Christian Scheffel

Airfighter: Overwatch -- Teil 3

 

AIRFIGHTER – OVERWATCH

 

Teil 3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorwort:

Diese Story schließt die Overwatch-Trilogie ab und spielt noch vor den Ereignissen aus „Back in the high game again!“:

Nach dem Absturz des Airfighter-Teams in eine Gletscherspalte in Alaska übernimmt Carl Schwartz mit seiner Organisation die angestrebte Global Overwatch.

Eines Tages jedoch wendet sich das Blatt erneut, und nichts ist tatsächlich mehr so, wie es erschien...



 

  • 1 –

 

In Walter Grangers Anwesen haben sich Schwartz, Byron und Granger in das Obergeschoss begeben, wo die gelandete Flugbastion in das Anwesen integriert worden ist. Sie begeben sich zu einem großen Wandschirm, und Carl gibt mit zufriedenem Blick das Kommando:

„Starten Sie die Übertragung!“

Glacier Residence – überwältigend schöner und zugleich beeindruckender Wintersportort, wo gerade die alljährlichen Skisprung-Meisterschaften stattfinden: über dem Ort ragt ein gewaltiger Gletscher, der in eine gigantisch anmutende Sprungschanze an seinem Fuße und somit dem Rande von Glacier Residence übergeht.

Hier herrscht ausgelassene und sportlich hoch motivierte Stimmung: Musik spielt, diszipliniert setzen die Skispringer zu neuen Rekordversuchen an, während sich unüberschaubare Mengen an Touristen und Einheimischen überall auf den Straßen tummeln, wo die Wintersportgeschäfte, Cafés, Restaurants, Hotels, Kiosks und Buden ihren Jahresumsatz machen – alles ist trotz der Fülle an Menschen entspannt und idyllisch.

 

In einem die Stimmung jäh enden lassenden, abrupten Perspektiv- und Atmosphärenwechsel ist im Büro einer der Security-Stationen die eingehende Bild-Funkbotschaft Carl Schwartz´ zu sehen:
„Wir beabsichtigen, eine neue Weltkontrolle zu etablieren; unsere Organisation arbeitet außerhalb aller weltstaatlichen Kontrollinstrumente und wird die Großmächte global in einem Gleichgewicht der Waffen halten! Zur Demonstration unserer Macht werden wir die Skisprung-Meisterschaften in Glacier Residence zu ihrem Ende bringen, indem wir, um ein symbolstarkes Zeichen zu setzen, den Ort restlos zermalmen werden! Ihre Security bekommt selbstverständlich die Zeit, um Glacier Residence und die Sprungschanze zu evakuieren.“

Ein Zeitindex in roter Farbe beginnt, die Luft abschnürend, bedrohlich abzulaufen.

Carl grinst: „Ups, aber nicht trödeln, okay?!“

In die innerhalb von Sekunden völlig erblassten Gesichter der Security-Officers steht das blanke Entsetzen geschrieben!

Carl beendet seine Botschaft – auf groteske Weise beinahe feierlich – mit den Worten:

„Möge eine neue Weltordnung etabliert werden!“

Sofort ertönt eine Alarmsirene, die über die ausgelassene Atmosphäre in Glacier Residence hinweg dröhnt und alles zu einem jähen Ende bringt: eine totale Massenpanik steht kurz vor ihrem Ausbruch!
Die beginnende Panik wird abrupt beendet, als plötzlich mit einem zunehmend lauter werdenden Donnern Airfighter überraschend im Tiefflug direkt über den Gletscher herangeflogen kommt und sich dann parallel zur Sprungschanze langsam auf den Ort Glacier Residence herabsenkt: im starken Gegenschub seiner Positionstriebwerke bleibt Airfighter wenige Meter über den Häusern schweben.

Über Bordmegaphon dröhnt Chris´ Stimme:

„Bleiben Sie ruhig, wir werden Sie alle in Sicherheit bringen – aber es ist unbedingt erforderlich, dass Sie alle exakt unseren Instruktionen folgen! Alles wird gut, vertrauen Sie uns!“
Tatsächlich ist Chris zu den Menschen, die den imponierend über ihnen schwebenden Airfighter beinahe ehrfürchtig anblicken, durchgedrungen, und alle schenken dem Airfighter-Team ihr Vertrauen: die beginnende Panik ist abgeebbt. Mit Jetpacks ausgestattet, helfen Chris, Bill, Jessica, Juan und Manuel der Security an verschiedenen Stellen synchron bei der Evakuierung, die nun gezielt und effektiv innerhalb des knappen Zeitfensters abläuft.

Gleichzeitig führt Airfighter einen aufwändigen Intensiv-Scan nach den Sprengsätzen durch, bis er alle zielgenau erfasst hat.

Airfighter, über Funk:

„Es sind insgesamt fünf Sprengsätze, verteilt über den ganzen Ort und die Sprungschanze.“

Juan grinst: „Welche Ironie – wir sind genau zu fünft!“

Manual: „Leute, das war Vorsehung!“

 

Während Airfighter den drohenden Countdown herunter zählt, eilen Bill, Chris, Juan, Manuel und Jessica durch die Gebäude beziehungsweise zur Sprungschanze und finden die Sprengsätze kurz vor deren Explosion.

Chris erkennt nach Watchcomm-Scan und Airfighters negativer Auswertung die Lage:

„Leute, bindet eure Jetpacks um die Sprengsätze und schießt sie hoch! – Airfighter, ...“

Airfighter antwortet sofort, noch ehe Chris seinen Funkspruch beenden kann:

„Ich halte mich bereit, Chris!“

Die fünf binden bei Ablauf der letzten Sekunden bis zur Explosion hastig ihre Jetpacks an die Sprengsätze und zünden diese, wodurch die Sprengsätze hoch in die Luft katapultiert werden, wo Airfighter sie – einen nach dem anderen – präzise rammt und dadurch mit enormer Wucht weit weg schleudert, wo sie keine Sekunde später in mehreren, synchronen Explosionsbällen den eisigen Alaska-Himmel über den schneeweißen Berghängen wie ein bizarres Feuerwerk bedrohlich erhellen!

