Hardy ... Wie könnte ich ihn wohl nennen? So was wie Schatzi, Hasi oder gar Mausi? Niemals! Hardy nennt mich ‚Süße’. So hat er mich schon genannt, als ich noch gar nichts von unserer Liebe wusste.
Ich will was Besonderes. Muss lachen: Früher hätte ich ihn als Blödmann, Idiot oder gar als Schlimmeres bezeichnet, aber diese Zeiten sind vorbei.
Eine andere Möglichkeit fällt mir ein, nämlich Hardy und sein Lächeln. Er lächelt immer wie ein Japaner, nämlich grimmig, wenn er erfreut ist - und freudig, wenn er sauer ist. Da könnte man was draus machen. Ich komme auf SAN, das ist japanisch und heißt ‚Herr’. Bisschen zu kurz. Vielleicht was davor stellen? Sexy San? Da ist er. Nee, zu viel des Guten! Aber was sonst?
Ich liege mit Hardy im Bett und genieße es. Ich kann ihn jetzt berühren, kann ihn streicheln, wann immer ich will, aber ich tue das natürlich in Maßen. Ich will so leicht und zart wie eine Feder sein. So geheimnisvoll wie eine Asiatin. Man sagt mir ja nach, dass meine Gesichtszüge irgendwie asiatisch seien, nämlich flach - und meine Augen passen dazu, die sind eher schlitzig.
„Hardy?“, ich kuschele mich also zart und leicht an ihn.
„Was ist denn los, meine Süße?“
„Ich weiß nicht, wie ich dich nennen soll. Ich möchte etwas Besonderes, nicht so ein Zeug wie Schatzi, Hasi oder gar Mausi.“
„Süße, ich glaube, du hast schon was im Sinn. Komm schon, erzähl's mir! Ich kann immer noch nein dazu sagen.“
Ich schmiege mich noch enger an ihn, aber immer noch so leicht wie eine Feder. „Es ist was japanisch-englisches, du lächelst immer wie ein Japaner, mal grimmig, wenn er erfreut ist und dann freudig, wenn er sauer ist. Ich könnte dich ‚Psy-San’ nennen, das würde bedeuten: Verrückter Herr. Psy von Psycho und San von der japanischen Anrede für Herr.“ Ich muss lachen. „Der Witz an der Sache wäre: Keiner, auch der Schlaueste wird wissen, was das bedeutet. Es sei denn, er könnte japanisch.“
Hardy überlegt ... Ich schaue ihm dabei zu und ich weiß, dass er den Namen lieben wird.
„Das ist ein geiler Name: Verrückter Herr! Ich liebe den Namen - und ich liebe dich ja auch, verdammt noch mal! Wie konnte es soweit kommen?“
„Ich weiß es auch nicht. Du bist eben mein Psy-San, mein verrückter Herr, der sich aus mir unbekannten Gründen in mich verliebt hat.“
„Ich bin dein Herr? Dann bist du natürlich meine Herrin!“
„Bin ich das?“ Sein Blick macht mich nervös und verlegen. Aber es hört sich herrlich an, so nach Mittelalter und nach Minnesängern. Meine Herrin ... Ich fühle, wie ich rot werde im Gesicht. „Hardy, das meinst du jetzt aber nicht sadomasomäßig, oder doch?“
„Ein bisschen schon.“ Hardy lächelt mich an. „Nein Quatsch, ich meine es anders. Ich meine, dass du die einzige bist, die mich besiegen konnte.“
Hardy berührt mit dem Zeigefinger zart meine Nase. Dann zieht er mich eng an sich - und ich gebe das Federleichtsein auf und dränge mich genauso eng an ihn.
„Ich bin genauso verrückt wie du, verrückt nach dir, mein Psy-San“, stöhne ich nur noch.
Es ist mittlerweile Mitte November, und der Auszug steht kurz bevor.
Hardy: „Ich möchte dich gerne meinen Freunden vorstellen, ich weiß aber nicht wie. Und vor allem nicht wo.“
Ich: „Willst du das wirklich?“
Er wird sich meinetwegen doch nicht schämen wollen. Oder doch? Himmel, er war jahrelang in der Frauenwildbahn tätig - und jetzt auf einmal hat er was Festes? Oh, ich hoffe doch sehr, dass es was Festes ist.
Hardy: „Ich habe noch nie eine Party gegeben, weil die Typen mir dort auf den Senkel gehen würden.“
Vermutlich auch die Frauen, die auf ihn scharf sind? Ich schaue ihn fasziniert an. Mühsam reiße mich von seinem Anblick los und überlege: Party in seiner Wohnung, Himmel, bald ist es ja auch meine Wohnung. Geht nicht. Zu krass! Der absolute Frauenaufreißer kommt mit sowas mir an? Ich kann ihn schon verstehen.
