Frederik Kloiber

Brief "eines" russischen Soldaten

 

Erklärung zu diesem Brief:

Nach einer etwas feuchtfröhlichen Nacht, kam die Idee zustande, die Sicht auf den Krieg aus den Augen eines gefallenen russischen Soldaten zu schildern. Sozusagen, was würde ein russischer Soldat nach seinem Ableben und ohne Furcht vor Repressalien über seinen Präsidenten, seine Armee und was Russland inzwischen ausmacht zu sagen haben. Da fällt mir ein, wenn Sie eingeladen werden auf ein Glas Wodka, dann lehnen Sie es ab – bin jetzt wesentlich schlauer als zuvor! Bevor Sie liebe Leserinnen und Leser mein neuestes Werk lesen, sollten Sie wissen, dass dieser Brief zustande kam, da mich Freunde baten ihn zu schreiben. Freunde, die sich schämen und zutiefst bereuen zu sein, was sie per Geburt sind. – Russen! Ich möchte auch anmerken, dass es gute und anständige Russen gibt. Russen, die die Nachrichten im TV einschalten und nach wenigen Minuten Tränen vergießen. Russen, die Verwandte in der Ukraine haben und nicht mehr ein noch aus wissen. Ich habe mir die Mühe gemacht diesen Krieg aus allen Perspektiven zu betrachten. Dieser eine Krieg ist aus der Perspektive der Ukrainer und Russen eine schlimme Katastrophe. Zwei Brudervölker bekriegen sich und kein Ende ist in Sicht! Propaganda und Lügen machen diesen Krieg nicht einfacher… Ich sage in Krisensituationen immer: “Lasst uns innehalten, tief durchatmen und unsere nächsten Worte mit Bedacht wählen, ehe uns die Scheiße endgültig um die Ohren zu fliegen droht!“

 

Brief „eines“ russischen Soldaten.

„Ein toter Mann muss niemanden mehr fürchten!“ – F.W.K

An den Präsidenten der „Russischen Föderation“ – Wladimir Wladimirowitsch Putin – Kursk/Ukraine, den 14. November 2024

Sehr geehrter Hr. Präsident, mit Erhalt dieses Briefes sei Ihnen mitgeteilt, dass ich den Streitkräften der „Russischen Föderation“ fortan nicht mehr als Soldat zur Verfügung stehe!

Begründung: Ich verstarb am 14. November 2024 bei der glorreichen, dennoch fehlgeplanten Mission die von der Ukraine besetzten Gebiete (Oblast: Kursk) zurückzuerobern. Mein gewaltsamer Tod ist dem mangelnden Willen des militärischen Oberkommandos zu verdanken, dass durch Korruption und Verrat Mutter Russland ins Verderben gestürzt hat! Herr Präsident, wir werden diesen Krieg weder gewinnen noch können Sie irgendetwas noch gegen die „unausweichliche“ Niederlage unternehmen!

Ich bin, wie schon erwähnt, im Kampf gefallen. Mein Kommandant hielt es für eine gute Idee, wenn er mich und meine Kameraden gegen eine massiv befestigte ukrainische Stellung schickt. Wir stürmten ganze sechs Mal – ich war überrascht, dass ich bin zum sechsten Mal durchhielt. Die vorhergehenden Attacken gingen nicht ohne Spuren zu hinterlassen an mir vorüber. Spielte keine Rolle! Wäre ich nicht weiter gestürmt, dann wäre ich ein Opfer der Blockadeeinheiten geworden. Von den eigenen Leuten niedergeschossen, dass wollte ich nicht! Ich wollte es den Jungs ersparen mich zu ermorden! Ein paar Tage vorher, nahm sich einer dieser Jungs das Leben… Er hatte auf seine Kameraden schießen müssen und kam damit nicht klar. In den Tagen des Novembers starben viele gute Jungs. Sie starben für ihre Kommandanten, die gerne falsche Berichte nach Moskau schickten. Gute Lügen bringen rasche Ränge und somit Beförderungen. An dem Tag, an dem ich starb, folgte ich knapp 1900 anderen Kameraden ins Jenseits. Der Tod hat keinen Schrecken mehr für uns Soldaten. Der Tod ist unser Freund! Der Tod erlöst uns von Ihnen, Herr Präsident, denn, wenn wir Tot sind, dann sind wir Russland nichts mehr schuldig!