Bill winkt den den anderen Vieren zu. Gerade als Jessica die Geste erwidert, spiegeln sich in Chris´ Pupillen mehrere Schatten wieder, die sich offensichtlich vom Himmel aus herabsenken: Chris blickt auf und sieht eine Flugeinheit aus fünf Robot-Drohnen mit jeweils vier Waffenarmen, die sich von oben auf Glacier Residence herabsenken. Bill, Jessica, Juan und Manuel sind Chris´ Blick gefolgt und erblicken die Drohnen ebenfalls.

Chris: „Feuerschutz suchen!“

Kaum ist das Airfighter-Team in Deckung gesprungen, eröffnen die Drohnen schon aus jeweils allen vier Waffenarmen in verschiedene Richtungen das Feuer!
Reaktionsschnell verständigen sich die Fünf als eingespieltes Team mit nur wenigen Blicken:
Manuel und Juan nehmen die Drohnen ins Kreuzfeuer auf ihren gegenüberliegenden Positionen hinter Holzwänden von Kiosken, durch die sie, Holzfetzen speiend, einfach hindurch feuern.
Jessica nimmt Anlauf und rennt über ein paar Dächer auf die Sprungschanze zu, lässt sich dort auf das Eis fallen und auf dem Rücken wieder hinunter rutschen, so dass sie auf einem langen Weg unter den Drohnen hindurch rutscht und sie so von unten aus senkrecht nach oben, auf dem Rücken liegend, ins ununterbrochene Automatikfeuer nimmt.
Bill rennt die Veranda und mehrere Treppenstufen eines kleinen Hotels hinauf, wo er von Balkon zu Balkon und springt, dann vom höchsten Balkon abspringt in einem hohen Bogen über die Drohnen hinüber, die schon sehr tief schweben und alles mit ihren Waffenarmen erfassen, und eröffnet von oben das Feuer auf sie.
Auf diese Weise werden die Drohnen in Richtung Sprungschanze abgedrängt, die sie langsam hinauf gleiten und weiterhin das Feuer eröffnen.
Jetzt rennt Chris unter den Drohnen hindurch auf die Sprungschanze zu, als Airfighter im Tiefflug über den Hausdächern herbei gedonnert kommt und ein Seil hinunter schießt, das wie eine Harpune in eine Schnalle an Chris´ Uniform einhakt: sofort wird Chris von Airfighter hochgezogen und rennt quasi immer weiter die Sprungschanze einfach beinahe senkrecht in vollem Tempo nach oben. Indem die Drohnen hinter Chris entlang die Schanze hinauf schweben und ihn unter Beschuss nehmen, feuert Chris blind nach hinten auf sie zurück und schlägt schließlich am oberen Ende der Sprungschanze, am Seil fixiert, einen gewaltigen Salto rückwärts, in dessen Verlauf er das Feuer nach unten eröffnet, koordiniert mit dem Automatikfeuer der anderen vier Team-Mitglieder. Alle Drohnen fliegen jetzt schlagartig inmitten einer synchronen Fünffach-Explosion auseinander, woraufhin ihre Trümmer wie Geschosse in das dicke Eis der Sprungschanze einschlagen, während Airfighter Chris unter brutaler Beschleunigung am Seil aus dem Explosionsradius reißt.

 

  • 2 –

 

In Walter Grangers Anwesen weist Granger selbst in der Zwischenzeit darauf hin:

„Nach der Sprengung der uns umgebenden Eisschichten ist unser Fundament hier am Hang zum Gletschergraben instabil geworden. Die Maßnahmen zur Sicherheitsvorkehrung gebieten eine vollständige Evakuierung dieses Anwesens.

Carl nickt verstehend:

„Ja, evakuieren wir jetzt. Wir wechseln in die Hauptzentrale. Hier sind wir fertig.“

Carl Schwartz, Bastian Byron und Walter Granger heben zusammen mit allen hier stationierten Wachposten aus Schwartz´ Organisation im Hauptteil der Flugmaschine wieder vom Anwesen ab. Die verschiedenen Flugmaschinen, die von ihren Angriffsflügen zurückkehren, docken wieder an dem speichenradähnlichen Gebilde an. Dann setzt die große Flugmaschine Kurs hinaus aus dem Luftraum Alaskas.

Über Bild-Funk verfolgen Carl, Bastian und Walter in der Flugzentrale die live eingehenden Aufnahmen der Überwachungs-Satelliten, die die totale Zerstörung von Glacier Residence durch die detonierenden Sprengsätze übertragen.

Carl: „Können wir unsere Kampfdrohnen noch verwenden, Mister Byron?“

Bastian: „Ich empfange keinerlei Rückmeldung mehr von ihnen.“

Bastian blickt etwas verwundert, aber auf wiederholte Eingabe in sein Terminal hin schüttelt er schließlich abtuend den Kopf:

„Bedaure, Mister Schwartz, aber die werden wir wohl abschreiben müssen.“

Carl: „Das macht nichts, unser Arsenmal ist groß genug.“

Noch einmal blickt Carl zufrieden auf die Bildaufnahme der völligen Zerstörung:

„Und unsere Botschaft dürfte verstanden worden sein.“

 

...

 

  • 3 –

 

Zwei Monate später:

 

Carl Schwartz sitzt in seiner Residenz auf einer kleinen Insel in der Karibik. Nachdem er einige Online News studiert hat, begibt er sich aus seinem schicken Wohnzimmer in eine mit vielen Computern ausgestattete Hightech-Zentrale, wo im Hintergrund Bastian Byron an einer futuristisch anmutenden Computerstation sitzt. Carl nickt Bastian zu, und dieser schaltet verschiedene Anzeigen auf einen Hauptschirm, der aus zahlreichen nebeneinander geschalteten Bildschirmen besteht, die sich zum Gesamtbild ergänzen: es werden Perspektiven rund um die Welt aus Überwachungskameras angezeigt, die Carl mit zufriedenem Lächeln studiert.

