Lothar Krist

Aromatix XXX - Ein Arschloch veresst

Aromatix XXX - Ein Arschloch veresst

Tutti-Frutti war einmal. Oben-Ohne-Service. Auf dem extrem geilen Arsch einer Blondine aus der Tschechoslowakei, die kaum ein Wort Deutsch konnte, da gab es auch nicht viel von einem Stoff zu sehen. Jedenfalls keinen Brunzbuschen. Nicht einmal soo einen Ansatz davon. Diese Babyhaut glitzerte im auf Rot gestimmten Licht der Bar. Ein für nicht bloß Männer soo teuflisches Funkeln war. Sie stand, und saß dann soo nackt
im Licht.

Ein Bekannter neben mir, er saß am Ende der Bank um den Tisch herum, diesem Mädchen direkt gegenüber, meinte: „Diese Titten sind nicht echt!“
Ich antwortete: „Doch, glaube mir, die sind echt! Oder siehst Du irgendwoo soo eine Narbe?“ (Soo unsichtbare Spritzenfüllungen gab es damals ja noch nicht.)

Miss Wiss, die soo interessiert neben mir am Tisch saß, mischte sich ein: „Natürlich sind diese wunderwunderschönen Titten echt. Wer Experte in Titten ist, der weiß Das!“ Dabei strahlte Miss Wiss das Mädchen an.

Unser Bekannter sah mich total konsterniert an. Ich wusste, er hielt sich für soo einen Tittenkenner. Meine Miss Wiss hatte ihn irgendwie beleidigt.

Er lachte, er sah mir dabei soo männerböse in die Augen und meinte: „Das werden wir ja gleich sehen! Wenn sie ordentlich „auuuut“, dann hast Du wohl recht!“

Und da zwickte er sie brutal in ihre linke Titte. Das Mädchen schrie auf vor Schmerz. Sein Daumen und sein Zeige- und sein Mittelfinger nebelten schon aus ihrem Fleisch hervor. Sie sprang vom Tisch auf, hielt sich ihre Brüste und stolperte auf die Tanzfläche hinaus. Rückwärts auf ihren zwölf Zentimeter gailen Stöckelschuhen. Ein Bild, wie in einem Film vom Feinsten des Bösen. Eine Göttin von einem weiblichen Körper.

Und ich, .... ich explodierte. Ich war ja mit meiner Miss Wiss unterwegs. Und die wollte immer Etwas erleben. Eine Aktion sehen. Also knallte ich unserem Bekannten meinen Ellbogen in die Rippen und stieß ihn mit der Hand brutal von der Bank. "Hey, spinnst Du?"

Er rappelte sich auf, neben der Diskothek, soo drei Meter weiter. Er fackelte auch nicht lange. Sein wuterfüllter Blick in meine Augen, und ich wusste: Er war schließlich als gefürchteter und soo hundsgemeiner Dorf-Schläger bekannt. Und auch in der Umgebung. Von ungefähr meiner Größe. Er griff sich eine CD von der Theke und schleuderte sie in meine Richtung. Ich zog den Kopf zur Seite. Wisch! Ein Wischen war! Knapp an meinem Ohr vorbei.

Gggggrrrrrhhhhh! Keine Schlägerei! Mach es schnell! Also griff ich sofort an. Ein Patsch-Schlag, soo eine Art Ippon, soo ein Peng mit dem Daumen- und dem Handballen, auf seine Stirn, statt auf das Herz, und den rechten Fuß hinter seinen linken gestellt. Und er fiel um! Mit dem Schädel genau gegen den Pfeiler dahinter. Bumm!

Dann sackte er am Pfeiler zusammen, rutschte hinunter und machte noch einmal mit seinem Hinterkopf soo Bumm auf dem Boden.

Bumm! Scheiße! Ich drehte mich zu Miss Wiss um, schlenkerte entschuldigend mit den Händen, und auch meine Augen sahen soo. Ihre Augen glühten, rot, wie die von einem Teufel, im rot gestimmten Licht der Bar. Dann grinste sie. Ich wusste, Alles ist okay. Zumindest mit ihr. Mir stand wohl schon wieder eine Gerichtsverhandlung bevor. Wegen Notwehr! Wohl etwas überzogener. Und woo, bitte, fängt diese Notwehr an? Ich habe ja angefangen. Scheißen!