Mein Verständnis für die Inkompetenz unserer Kommandanten hält sich, verständlicherweise, in sehr überschaubaren Grenzen! Schaut man auf die Verdienste dieser Kriminellen, dann sind sie nicht ohne weiteres auffindbar. Der Grund hierfür ist, dass es keine Verdienste gibt, derer sich unsere kriminellen Kommandanten verdient gemacht hätten. Sie opfern uns einfache Soldaten für ihren Nutzen! Ohne Scham und ohne Grenzen! Wir werden geopfert, geschlachtet und Schlimmeres!

Unsere Armee? Herr Präsident! Sie haben keine Armee! Sie haben ein Heer von Toten und Junkies. Die Süchtigen agieren in Wegen, die keinem vernünftigem Menschen recht sein können? Egal ob man nach Donezk blickt – oder Lugansk – oder Saporischja, dann findet man einen blühenden Drogenhandel vor. Nicht nur, dass Russland den Krieg in die Ukraine gebracht hat – jetzt auch noch seine Süchtigen! Sie können voller Stolz auf ihr Werk blicken, Herr Präsident. Ich bin mir sicher, dass man Sie in selber Erinnerung behalten wird, wie Stalin oder Hitler! Zurück zu den Drogen: Ich weiß nicht, ob Sie es nicht längst wissen, aber unsere Kommandanten haben kein sichtbares Problem mit dem Drogenhandel – in den Barracken. Vielleicht sollten Sie, Herr Präsident, sich der Sache annehmen, wenn Sie nicht damit beschäftigt sind dumme Reden zu halten oder Mittelstreckenraketen auf Wohnhäuser abzufeuern?

Mit Drogen wird übrigens sehr viel Geld verdient! Ivan meinte vor seinem Tod, dass es schön wäre, wenn der Herr Präsident erfährt, dass ausgerechnet er keinen einzigen Rubel mit den Drogen verdient! Wir lachten herzlich, ein paar Stunden später wurde auch Ivan ein Opfer ihrer präsidialen Dummheit. Was soll man dazu noch sagen?

Während die Ukraine auf zuverlässige Verbündete (Nato) zählen kann, welche Verbündeten dürfen wir benennen, Herr Präsident? Den Iran, der ein Terrorregime darstellt? Der durch seine militärischen und finanziellen Interventionen (Hamas & Hisbollah) mit Schuld trägt: Für das schlimmste Massaker an den Juden seit dem II. Weltkrieg? China, die die Zutaten für Fentanyl nach Mexiko liefern – und somit Hunderttausende und mehr Drogentote in den USA auf dem Gewissen haben? Nordkorea? Ein Land, das ein Gefängnis für ein ganzes Volk geworden ist – und das für ein paar Raketen seine Bevölkerung verhungern lässt?

Zusammengefasst darf man vermuten, dass wir mit Drogendealern, Terroristen und Völkermördern in Bund und Allianz stehen, Herr Präsident? Mein Präsident verkehrt also mit notorischen Straftätern? In gewisser Weise nicht verwunderlich, bedenkt man, dass mein Präsident keinen Charakter und keine sichtbare oder zu benennende Ehre hat oder kennt. Kann ich als toter, als gefallener Soldat Russlands, eigentlich, meine Staatsbürgerschaft Post mortem aufgeben? Muss ich mich auch noch in der Hölle für die Tatsache schämen, dass ich als Russe geboren wurde?

Während also meine Kameraden und ich in Kursk eingesetzt wurden, um das von den Ukrainern besetzte Land zu befreien, was tat mein Präsident? In einem Anflug geistiger Umnachtung, kam er auf die „subgeniale“ Idee sich Soldaten eines anderen Tyrannen auszuborgen. Gott weiß, was er dafür gegeben hat? Ich weiß es nicht und will es auch nicht mehr wissen! Jene Nordkoreaner sprachen kein Wort „Russisch“ und wenn es darum ging gegen die Ukrainer zu kämpfen, fallen und sterben sie wie die Fliegen! Auf dem Schlachtfeld stehen sie mehr im Weg, als das sie helfen. Mein Präsident ist ein kluger Mann? Seine Entscheidungen führen fast immer zu Siegen des mutmaßlichen Feindes! Ein Wort noch zu den Drogen! Ein junger Conscript (Wehrpflichtiger) aus Jekaterinburg fand sich plötzlich im Kampfeinsatz. Laut Gesetz haben aber Conscripts nichts auf dem Schlachtfeld zu suchen! Der Junge, der Gregori hieß, dröhnte sich mit irgendwelchen Drogen die ganze Nacht vor dem Einsatz abartig zu… Drogen, die er Problemlos in unserer Baracke gekauft hatte! Auf dem Weg an die Front bemerkten wir, wie er sich scheinbar ständig einpisste, dabei grinste er mit aufgerissenen Augen und Ivan meinte noch, dass das nicht gut ausgehen wird. Alexei schlug sogar vor ihn rasch zu erledigen, ehe er uns erledigt! Hätten wir doch nur auf Alexei gehört und den Junky in einem günstigen Moment von seinem Leid erlöst…