Bastian: „Unsere global Overwatch ist lückenlos, Mister Schwartz, und alle Überwachungsposten bestätigen aktuell nach wie vor Status Grün.“

Carl begibt sich in einen weiteren Raum, der ein luxuriös eingerichtetes Büro darstellt: hier setzt er sich vor einen weiteren Wandschirm und kommuniziert mit verschiedenen seiner Agenten rund um den Globus, die in den verschiedenen Nationen die global Overwatch aktiv überwachen.

Anschließend steht Carl zufrieden auf, die komplette Welt unter seiner Überwachung wissend.

Auf dem Weg nach draußen passiert Carl eine Waffenstation, wo Techniker einige Raketen vervollständigen. Schließlich steigt Carl in ein Speed-Boot und fährt über das Meer zum Festland.
Hier begibt er sich durch die Stadt, wo ihm respektvoll der Weg frei gemacht wird, bis er zum großen Rathaus gelangt, wo ihn führende Politiker der Nation zu einer Besprechung empfangen.

Nachdem Carl etwa eine Stunde später das Regierungsgebäude verlassen hat, geht er wieder durch die Straßen, auf denen lockeres Treiben herrscht. Unter der heißen Sonne und im kühlen Schatten der Häuser bemerkt er plötzlich, dass ihn jemand von hinten beobachtet: als er sich umdreht, sieht er dort niemanden mehr, hat aber den Eindruck, jemand sei hinter einer Ecke verschwunden. Carl geht weiter, ohne sich mehr anmerken zu lassen, und zieht sein Handy aus der Tasche:

Mister Byron, spielen Sie mir bitte die aktuellen Aufzeichnungen sämtlicher Überwachungskameras hier im Ort auf mein Handy!“
Bastian: „Kommen sofort, Mister Schwartz!“
Indem Carl, nach außen hin unverändert wirkend, weitergeht, bekommt er sämtliche Überwachungsbilder aus dem gesamten Ort auf sein Handy gespielt: tatsächlich kann er auf einigen kurz die Umrisse einer Person erkennen – oder auch nur einen
Teil, wie Arme oder den halben Kopf von hinten –, jedoch nie die Person selbst, als ob sie jedes Mal geschickt der Kamera aus dem Weg gegangen ist, aber provokant genug, um ihm zu zeigen, dass sie da war!
Nun doch etwas beunruhigt wirkend, senkt Carl sein Handy resignierend und seine Optionen durchdenkend, während er sich um die nächste Ecke begibt, wo ein steinerner Weg zurück zum Strand führt. Plötzlich realisiert Carl, dass am Ende des Weges in einer kleinen Gasse jemand vor ihm steht! Carl bleibt abrupt stehen und strengt, Ungutes ahnend, seinen Blick an, um die
Person zu identifizieren: dann erkennt er Chris, der Carl vom anderen Ende der Gasse aus regungslos und zugleich fest fixierend wie in einer stummen Herausforderung in die Augen sieht!
Sofort gibt Carl über Handy Bastian den Auftrag:

Schicken Sie die Polizeibehörden auf meine Koordinaten!“
„Aye, Sir.“
Bastian ergänzt: „Leider sind Sie gerade schwer zu lokalisieren, da sich in der Gasse keine Kameras befinden – aber die Behörden sind soeben informiert worden!“
Auf Chris´ unnachgiebigen, gespenstisch ruhigen und fixierenden Blick hin geht Carl nun ein paar Schritte weiter die Gasse entlang, bis er knapp 10 Meter vor Chris, diesem gegenüber stehenbleibt.
Carl: „Meinen größten Respekt, damit hätte ich wirklich nicht gerechnet! Wie haben Sie das geschafft, hier und jetzt aufzutauchen? Nach unseren Informationen sind Sie seit zwei Monaten liquidiert!“
Chris: „Wir sind auch schon einmal, Informationen zufolge, vom Präsidenten der USA exekutiert worden, Mister Schwartz. So etwas hält uns nicht auf – das hätten Sie wissen müssen!“
Carl dämmert es: „Das Ganze war ein Täuschungsmanöver – ich verstehe...“
Carl beschleicht allmählich eine böse Erkenntnis:

Aber was alles haben Sie vorgetäuscht, seit den letzten zwei Monaten?“
Die böse Erkenntnis in ihm wächst zunehmend zu Beunruhigung heran, und Carl betätigt wieder sein Handy: „Mister Byron, scannen Sie sofort unseren Uplink zur Global Overwatch! Ich brauche einen genauen Abgleich der aufgenommenen Daten der letzten zwei Monate!“

 

Bastian sitzt vor seinem Computer-Terminal und blickt verwirrt und überrascht auf:

Habe ich Sie richtig verstanden: die letzten zwei Monate?“


Carl, etwas verärgert und gar nicht mehr so souverän wie zuvor:

Sie haben mich richtig verstanden, Mister Byron.“
„Aye, Sir.“

Carl blickt Chris entgegen:

Etwas in mir sagt mir, Sie sind jetzt am Zuge – was also erwarten Sie von mir, was planen Sie?!“
Chris zeigt immer noch keinerle
i Emotionen und fixiert Carl fest mit seinem Blick, indem er noch einige Sekunden lang abwartet: die gespannte Stille macht Carl spürbar zunehmend nervöser.
Dann antwortet Chris endlich in festem und ruhigem Tonfall: „Im Grunde können Sie gar nichts mehr tun, und das Schachspiel ist schon viel zu weit fortgeschritten, Mister Schwartz.“

 

  • 4 –

 

was wirklich geschah:

 

Das Airfighter-Team und der Agenten-Trupp befinden sich im freien Fall in die Gletscherspalte zusammen mit dem gewaltigen Airfighter – plötzlich werden alle von einem nicht unbekannten blauen Kraftfeld umhüllt und bleiben, im freien Fall abgebremst, auf der Stelle schweben. In dieser Gravitonen-Blase verharrend, werden das Airfighter-Team und der gesamte Agenten-Trupp zusammen mit Airfighter seitlich in eine große unterirdische Anlage gezogen, von der aus ein großer Start- und Landehangar offen in die tiefe Gletscherspalte weist.

