Felicia Rüdig

Die Maroniten im Libanon

Die Syrisch-Maronitische Kirche von Antiochien ist eine mit Rom unierte Kirche, die den Papst als Oberhaupt anerkennt, deren Liturgie und geistliches Leben aber dem antiochenischen (westsyrischen) Ritus folgen. Die Mitglieder der Kirche werden Maroniten genannt. Sie bilden eine der größten und ältesten Religionsgemeinschaften im Libanon, ihre Kirchensprache ist ursprünglich das westsyrische Aramäisch, heute für Bibelübersetzungen, Predigten und Teile der Liturgie auch Arabisch, welches schon seit dem Mittelalter die Alltagssprache der Maroniten wurde.

Die Gründung und den Namen ihrer Kirche führen die Maroniten auf den heiligen Maron, einen syrisch-aramäischen Mönch, zurück.

Über 3.3 Millionen Gläubige gehören der Kirche an.

Das Kirchenoberhaupt der Maroniten trägt den Titel Maronitischer Patriarch von Antiochien und des ganzen Orients. Sein Sitz ist in Bkerké im Libanon.

Die Bezeichnung Mar bedeutet „Herr“ auf Syrisch. In der gesamten christlich-syrischen Tradition wird sie auf das Kirchenoberhaupt ebenso wie auf Heilige angewandt. Der erste Patriarch war Johannes Maroun I (687–707).

Alle maronitischen Patriarchen tragen seit dem Mittelalter zudem den Beinamen Boutros, der vom lateinischen Petrus abgeleitet ist, eine Reverenz an Simon Petrus, den Gründer der Kirche von Antiochien. Sie müssen nach ihrer Wahl vom Papst in Rom bestätigt werden.

Die Bezeichnung Patriarch von Antiochien wird von vier weiteren Kirchen beansprucht, nämlich von

  • Der syrisch-orthodoxen Kirche,
  • Der rum-orthodoxen Kirche im Verband der byzantinischen Orthodoxie,
  • Der melkitischen griechisch-katholischen Kirche (mit Sitz in Damaskus),
  • der syrisch-katholischen Kirche (mit Sitz in Beirut).


Der Gottesdienst der Maroniten ist im Wesentlichen eine Variante des Antiochenischen Ritus. Die ältere Überlieferung zeigt eine besondere Nähe zur Liturgie der Syrisch-Orthodoxen Kirche.

Die Messordnung der syrisch-maronitischen Kirche besteht aus fünf Teilen:

  1. Vorbereitungsteil
  2. Eröffnungsteil
  3. Wortgottesdienst
  4. Vor-Anaphora
  5. Anaphora
  6. Das Liturgische Jahr gliedert sich in Weihnachtszeit, Theophanie-Zeit, Fastenzeit und die Wochen der Leiden, Osterzeit, Zeit nach Pfingsten und die Zeit nach dem Kreuzfest.

 

 

(fiktiver Teil)

„Der Libanon muß christlich bleiben, und zwar fest in maronitischer Hand,“ fordert Odilo Ottifix, seines Zeichens Professor für altorientalisches Christentum an der Niederrheinischen Fachhochschule für Regionalwissenschaften.

Eine Forderung, die nicht von ungefähr kommt. Im Städtedreieck Mönchengladbach – Düsseldorf – Emmerich bildete sich eine zahlenmäßig große Gruppe von Exil-Libanesen; der Großteil davon sind maronitische und damit altorientalische Christen. Mar Boutros Abbas ist ihr Leiter, geistlicher Anführer und Ansprechpartner für die Öffentlichkeit. „Rottet den Islam dort aus, wo er am schwächsten ist!“ lautet sein Motto.

 

Doch wie sich von dem westdeutschen Bindestrich-Bundesland aus in ein Land im Nahen Osten einmischen, und das möglichst unauffällig?

Genau: durch wirtschaftliche Entwicklungshilfe. Durch humanitäre Hilfsprojekte. Durch politische Partnerschaften (wie z. B. Städtepartnerschaften). Durch kirchliche Zusammenarbeit.

 

(einige Zeit später)

In Wachtendonk am Niederrhein gibt es maronitische Kloster Mar Jakob. Offiziell nur die Patenschaft zu einer christlichen Grundschule ausübend, übt es inzwischen einen starken Einfluß auf das libanesische Schulsystem aus. „Wir schicken viel Geld, aber auch praktische Schulmaterialien in das Land am östlichen Rand des Mittelmeeres.“

Durch die Forschungsprojekte der Niederrheinischen Fachhochschule gibt es auch Kontakte zur Christlichen Universität von Beirut. „Wir können so den christlichen Glauben festigen und zur Mission unter den Nicht-Christen mit beitragen,“ berichtet Pater Ödön.

Der Libanon befindet sich im Aufwind, und das dank tatkräftiger christlicher Hilfe aus Deutschland. Die Vereinigte Maronitische Kirche beider Länder sorgt dafür, daß Handel und Handwerk wieder an den Zedern des Libanon florieren. „Dank der vielen Aufträge aus Deutschland haben die Kirchenkünstler sehr viel zu tun und sorgen für Wohlstand,“ freut sich das maronitische Patriarchat.

So könne man sich gegen die habgierigen und neidischen Übergriffe der muslimischen Bevölkerungsminderheit besser schützen, ist von offizieller kirchlicher Seite zu hören. „Sie sehen, wie gut es jemandem gehen kann, wenn man zum rechten Glauben gehört…“

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