Unser Zug hatte nach Verlusten noch 47 seiner 60 Mann Stärke, deswegen bekamen wir Gregori und andere Wehrpflichtige zugeteilt. Der Junge drehte durch, als die ersten Schüsse die Luft mit brutaler Gewalt zerrissen – und begann auf seine eigenen Leute zu schießen. Wir kehrten an diesem Tag mit 39 Mann zurück. Viele Kameraden liegen vergessen auf den Schlachtfeldern dieses Krieges und verwesen. Sie sind nicht geborgen worden! Sie sind nicht anständig begraben worden! Sie starben und verloren ihren Nutzen für den Präsidenten, dann hat man sie vergessen! So einfach ist das in meiner Armee… Wir sind Nummern und mit Bleistift vermerkt, werden wir ganz einfach auch wieder ausradiert.

Zuhause warten unsere Frauen und Kinder… Viele Fragen werden keine Antworten finden! Viele Kinder werden keinen Vater mehr haben!

Unsere neuen Alliierten aus Nordkorea sind für die flachen Schlachtfelder ungeeignet! Sie stehen im Weg und sterben oder desertieren, wie unsere eigenen Soldaten. Wer kann es ihnen verdenken? Wer da wohl nicht nachgedacht hat? Nordkoreanern die Möglichkeit einzuräumen Nordkorea zu verlassen; und das für immer? Mein Präsident ist ein kluger Mann, er macht so viele Fehler, dass wir eigentlich alle Kampfhandlungen einstellen können? Am besten geben wir unsere Waffen bei den Ukrainern ab und bitten um ein Stück Brot und eine warme Suppe? Am 04.11.2024 erhielten wir Rationen, die im Jahr 2010 abgelaufen sind. Die Nacht verlief hungrig…

Unsere Soldaten, Herr Präsident, verlieren immer mehr den Verstand! Sie, Herr Präsident, Sie haben es zugelassen, dass Monster erschaffen werden… Monster, die die Uniform Russlands tragen und die Verbrechen begehen, die sich kein Mensch bei Verstand vorzustellen wagt! Gregori war nur „ein“ Beispiel des Wahnsinns. – Nur ein Beispiel, in einem Meer von endloser Grausamkeit. Wie wird es für die Jungs werden, wenn der Krieg endet? Die Gefängnisse sind leer? Keine Sorge, Herr Präsident, die Gefängnisse werden bald schon neue Gäste begrüßen, in großen Summen! Sie selbst haben die Büchse der Pandora geöffnet, mit größter Lust! Die einfachen Leute Russlands zahlen jetzt und für die Zukunft den Preis dafür.

Ehe ich fiel, berichtete mir meine Ehefrau von der Butter, die in kleinen Plastikboxen verschlossen seien. – Diebstahlsicherung! Meine Frau, möge Gott sie beschützen, konnte es nicht glauben, als sie Butter aus der Ukraine im Regal entdeckte! Sie fragte mich, ob sie diese Butter kaufen dürfe und ob sie damit nicht Nazi-Butter kaufen würde. Nazi-Butter? Wie lächerlich! Wo es doch gar keine Nazis in der Ukraine gibt; und die „Spezialoperation“ dem kranken Gehirn eines blutrünstigen Irrsinnigen und seinen Helfern entsprang. Ich bin nur dankbar, dass die Russen langsam erwachen und die Lügen der Propagandisten nicht länger glauben!

Es ist so weit! Sie haben unser Land endgültig an den Rand des Abgrunds getrieben; und unser Volk dabei zu Butterdieben gemacht? Der starke Mann – der nackte, der eifrige Reiter von Sibirien – der ewige Präsident, kann die Versorgung seines eigenen Volkes nicht mehr sicherstellen? Sie haben unser Volk zu gemeinen Butterdieben gemacht – wahrlich ein Präsident des Versagens, des Lügens und der einen heiligen Schande!