Hier wird das Airfighter-Team von einem Trupp Soldaten in Uniformen des amerikanischen Militärs in Empfang genommen.

Der den Trupp anführende Sergeant begrüßt sie: „Willkommen an Bord von Sektion Omega! Folgen Sie mir bitte, ich bringe Sie zum Präsidenten – er erwartet bereits Ihren Rapport!“

Chris nickt: „Wir danken.“

Chris, Jessica, Bill, Juan und Manuel werden durch einen metallenen Korridor aus dem Hangar hin zu einem gepanzerten Lift geführt, mit dem sie noch weiter nach unten fahren. Hier öffnen sich die Türen erneut, und sie werden durch einen vereisten Gang mit offenkundig kunstvoll in die Eiswände geschlagenen Verzierungen in ein schickes Büro geführt, das ebenfalls in höchstem Maße imposant wirkt, indem es den Eindruck erweckt, sich inmitten eines Gletschers zu befinden. Am gegenüberliegenden Ende des Büros steht ein großer Schreibtisch, neben dem Brunt im schickem Anzug steht. Die Blicke des Airfighter-Teams werden durch eine Drehung des hohen Bürostuhls hinter dem Schreibtisch allerdings wieder von Brunt weg zurück zum Schreibtisch gelenkt: der Stuhl mit der überkopf-hohen Lehne dreht sich herum, und ihm sitzt – President Cavanaugh!


Chris´ Stimme erzählt für Carl Schwatz die wahren Hintergründe:

Beim Attentat auf President Cavanaugh damals an Bord von Airbase_Alpha war der Präsident im Vorfeld mit einer schusssicheren Weste und Kunstblut-Ampullen ausgestattet worden, um zu überführen, wer damals im Präsidentenstab falsch spielte und wie weit derjenige gehen würde: dadurch konnte Edward Tanner seinerseits als feindlicher Agent und sogar potentieller Killer des Präsidenten überführt werden – allerdings musste die Scharade noch weiter gespielt werden, um zu eruieren, ob dem Airfighter-Team bedingungslos vertraut werden konnte und auch um Brunt für den CIA zurückzugewinnen.“
Chris´ Stimme führt zu Ende:
„Seitdem Brunt dann das Airfighter-Team ins Vertrauen gezogen hatte und den Exekutions-Schlag durch die russische Regierung verhindern konnte, wurde er von President Cavanaugh eingeweiht. Das Airfighter-Team selbst ist kurz vor der finalen Mission nach London eingeweiht worden, dass President Cavanaugh noch lebt und im Hintergrund die Kontrolle über das die gesamte Weltpolitik umspannende Undercover-Manöver ausübt – offiziell tot und damit absolut unbeeinflusst.“

Cavanaugh lächelt dem Airfighter-Team entgegen: „Ich möchte Sie mit aufrichtigem Respekt und meiner Hochachtung begrüßen in Sektion Omega!“
Ebenfalls lächelnd, antwortet Chris:

Wir freuen uns sehr, Sie endlich wieder vor uns zu sehen, Mister President!“
Bei diesen Worten wechseln Chris und Brunt einen kurzen Blick miteinander, und Cavanaugh nickt Brunt, mit einem wissenden Grinsen gewährend, zu.
Brunt: „Ich bin schon die ganze Zeit nur die Galionsfigur President Cavanaughs gewesen – insofern haben Sie die Anrede absolut korrekt gewählt, Commander Hawk. Ich bedanke mich aufrichtig für Ihre Zusammenarbeit, und dass Sie als Airfighter-Team hinter uns gestanden haben, trotz all den Vorfällen!“
Bill: „Mittlerweile ist unser Gewissen auch um ein Vielfaches erleichtert worden, General Brunt.“
Auf den erneut fragenden Blick hin nickt Brunt grinsend:

General ist nach wie vor der korrekte Titel – ganz recht, Lieutenant.“
Dann blickt Brunt wieder zu Chris und lächelt ihm entgegen:

Damit, dass sie mich erschossen haben, haben sie das Bündnis vervollständigt Commander: Ihre Loyalität ist klar, und ich glaube, jetzt habe ich meinen Tribut gezahlt.“
Chris lächelt ebenfalls: „Ich denke, das kann man so sagen, General – und es freut mich, dass wir jetzt endgültig auf derselben Seite stehen!“
Brunt wechselt mit dem gesamten Airfighter-Team einen einvernehmlichen Handschlag.
Cavanaugh setzt nun ein: Nun aber kommen wir zurück zur globalen Bedrohung – es geht darum, die Global Overwatch durch Carl Schwartz´ Organisation zu verhindern!“

Cavanaugh tritt zur rechten Wand, an der sich ein großer Bildschirm befindet, der gerade eine digitale Weltkarte anzeigt:

Wir haben in der Tat von Anfang Schwartz´ Planungen und ihre Umsetzung durch geschicktes Vorgehen sabotiert.“
Auf Cavanaughs Nicken hin führt Brunt nun weiter aus:

Auf folgende Weise haben wir Schwartz´ Informationszuleitung manipuliert und werden es auch weiterhin tun.“

Chris, Bill, Jessica, Manuel und Juan treten sichtlich gespannt näher an den Wandschirm heran.

Brunt fährt fort: „Mister Grangers Anwesen ist mittlerweile vollkommen evakuiert worden, da dieser Schwartz davon überzeugen konnte, dass nach der Sprengung Einsturzgefahr in die Gletscherspalte bestehe. Dadurch können wir uns nun über den Uplink in Grangers Anwesen, dass uns Walter aktiv hinterlassen hat, in das weltweit operierende Computernetz von Schwartz´ Organisation einloggen und ihn mit gefälschten Informationen versorgen.“

Juan, grinsend: „Wir hacken das Schwartznet.“

Chris, Jessica, Bill und Manuel müssen ebenfalls grinsen.