Da bekam ich von Hinten einen Schlag auf die Schulter. „Hey, spinnst Du?“ Es war der Chef vom Lokal. Blablabla. Erst da hat er die drei Blutergüsse, diese Fingerabdrücke, auf dem Busen seiner Oben-Ohne-Lady gesehen. Und kapiert! Sie hat es dann auch schnell ihrem tschechoslowakischen Zuhälter erzählt, der hat es übersetzt, und auch der Diskjockey hat berichtet.

Verdammt! Was machen wir jetzt mit diesem Arschloch?“
Ich dachte schon, ich bin im Kino. Sollen wir dieses wohl tote Arschloch jetzt etwa wie in einem geilen Mafia-Film irgendwoo in der Wildnis verschwinden lassen? Oder gar in der Wüste? Verdammt! Hier gibt es nirgendwoo soo eine Wüste. Ich bin in Linz! Österreich!

Da rührt sich das Arschloch. Mutter Erde sei Dank! Es ist nicht hin! Seine Augen schauen irr. Es fährt sich mit den Händen über das Gesicht. Die Augen.

Was ist passiert?“

Verdammt! Du Drecksau hast meine Tussi in die Titten gezwickt. Und dann hast Du auch noch mit dem Lothi eine Schlägerei angefangen, weil ihm Das nicht gepasst hat! Bist Du völlig hinig in der Birn? Du brauchst Dich hier nicht mehr blicken zu lassen. Kapito? Und das Titten-Zwicken, das kostet bei mir hier in der Oben-Ohne-Diele tausend Schilling. Zwicken kostet. Hey, Jungs, seht nach, ob der Schweinehund soo viel Geld mithat.“

Die Jungs sahen nach. Ja, hatte es.

Okay! Du bist wieder schuldenfrei! Und jetzt schleich Dich! Und komm' nie wieder hier her! Ist Das klar?“ (Und tatsächlich durfte man/fra soo eine Oben-Ohne-Lady dort in ihre Titten zwicken. Schilling 100,--, aber nur sanft. Ab fester wurde es teurer. Ein bleibender Abdruck in Blau kostete einen Tausender. Das ist nicht gelogen. So etwas gehört zu einem Puff seit allen Zeiten wohl dazu.

Das Arschloch ging wankend aus der Bar hinaus. Es blutete hinten am Kopf. Es hatte wohl soo ein Loch vom Pfeiler.

Verdammt! Es könnte ja draußen wieder umfallen? Was dann? Dann haben wir die Polizei im Haus. Und ich wieder soo eine Verhandlung. Ich sah den Chef an, und sagte: „Verdammt! Er hat ein Loch im Kopf. Wenn er umfällt, dann hast Du die Bullen im Haus. Ich kümmere mich um ihn!“

Ich sah Miss Wiss an: „Ich bringe ihn nach Hause, oder zu einem Arzt. Kommst Du mit?“ Ihre Augen funkelten soo rot. Soo Teufelsaugen. Und sie grinste: „Ja, klar. Bringen wir das Arschloch zu einem Arzt.“ (Ich wusste schon, für diesen Abend gibt es einen Tausender extra. Und wenn es denn sein muss, dann zahlt sie mir wieder den Rechtanwalt, der dann nichts kostet, weil wir ja über die Notwehr-Masche immer gewinnen.)

Doch dieses Es wollte nur noch nach Hause. Wir haben es geschnappt und zu meinem Auto gezogen. Ich wollte gerade den ärztlichen Notruf wählen und dort nachfragen „Welcher Arzt hier in der Gegend nachts Notdienst hat“? Da hat es zum Heulen angefangen. „Nee, bitte, keinen Arzt. Wenn mein Vater erfährt, dass ich die kleine Tussi in die Titten gezwickt habe, dann mag er mich nie wieder. Das Arschloch mag mich ja soowiesoo nicht. Bitte, keinen Arzt. Bring mich nach Hause.“

Miss Wiss: „Und was ist mit Deinem Loch im Kopf? Das muss genäht werden.“
„Scheiß drauf! Bringt mich nach Hause. Und lasst mich bei meiner Nachbarin aussteigen. Die ist Krankenschwester. Die war im Krieg. Die kann Das. Ist nicht meine erste Naht, die sie mir genäht hat.“

Ich dachte kurz nach und sagte: „Okay! Das hört sich gut an.“ Miss Wiss und ich, wir haben ihm noch das viele Blut abgewischt und ich habe ihm den ganzen Verband, den ich im Verbandskasten hatte, um seinen Kopf herum bis unters Kinn gewickelt, damit es mir nicht meine Sitze anblutet. Ich war ja einmal beim Zivildienst, bei der Rettung, ich konnte das.