Ich: „Wir könnten die Party doch bei mir veranstalten, das wäre lockerer. Du müsstest dich nur ein bisschen zu mir bekennen. Könntest du das?“, frage ich ihn dann atemlos.
Hardy: „Ja, ich kann es - und ich werde es tun!“
Er rückt mir bedrohlich nahe, und ich kann ihm auf längere Sicht nicht widerstehen. Noch nie habe ich einen Kerl so gemocht wie ihn! Erst war es nur der Sex, und jetzt kommen auch starke Gefühle dazu, mir bisher unbekannte Gefühle.
Ich: „Gut, dann machen wir das.“ Ich muss lachen. „Wen soll ich denn einladen? Rupert und Betty, ist klar. Und noch ein anderes Pärchen. Ralf natürlich mit Andrea. Okay, die pennen nur miteinander, aber ich hoffe immer noch, dass sie eines Tages ein Paar werden ... Wer sonst noch? Ach ja. Meine Schwester ist hübsch und nett, und ihr neuer Stecher Luigi hat ein Restaurant, da kann man gut italienisch essen.“
Hardy: „Ich habe kein Problem mit deiner Schwester und ihrem Luigi, aber mit Ralf habe ich schon eins ...“
Warum zieht er sich ausgerechnet an Ralf hoch? Hardy runzelt seine Stirn und lächelt gefährlich freundlich.
Ich schaue ihn fragend an. Oh oh, da kommt der Japaner mit seiner Mimik zum Vorschein.
Hardy: „Und ich weiß auch, warum es nicht geklappt hat mit Andrea und ihm ...“
Ich: „Ach komm schon! Du glaubst immer noch, dass Ralf in mich verliebt ist? Und wenn schon! Ralf und ich, das stand nie zur Debatte!“
Wieso reitet er immer wieder auf diesem Thema rum? Ich habe doch auch so meine Zweifel und die werde ich Hardy sofort kundtun.
„Haha! Und wenn so eine rothaarige Gurke hier aufkreuzt, getarnt als angebliche Clem-Freundin, nur um dich anzumachen, wird sie dann erkennen was Sache ist?“
Es ging um die Party, bei ich mit Hardy zusammen kam. Da kam auch eine rothaarige Gurke an, die mich anscheinend hasste. Dabei kannte die mich doch gar nicht.
Hardy starrt mich ungläubig an: „Woher weißt du das?“
Ich: „Also bitte! Ich habe Augen und Ohren und außerdem noch fremde Augen und Ohren ...“ Die fremden Augen und Ohren - nämlich die von Susanne, die damals dabei war - habe ich seit Wochen nicht mehr gesehen. Stimmt ja , sie kriegt wahrscheinlich ein Kind von Bruce-Bela, meinem Exliebhaber vor ein paar Wochen. Oh wie ich diese Nacht bereue! Ich dachte wirklich, Hardy würde mich mit einer anderen betrügen und stürzte mich in ein fragwürdiges Abenteuer mit Bruce-Bela.
Hardy: „Ich kann mich gut wehren gegen so eine Anmache! Komm mal her, meine Süße!“ Er umarmt mich und küsst mich auf die Stirn - nein, die Stirn reicht mir nicht, ich will mehr! Und ich bekomme mehr. Ich habe ja gedacht, dass es nach dem Liebesbekenntnis zwischen uns lauwarm werden würde, aber das ist nicht der Fall. Es ist noch besser, nämlich viel intensiver.
„Also Party bei mir! Solange es die Wohnung noch gibt, sind ja nur noch zwei Wochen“, stöhne ich in Hardy hinein.
Stimmt, der Auszug steht kurz bevor. Das wird heftig. Und damit meine ich nicht den Auszug in meine Ausweichwohnung, die viel billiger ist als meine jetzige. Ich denke eher an den Einzug bei Hardy. Ich will mich nicht ganz aufgeben, will aber trotzdem mit ihm zusammen sein.
Und das bin ich gerade ... Und wie! Seine Lippen, sein Körper, sein Gesicht, das sich verzehrt, wenn er zum Höhepunkt kommt, sein Stöhnen, es hört sich an wie das von einem kleinen Jungen. Ich liebe es! Und er liebt es auch, wenn ich ihn dabei sehe und höre. Himmel, er hat so viel Einfluss auf meinen Körper, ich muss nur an ihn denken, dann kribbelt da was, und wenn er mich gar anfasst, dann steigert sich das Kribbeln in seltsame Bereiche hinauf und hinunter. Es ist phantastisch. Wie immer!
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 06.11.2024.
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Für immer verloren (KRIMI)
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