Sogar Brunt grinst leicht: „So könnte man es bezeichnen – als erstes jedoch müssen wir einen weiteren von Schwartz´ hinterlassenen Kontrollposten hier in Alaska terminieren!“

Chris, Jessica, Bill, Juan und Manuel wechseln einen kurzen Blick miteinander und sehen General Brunt und President Cavanauch dann einsatzbereit entgegen.

 

  • 5 –

 

und noch mehr geschah:

 

Inmitten einer verschneiten Wildnis werden Jessica, Bill, Chris, Manuel und Juan von Airfighter abgesetzt und fahren auf Skiern einige Minuten lang durch die Schneelandschaft.

 

An einer anderen Stelle hängt der von Brunt als Ziel der Mission erklärte Überwachungsposten Schwartz´ wie eine Untertasse am oberen Ende eines felsigen Steilhanges und überblickt auf diese Weise das gesamte dahinter liegende verschneite Tal inmitten der Wildnis Alaskas.
In der Mitte der großen Überwachungszentrale steht General Bieber aus Schwartz´ Organisation und beaufsichtigt, wie zum einen der gesamte Luftraum über der Region fortlaufend überwacht und zum anderen ein kontinuierlicher Daten-Uplink zu Schwartz´ Hauptquartier aus einem großen mit Energie versorgten Computerkern in der Mitte der Zentrale aufrechterhalten wird.


In der geheimen Basis unterhalb von Walter Grangers Anwesen sind die Signale des Airfighter-Teams auf einem Überwachungsschirm zu sehen, das auf den Skiern das obere Ende des Steilhanges erreicht hat, wo die Schneedecke in die schroff abfallende Felswand übergeht: jetzt wird von der geheimen Basis aus ein Graviton-Impuls ausgesendet, der wie ein kleines Schockbeben Schneemassen in die Luft aufwirbelt, wodurch ein vorübergehender, kleiner Schneesturm künstlich erzeugt wird. Als die Sturmfront das Airfighter-Team erreicht und sich in den Schneebrillen der fünf widerspiegelt, gibt Chris noch ein letztes Zeichen: dann lassen sie sich über den Abhang hinweg mitreisen, lösen sofort ihre Skier, schießen Harpunen in die Felswand und ziehen sich dann inmitten der wirbelnden Schneeflocken in die Felsen unmittelbar oberhalb des untertassenförmigen Überwachungspostens. Sie springen auf die metallene Oberseite ab und legen sich flach hin, um den Schneesturm über sich hinweg ziehen zu lassen. Inmitten der wirbelnden Flocken ziehen sie sich dann zu einer Wartungsluke hin und zerschneiden mit Laserstrahlen aus ihren Watchcomms deren Schließmechanismus, sodass sie ins Innere eindringen können.

 

In der Kommandozentrale, wo die Überwachungssensoren durch den kurzzeitigen Schneesturm ausreichend gestört werden, blickt General Bieber angestrengt auf die blinden Monitore, ungeduldig abwartend, dass die Sensoren wieder funktionieren – offenkundig bleibt der Einbruch des Airfighter-Teams, wie geplant, unregistriert.
 

Chris, Jessica, Bill, Juan und Manuel sind durch die Luke in einen der peripheren Korridore des Überwachungspostens gelangt. Nachdem sie ihre Einbruchspuren wieder verwischt haben, teilen sie sich auf und tasten sich präzise, aber ungesehen in zwei Gruppen den Korridor entlang.

Bill und Chris folgen den auf ihren Watchcomms als schematische Skizze angezeigten Datenleitungen in der Metallwand, während Jessica, Juan und Manuel die von ihren Wachcomms registrierte Quelle starker EM-Emissionen ansteuern. Durch die Untertassenform des Postens gelangen alle wieder zusammen und stehen vor einer großen Datentransfer-Zentrale.

Manuel: „Wir haben die Poststelle gefunden.“

Chris gibt Zeichen, und alle platzieren sich bereit zur Einnahme der Abteilung. Der Kontrollblick auf ihre Watchcomms zeigt dem Airfighter-Team, dass sich keinerlei Barrieren oder Abtaster in ihrem Weg befinden. Dann stürmen sie in die Datentransfer-Zentrale und werden aber brutal durch ein Elektroimpuls-Feld gestoppt, das sich blitzschnell aufbaut und sie, unter schmerzhaften Elektroschocks krampfend, zu Boden sinken lässt. Sofort eilen Wachen herbei und nehmen die auf dem Boden Liegenden ins Visier ihrer Automatikwaffen.

 

In der Kommandozentrale sieht General Bieber mit funkelndem Blick von der Überwachungskamera auf:

Es scheint, wir haben soeben einen unbefugten Zutritt zur Datentransfer-Zentrale verzeichnet!“

 

Noch unter den Nachwirkungen des Elektroschocks leidend, werden Chris, Manuel, Juan, Bill und Jessica von dem bewaffneten Trupp zu General Bieber in die Kommandozentrale geführt.

Der General blickt die fünf mit freudiger Überraschung an:

Sieh einer an, dass sich das Airfighter-Team uns freiwillig selbst ausliefert – willkommen!“

Dann wendet General Bieber einen eiskalten Blick in Richtung des taktischen Offiziers und befiehlt mit entschlossener Stimme: „Feuern Sie die Abwehrraketen in unseren Luftraum – zerstören Sie, was auch immer dort patrouillieren mag!“

Aye, General!“

 

In Sektion Omega wird der Start der Abwehrraketen sofort detektiert.

Brunt: „Senden Sie einen weiteren Graviton-Impuls aus!“

Aye, General.“


Die abgefeuerten Raketen werden durch den mit Lichtgeschwindigkeit herbei gedonnerten Graviton-Impuls im hohen Bogen abgelenkt und schlagen jetzt unten in der Talsenke sowie auch zum Teil auf dem verschneiten Gipfel über dem untertassenförmigen Überwachungsposten ein: vom Berg aus bricht eine Lawine los, und im Tal laufen mehrere Schneelawinen zusammen.