Während die Alten den Winter ´24 sehr wahrscheinlich als den Totenwinter in Erinnerung behalten werden, falls sie überleben, werden wir Soldaten ebenso weitersterben. Es gibt kein Entrinnen! Einigen bleibt es somit erspart die Schande der Armee realisieren zu müssen! Unsere Ehre? Es gibt keine Ehre für die russische Armee, die wurde geopfert und verbrannt. Ich spreche die Wahrheit aus, was soll ich noch fürchten? Wir haben Kinder gestohlen und ermordet (Mariupol/Kinderkrankenhaus)! Wir haben ethnische Säuberungen durchgeführt (Butscha)! Wir haben gezielt Schulen beschossen (Kherson)! Wir haben Verbrechen begangen… - welche Kriegsverbrechen haben wir nicht begangen?

Wenn mich die Kameraden fragen könnten, was sie tun sollten, dann würde ich ohne zu zögern nur einen Rat geben: Flieht und desertiert! Schaut nicht zurück! Flieht und desertiert! Vergesst Russland und schaut nicht einmal zurück!

Natürlich kann ich jetzt nicht mehr sprechen, denn ich liege tot und vergessen auf kaltem Erdboden in Kursk. Die Würmer und anderes Getier erfreut sich an einer guten Mahlzeit. Da fällt mir ein, Herr Präsident, wären Sie so freundlich und könnten dafür Sorge tragen, dass man mich wenigstens im Tot mit ein bisschen Würde behandelt und ordentlich begräbt? Ich weiß natürlich, dass sie sich in ihrem Bunker verstecken müssen, da die Ukraine sicherlich jede Gelegenheit nutzen würde, sich an Ihnen zu rächen! Wer könnte es den Ukrainern verdenken? Ein Besuch in „Waldai“ könnte da sehr hilfreich für die Ukrainer sein, was man so an der Front hört… Die Entschädigungszahlungen, um die uns unser Herr Präsident betrügt, lassen keinen Zweifel mehr, ob man diesem Menschen Loyalität schuldet oder nicht! Für ein paar Orden, die keinen Wert haben, werde ich nicht „Hurra!“ rufen!

Wenn ich an jene denke, die brav dem Herrn Präsidenten nach dem Maul reden, dann wird mir so übel, dass alleine der Gedanke an einer warmen Mahlzeit erbrechen auslöst! Ich entsinne mich an die großen Worte gewisser Moderatoren im staatlichen Fernsehen. Große Reden wurden geschwungen. Von einem Sieg in drei Tagen schwadroniert. Die Maulhelden sitzen im warmen Nest und fressen nur das Beste vom Besten! Keinen Tag waren diese Schwätzer an der Front und keinen Tag haben diese Maulhelden gekämpft! Schlussendlich ist es wie Vanja sagte: „Während wir krepieren, ficken die Propagandisten ihre Huren und fressen nur das Beste – während wir verhungern!“

Vanja! Hätte ich nur auf ihn gehört! Hätte ich mich nur mit ihm aus dem Staub gemacht, dann würde ich vielleicht noch leben und könnte meine Frau und mein Kind wiedersehen! Hätte ich nur auf Vanja gehört! Putins Stiefellecker schwätzen noch immer vom Endsieg? Welcher Sieg? Ein paar Meter Ukraine kosten Tausenden das Leben – und für was? Bis zu den Haarspitzen besaufen sich die Jungs, wenn sie keine Drogen nehmen! Einige sind schon besoffen ins Minenfeld gerannt – nur um dem Krieg zu entkommen, weil sie es nicht mehr aushalten. Soldaten? Nein – Kinder, die man in den Krieg gelockt oder gezwungen hatte. Die Ärmsten der Armen hat man zur Schlachtbank geführt, die vermisst in Russland niemand! Niemand stellt Fragen, wenn die Jungs aus dem Hinterland verrecken. Warum auch sollte das reiche Moskau und Sankt Petersburg Fragen stellen, solange es sie nicht trifft? Fragen? Ich sah, wie die ukrainischen Kriegsgefangenen erschossen oder gefoltert wurden. Ihre Schreie verfolgen mich bis ins Grab und darüber hinaus.

Mein Präsident soll erfahren, was Ehre ist, da er keine hat! Ich starb im Gefecht gegen die „47th Separate Mechanized Brigade der Ukraine“ in Kursk. Männer, die für ihr Vaterland kämpfen und sterben. Ich weiß, dass russische Kriegsgefangene nach den Regeln der Genfer Konvention behandelt werden und nicht nach russischer Art und Manier! Ukrainer vergewaltigen keine Russinnen, umgekehrt kann ich das nicht von der russischen Armee behaupten! Schande! Schande! Die „47th Separate Mechanized Brigade der Ukraine“ erlöste viele von uns von unserem elenden Dasein, das nur perverse Gewalt noch kannte. Ich hege keinen Groll gegen die Ukrainer, nicht einen Moment!