Also ab zu seiner Nachbarin. Vier Uhr in der Frühe! Es musste ein paar Mal klingeln, bis ein Licht aufgedreht wurde. Ein Mann gegen die sechzig hat aufgemacht. Es zeigte ihm die Kopfwunde, also den Verband. Die Kriegskrankenschwester kam auch im Nachthemd zur Türe.

Ich kannte die Beiden. „Er hat sich seinen Kopf aufgeschlagen. Keine Ahnung, wie? Ich habe ihn nur her gefahren.“
„Okay. Alles okay!“
Die Zwei kannten ihn wohl ein wenig.

Und dann sind Miss Wiss und ich weggefahren. Keine Ahnung, was es dann den Beiden erzählt hat, und dann auch noch seinem Vater. Einem bekannten Lokal-Politiker. Der mit seinem Sohn, einem soo männlichen Arschloch, nur Ärger hatte.

Und ich hatte wieder einmal soo eine mögliche Gerichtsverhandlung wegen überzogener Notwehr vom Hals. Wenn es überhaupt soo ein Fall von irgendeiner Notwehr war.

Miss Wiss und ich sind dann zur Oben-Ohne-Diele zurück gefahren, und Miss Wiss ist dann, wie mit dem Chef zuvor schon Schillingmäßig ausgemacht, mit der Oben-Ohne-Lady auf ein Zimmer hinten gegangen. Sie wollte diese Titten bewundern, und auch sonst diesen soo herrlich gebauten Körper. Und dabei hat sie mich natürlich mitgenommen. Als Begleitschutz. Ihr versteht? Für den Fall, dass die Kleine Zicken macht, und nicht gut tut, was sie, meine Miss Wiss, soo möchte.

Doch bei der Kleinen war soo Etwas nicht von Nöten. Sie liebte nicht nur Miss Wiss, nein, sie liebte auch mich, schließlich habe ich diesem Arschloch gezeigt, woo der Bartel den Most holt.

Hinterher konnte sie noch immer nicht besser Deutsch, doch sie hat ständig gerufen: „Zwickt's mi! Zwickt's mi! Zwickt's mi!“ (Schließlich hatte sie gleich am ersten Abend in Linz gut verdient. Sie bekam von allem die Hälfte. In der CSSR musste sie dafür, also für S 1.750,--, fast eine Woche arbeiten. Sie bekam ja auch die Hälfte für das Zwicken.)

Und an die vielen Stellungen kann ich mich auch noch erinnern. Das ist auch gar nicht soo schwer. Einmal lag die Eine unten, und die Andere saß auf ihrem Mund. Also nicht auf dem eigenen. Und hatte die Beine der Anderen unter ihren Armen. Und zog daran, wenn ich das wollte. Und dann umgekehrt und soo umgekehrt, und soo umgekehrt und soo weiter und soo fort,
bis sie alle drei gestorben sind. Soo hinter- und soo durcheinander. Orgasmussiismus war. Ein soo fürchterliches (und sprachlich soo furchtbar anhörendes) Spritzen.

Und von diesem Arschloch haben wir Drei niemals wieder etwas gesehen oder gar soo gehört. Nun ja, irgendwie schon. ES sitzt mit seinen fast sechzig Jahren zur Zeit wieder einmal im Häfen. ES hat zum zweiten Mal eine Frau fast tot verdroschen.

Darf man als Dichter soo ein Arschloch sprachlich "veressen"?

Copyright by Lothar Krist (05./06.12.2024 von 20.30 bis 23.40 Uhr und noch einmal soo ungefähr.)

 


 



 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 06.12.2024. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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