Die Offiziere in der Überwachungszentrale erstarren schockiert.

General Bieber flucht wütend: „F*ck!“

Sein und Chris´ Blick treffen noch kurz aufeinander, dann wird die Basis, einer Untertasse gleich, auf der Oberseite der Steinlawine mitgerissen, beginnt aber zu rotieren, wobei das Airfighter-Team und die Wachposten in dem runden Gang der Peripherie nach außen gedrückt werden, nachdem der erste Schockstoß sie alle von den Beinen gerissen hat. Chris, Manuel, Bill, Jessica und Juan verständigen sich wortlos durch kurze Blicke und kämpfen sich dann gegen die gewaltigen Fliehkräfte an der peripheren Wand entlang. Immer wieder werden Wachposten durch offene Luken einfach hinaus geschleudert, wo ihre kurzen Aufschreie in der tosenden Felslawine verstummen. General Bieber lässt Chris nicht aus seinem wütenden Blick und kämpft sich ebenfalls gegen die Fliehkraft in Chris´ Richtung. Schließlich lässt der General sich über eine Konsole hinweg im Trägheitsschub mit voller Wucht gegen Chris schleudern. Chris lässt den General jedoch gegen seinen ausgestreckten Unterarm prallen. Dann setzen beide zu einer schnellen Folge von Attacken mit den Fäusten aufeinander an, während sie gewaltsam gegen die periphere Wand gepresst werden, an der sie immer wieder ein paar Meter entlang rollen. Dabei kann General Bieber nun ein Sicherheitsglas mit dem Ellenbogen einschlagen und entnimmt eine Feueraxt, zu der er sich gezielt hin rollen lassen hat. Er holt aus und verfehlt den gegen die Fliehkraft ankämpfenden Chris knapp mit einem tödlichen Hieb, der Funken schlagend in die metallene Wand einschlägt. Da sieht Chris, wie die untertassenförmige Station in voller Geschwindigkeit der Steinlawine nun im Tal angelangt ist und ihr genau eine Schneelawine entgegen donnert. Dem nächsten tödlichen Axthieb erneut knapp ausweichend, packt Chris General Bieber, dreht ihm den Arm um, verpasst ihm einen Kinnhaken, läuft durch die Zentrifugalkraft an der Wand entlang, reißt General Bieber mit sich und wirft ihn dann in eine offene Luke, durch die frontal nun genau die Schneelawine entgegen gedonnert kommt: sie rast durch die Luke ins Innere der sich selbst mit hoher Geschwindigkeit darauf zu bewegenden Station, erfasst den schreienden General, reißt ihn komplett durch die Station hindurch durch die Kommandozentrale in der Mitte der Station, wo er den Hauptcomputerkern zerfetzt, auf der anderen Seite wieder hinaus und verschwindet mit ihm in Unmengen an Schneetonnen in der vereinten Stein- und Schneelawine – die Axt ist, an der Wand Funken schlagend entlang reißend, durch den gesamten Gang mitgerissen worden. Die Untertasse kommt in der Talsenke endlich wieder zum Halt, und das Airfighter-Team rappelt sich auf.

Chris setzt den bestätigenden Funkspruch ab: „Uplink deaktiviert.“

Bill grinst Chris ironisch an, während Jessica, Manuel und Juan draufgängerisch blinzeln.

  • 6 –

 

Zurück im Hier und Jetzt:

 

Chris hat gerade dem zunehmend aus der Fassung geratenden Carl geantwortet:

Im Grunde können Sie gar nichts mehr tun, und das Schachspiel ist schon viel zu weit fortgeschritten, Mister Schwartz.“

Jetzt überschüttet Carl das Adrenalin, und mit einem entladenden Wutschrei rennt er auf Chris los: als Carl nur noch wenige Meter von Chris entfernt ist, beginnt auch Chris, auf Carl zu zu rennen und wirft ihn einfach in vollem Laufe über sich nach hinten weg. Carl stützt sich auf dem Boden ab und springt sofort in den Stand zurück; als er sich umdreht, steht Chris schon wieder direkt hinter ihm. Reaktionsschnell fängt Carl Chris´ Schlag ab, und im Verlaufe einer kurzen, schnellen Schlagabfolge befördern sich beide bis zum anderen Ende der Gasse auf einen kleinen gepflasterten Platz hin, der von altem Mauerwerk umgeben ist und in dessen Mitte ein begrünter Brunnen plätschert.
Als Chris einen Schlag Carls direkt ins Gesicht abbekommen hat, stürzt er über die Mauer hinweg, sich abrollend, in das kleine Brunnenbecken. Carl springt aus dem Stand über die Mauer und landet ebenfalls im Brunnenbecken, wo Chris zugleich, nachdem er sich von der kleinen Mauer herab rückwärts überschlagen hat, hoch springt und zu seinem Roundhouse-Kick ansetzt, mit dem er Carl wiederum gegen die steinerne Brunnenfontäne in der Mitte des Beckens befördert, sodass Carl anschließend rückwärts ins Brunnenwasser stürzt. Chris wirft sich auf ihn, und beide wälzen sich in dem Brunnenbecken ein paar Meter weit durch das Wasser. Dann stoßen sie sich so voneinander ab, dass beide in einer Rückwärtsdrehung wieder am Rande des Brunnens auf den Beinen landen. Reaktionsschnell springen sie nach sekundenschnellem Blickwechsel wieder aufeinander zu, prallen mit voller Wicht gegeneinander und stürzen nach rechts weg einen kleinen Steinhang hinunter, bis sie einige Meter tiefer am Strand liegen bleiben. Hier springen sie erneut zurück in den Stand und parieren gekonnt abwechselnd ihre schnellen und präzisen Faustschläge, bis dann aus den Straßen des Ortes die Polizei heranrückt. Außer Atem bleiben beide einige Meter auseinander stehen.

