fertig.
Während ich den Teller ein kleines stück von mir weg schob, sah ich im Augenwinkel wie er wieder langsam die Treppe herunter kam. Dabei bemerkte ich etwas in seiner linken Hand. Ich wusste, auch ohne genau hinzusehen, was es war.
Ich erhob mich langsam vom Tisch und drehte mich herum, so dass er meine Hände auf den Rücken fesseln konnte.
Danach führte er mich langsam die Treppe auf der anderen Seite des Raumes hinauf. 23 Stufen. Mehr waren es nicht, ehe mein Blick in die erste Etage fiel, welche praktisch nur aus einem einzigen, großen Raum bestand.
Genau vor mir, weniger als 10 Schritte entfernt, erblickte ich einen metalischen Ofen. Ein dessen Seite hing ein Termometer auf dessen Anzeige eine Temperatur von 850 Grad zu lesen war. Es würde reichen um mich vollständig zu verbrennen.
Als mein Blick weiter durch den Raum wanderte sah ich es schließlich. Das Gerät durch dass ich mein Leben verlieren würde. Es bestand aus zwei Schienen, welche auf vier Beine, ähnlich denen eines Tisches, am Boden befestigt wurden waren.
Am unteren Ende des Gerätes befand sich ein hölzernes, leicht nach Innen gewölbtes Brett, an dessen Seiten je drei schwere Gurte aus Leder befestigt waren.
An seinem oberen Ende ragten zwei hohe Balken in die Luft welche unten durch ein weiteres Brett, in dessen Mitte sich in kreisrundes Loch befand, verbunden waren.
Doch dass Entscheidene Teil des Gerätes befand sich am oberen Ende der Balken. Ein Brett an dessen rechter Seite ein Seil nach unten hing und in dessen Mitte mir die bedrohliche Schärfe einer angeschrägten Klinge entgegen blitzte.
Er führte mich zu dem Brett, an welches er mich mittels der Gurte festband. Anschließend betätigte er langsam ein Rad, an der Seite des Brettes, wodurch er diesen, mit sammt mir, nach vorne klappte.
Danach brauchte er dass Brett, welches nun mehr einen Schlitten ähnelte, nur noch nach vorne schieben, bis ich mit meinem Kopf genau zwischen den beiden hohen Balken war.
Zuvor schob er den oberen Teil des Brettes, durch welches die beiden Balken am unteren Ende verbunden waren, etwas nach oben, um Platz für meinem Kopf zu machen. Dieser ragte über das Ende des Gerätes hinaus, während sich die beiden Hohen Balken nun genau beidseitig von mir befanden.
Unter meinem Gesicht befand sich jetzt nur noch der Boden des Raumes, ein schwarzer Wasserschlauch, ein Abfluss, sowie ein Korb.
Langsam schob er das Brett mit der Aussparung über meinen Hals. Ich selber hatte in diesem Moment nicht viel mehr zu tun außer den Inhalt meines Magens in den Korb zu entleeren. Ein ekelhafter Schwall Erbrochenes verließ meinen Mund.
"Na na" sagte er und strich über meinen Rücken. "Tut mir leid" antwortete ich. Er trat langsam vor mich, nahm den Korb und spühlte ihn mit dem Wasserschlauch aus, ehe er den Inhalt in den Abfluss kippte.
Anschließend stellte er ihn wieder an seinen ursprünglichen Platz. Erst danach griff er mit seiner Hand nach dem Seil an der Seite der Balken.
Ich schliss meine Augen. Nur Sekunden später hörte ich die hinab sausende Klinge...meinen Tod.
Ende
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 28.07.2024.
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