Während die Ukrainer Kriegsgefangene mit Anstand behandeln und ihnen nicht das letzte bisschen Würde vom Leib reißen, so wie wir Russen es mit den Ukrainern getan haben, da schwadronieren die propagandistischen Huren des Präsidenten von Ehre? Ich darf herzlich lachen! Was wird die Geschichte von diesem Krieg zu berichten wissen? Vielleicht, dass es die Ukrainer waren, die den russischen Soldaten in Gefangenschaft die erste warme Mahlzeit seit langem gewährten? Vielleicht, dass es die Ukrainer waren, die die russischen Kriegsgefangenen mit Anstand behandelten, obgleich sie mehr als nur ein Recht auf blutige Rache hätten! Vielleicht, dass es der russische Diktator Putin war, der einen Krieg begann und zu feige war diesen Krieg auch Krieg zu nennen!

Es wird der bittere Tag kommen, der immer kommt! Der Tag an dem wir akzeptieren müssen, dass wir Russen es waren, die Unrecht begingen. Vielleicht wird dieser Tag der letzte in unserer Geschichte sein, der an Bitterkeit das Herz ersticken lässt und an Trauer die Augen der Unschuldigen leerweinen lässt? Vielleicht kommt der Tag, an dem wir Russen die politische Währung Furcht nicht mehr als Herrschaft akzeptieren? Vielleicht kommt der Tag, an dem Verräter wie Putin und Co. nie wieder an die Macht kommen, um das Volk zu vergewaltigen und zu verschachern, wie es ihnen beliebt? Vielleicht kommt der Tag, wo mein Russland mit einer Stimme spricht und sagt: „Es reicht!“

Ich werde lange tot und vergessen sein und das ist auch gut so! Es bleibt mir erspart, den Tag der großen Schande wieder und wieder erleben und fühlen zu müssen. Es bleibt mir erspart, wenn die die das Recht haben mit Fingern auf mich zu zeigen, dies auch tun werden!

„Wir Russen haben kein Recht auf die gestohlenen Gebiete in der Ukraine!“ – Es spielt keine Rolle, was Sie, Herr Präsident, auch immer behaupten! Die feige „Spezialoperation“ wird das Ansehen und auch die Reputation Russlands für immer beschmutzen und Sie, Herr Präsident, tragen dafür die absolute Verantwortung! Es heißt, wenn man das Geschäft mit dem Teufel macht, dann schuldet man ihm auch seine Seele! Vielleicht wird das zur Genugtuung der zahllosen Toten werden? Sie in den Klauen des Teufels leiden zu sehen… Welch schöner Anblick.

Ich schäme mich Russe zu sein – und mein Kind, das mich nie wiedersieht, wird sich ewig für mich und Russland schämen müssen! Unser Mutterland geht unter, wird geächtet, wie einst Nazi Deutschland! Selbst die Deutschen genießen heute höchstes Ansehen in der Welt! Nicht für die Tatsache, dass sie wirtschaftlich erfolgreich wurden. Nein! Sie genießen Respekt und Ansehen, weil es ihnen gelungen ist von den alten, den bösen Wegen Abstand zu nehmen! Es mag ihnen nicht zu 100% gelungen sein die Nazis zu vernichten, dennoch, sie kämpfen gegen die Nazis solange es dauern mag! Wir Russen hingegen sind stehengeblieben in Diktatur, in Gräueltaten gegen unser eigenes Volk und unsere Nachbarvölker. Schutzmacht der slawischen Völker? Lügen! Lügen! Lügen! Besatzer! Diebe! Vergewaltiger! Schlimmste Worte treffen uns zurecht! Schlimmste Verbrechen! All dies sind wir geworden, weil wir einem Teufel gefolgt sind! Wir sind zum Dreck der Welt geworden und wir müssen zugeben, dass unser Anführer und seine Bande von Kriminellen dasselbe getan haben, wie einst die Nazis! Wir können keine Siegesfeier mehr abhalten, wir haben das Recht verloren uns als Sieger zu fühlen! Am Ende sind wir zu etwas Schlimmeren geworden…

Es grüßt Sie, mit Spott und Hohn, der Soldat, der in Kursk den Tod und die Freiheit von Ihnen und ihren Lügen fand!


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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.11.2024. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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