Carl: „Ihre Eskorte, Commander!“
Chris: „Wir sind noch nicht fertig!“

Dann rennt Chris zurück zu dem Steinhang und diesen in vollem Tempo hinauf: die Polizei ändert den Kurs und fährt zurück in den Ort zu dem Platz mit dem Springbrunnen. Hier kommt Chris an, springt von der Mauer aus auf den Brunnen und sofort zur gegenüberliegenden Hausfassade, die er in gleichbleibendem Tempo bis auf das Dach hinaufklettert, während er von der Polizei schon ins Visier von Tasern genommen wird.

 

Carl ist eilends zurück auf sein Speedboot gestiegen und setzt einen Funkspruch ab: „Senden Sie sofort eine Liquidationseinheit aus auf meine letzten Koordinaten: Commander Hawk ist hier!“

Bastian bestätigt in der Hightech-Zentrale des Hauptquartiers:

Verstanden, Mister Schwartz, Einheit ist unterwegs!“

Bastian hat eine Befehlsfolge in sein Terminal eingegeben.

Carl legt mit dem Speedboot ab und rast mit ihm über das Meer hinweg zur Insel mit seiner Basis.

 

  • 7 –

     

Chris rennt über die Häuserdächer davon, und vor dem Hintergrund der Kulisse des schönen Meeres wird er von den Polizisten mit Tasern beschossen, die ihn nur knapp verfehlen: hinter ihm zucken die Elektroblitze auf dem Dach. Dann überspringt Chris in vollem Lauf einen Innenhof von einer Dachfassade auf die nächste, auf deren anderen Seite es steil zum Meer hinuntergeht, wo die Polizisten ihn unten nicht weiter verfolgen können. Indem Chris weiter rennt, hört er ein zunehmend lauter werdendes Donnern, das ihn aufblicken lässt: da tauchen wie in einem für ihn ablaufenden Lebens-Ultimatum zwei Tiefflug-Gefechtsgleiter heran, die ihn unter Panzerfeuer nehmen. Er rennt inmitten des Automatik-Kugelhagels zum Ende des Daches, überschlägt sich hier und zieht sich ein Jetpack um, mit dem er senkrecht nach oben startet. Sofort hinter ihm taucht aber donnernd Airfighter auf und richtet seine Waffen auf die Jäger. Im Cockpit bestätigen Juan und Manuel:

Sind bereit, dir die Eskorte vom Hals zu schaffen, Chris!“

Chris: „Da möchte ich aber auch mitspielen, Jungs!“
Chris wirbelt in einem Looping durch die Luft, wobei der eine der beiden Kampfjäger das ununterbrochene Automatikfeuer auf Chris eröffnet. Indem Manuel und Juan mit Airfighter einmal zwischen Chris und den Jägern hindurch jagen, ändert Chris, sich überschlagend, abrupt den Kurs, rast auf einen der abgelenkten Jäger zu und zündet sofort wieder den Umkehrschub: dadurch stößt er sich noch von dem Jäger ab, und der andere kann nicht auf ihn schießen, ohne den zweiten Jäger zu treffen. Diesen Moment ausnutzend, nehmen Juan und Manuel mit Airfighter Angriffskurs auf den Jäger und nehmen ihn aus dem toten Winkel heraus unter Beschuss. Chris düst hinter das Beschuss-Szenario und kommt nach einer weiteren abrupten Kursänderung unerwartet an einer anderen Stelle wieder hinter dem Szenario hervor: er schießt genau auf den zweiten Jäger zu und nimmt ihn unter frontalen Dauerbeschuss. Vor dem Hintergrund des blauen Meeres stürzen schließlich beide Jäger, dunkle Rauchschwaden hinter sich her ziehend, ins Wasser.

Anschließend wird Chris von Airfighter abgefangen, hält sich an der Kufe fest und klettert nach der Deaktivierung seines Jetpacks ins Cockpit.
Alle drei nehmen mit Airfighter Kurs auf Carl Schwartz´ Hauptquartier auf der Insel.

 

  • 8 –


Carl ist mit dem Speedboot zu seiner Insel zurückgekehrt. Er eilt in das schicke Anwesen und die Treppen hinauf in die Computerzentrale, von wo aus Bastian Byron den Uplink im Detail der letzten zwei Monate überprüft.
Carl: „Sagen Sie mir, für wie authentisch Sie die Updates befinden, mit denen wir in den letzten zwei Monaten versorgt wurden.“
Bastian: „Zunächst waren mir keine Fehler aufgefallen, Mister Schwartz, aber auf Ihre Anordnung hin habe ich nun die hochgeladenen Informationen einem detaillierten Prüf-Algorithmus unterzogen, der noch andauert und insbesondere die Synchronisation der Sende-Codes eruiert.“
Carl spekuliert: „Was sagt Ihnen Ihre Ahnung, Mister Byron?“
Bastian dreht sich vom Computer weg und nun komplett Carl zu: „Zunächst war ich überrascht über Ihren Befehl und skeptisch, allerdings beschleicht mich mehr und mehr ein ungutes Gefühl, das zunehmend größer wird, dass tatsächlich unsere gesamte Datenversorgung der letzten zwei Monate manipuliert worden sein könnte.“
Carls Mimik ist abzulesen, dass seine bösen Ahnungen erfüllt worden sind: „Mehr brauche ich nicht zu hören, um unsere Basis in höchste Alarmbereitschaft zu versetzen! Ich glaube, wir sind dem Airfighter-Team auf den Leim gegangen, und ich weiß nicht, wie weit sie unsere Informationsversorgung bereits manipuliert haben.“

Bastian, ebenfalls besorgt:

Dann könnte unser gesamter Überwachungs-Kenntnisstand manipuliert worden sein!“

Carl nickt langsam, indem die beiden einander, von böser Ahnung erfüllt, fest anblicken.

In diesem Moment senkt sich Airfighter vom strahlendblauen Himmel auf die Insel in der Karibik herab, und sofort eröffnen die schweren Raketen-Abwehrgeschütze das infernale Feuer auf den sich im glänzenden Sonnenlicht wie ein schwarzer Raubvogel der Vollstreckung herabstürzenden Hyperschalljäger.

Im Airfighter-Cockpit sehen Chris, Juan und Manuel die paradiesische Karibikinsel vor dem Hintergrund des blauen Meeres auf sich zu wachsen, während im Vordergrund die Abwehrraketen frontal heran geschossen kommen, die sich wie Glutpunkte in Chris´ Pupillen widerspiegeln. Auf Bildschirm_1 ist Schwartz´ luxuriöses Inselanwesen in Großansicht zu sehen, während es von Airfighters Sensoren durchgescannt wird; parallel dazu erscheint auf Bildschirm_2 die sich innerhalb von zwei Sekunden aufbauende und vervollständigende schematische Darstellung des großen Anwesens, in deren Mitte ein sich bewegendes Peilsignal aufleuchtet.

Chris dreht seinen Kopf leicht zur Seite, sodass er mit Juan und Manuel einen knappen Blick wechseln kann.

Juan: „Wir übernehmen die Schützen und Wachposten.“

In Außenansicht weicht Airfighter den ersten Panzergeschossen haarscharf, aber präzise aus.

Manuel: „Dann kommst du direkt zu Schwartz durch, ohne dass dich die Schützen aufhalten.“

Die nächsten Panzergeschosse frontal von vorn, nur eine Sekunde später zerfetzt Airfighter mit präzisen Hochenergie-Laserstrahlen.

Chris nickt: „Airfighter, überspiel mir Schwartz´ Peilsignal auf den Watchcomm!“

Aye, Commander.“

Die in der nächsten Sekunde von hinten zurück rasenden Geschosse, die Airfighter zwei Sekunden zuvor verfehlt hatten, werden von Airfighters Achtergeschützen ebenfalls in vollem Fluge zerfetzt und explodieren.

Chris: „Ich programmiere eine weitere Abfolge von Ausweichmanövern, Airfighter!“

Airfighter: „Wird umgehend initiiert, Chris!“
Juan: „Und wieder einmal ist das alles andere als langweilig!“
Erneut schraubt sich Airfighter regelrecht im Verlaufe eines Highspeed-Loops hoch über dem Meer durch eine weitere Staffel von Abwehrgeschossen hindurch und zerstört präzise eine Rakete nach der anderen in donnernden Explosionen mit den Bordgeschützen, die Manuel und Juan bedienen, während Chris, unterstützt durch Airfighter, das Manöver fliegt.
Juan: „Durch die Wachposten wirst du so schnell nicht durchkommen, beziehungsweise wenn es dir gelingt, an Schwartz heranzukommen, werden sie dich sofort von allen Seiten einkesseln!“
Airfighter: „Jedenfalls habe ich Schwartz mit der Ortung erfasst: er befindet sich auf dem Weg zu einem Schacht, der gemäß meiner Sensorabtastung tief nach unten führt.“
Chris: „Bereit für einen kühnen Plan, wie ihr mir die Wachen vom Hals haltet und ich direkt bei Schwartz lande?!“
Manuel blickt neugierig und grinsend auf: „Das klingt extrem spannend – lass machen, Bro!“
Juan lacht über Manuels Ausdrucksweise und zugleich über Chris´ Plan:

Manuel, ich sage dir, das wird wild!“

Airfighter: „Bereit zur Automatik-Übernahme der Flugkontrolle.“

Chris hebt eine Augenbraue: „Ich habe doch noch gar nicht gesagt, was ich vorhabe.“

Airfighter: „Ich kenne deine Verhaltensmuster mittlerweile lange genug, um gewisse Dinge voraussagen zu können, Chris.“

Chris, Manuel und Juan grinsen bis an beide Ohren.

 

  • 9 –

     

Carl hat die computerisierte Überwachungszentrale mit Bastian bereits wieder verlassen und überquert eine schicke, weiße Terrasse, hinter der sich der paradiesische Anblick auf das Meer unter blauem Himmel bietet.

 

Als Airfighter ein weiteres Mal dicht über Schwartz´ Anwesen hinweg zieht, springt Chris, an Seilen befestigt, ab und wird einmal über die komplette Terrasse gezogen, läuft, vom Schwung mitgerissen, sogar an der Außenwand entlang und durchschlägt schließlich im Schutzanzug eine große Panoramascheibe. Sofort entkoppelt Chris die Seile und steuert im Schub seines Jetpacks quer durch das Anwesen, wobei er Türen, Treppengeländer und weitere Glasscheiben einfach durchschlägt und auf die ihm auf dem Watchcomm angezeigte Position Schwartz´ zu stürmt.

Die Wachen, die Chris ins Visier nehmen, um das Automatikfeuer auf ihn zu eröffnen, können ihn so schnell, wie er durch das Anwesen stürmt, aber nicht erfassen und werden plötzlich von draußen unter Beschuss genommen, als Manuel und Juan ebenfalls abgesprungen sind und von der Terrasse aus von zwei Seiten nun das Anwesen selbst unter Dauerbeschuss nehmen.
Airfighter hat dicht über dem Anwesen sofort wieder hochgezogen und nimmt im Automatikmodus die weiteren Abwehrgeschütze ins Feuer, um diese zu zerstören. In Airfighters starkem Düsenschub werden die schicken Terrassenmöbel weggeschleudert und zertrümmern den prächtigen Springbrunnen aus Marmor, der die Mitte der Terrasse geziert hat.
Zeitgleich rücken nun vom Horizont her Militärmaschinen der Airforce zur Unterstützung heran.
Gleichzeitig sieht Bastian auf seinen Überwachungskameras, wie auf dem Festland das Militär gelandet ist und hier die politische Führung nun wieder übernimmt: der politischen Verwaltung der Insel wird unmissverständlich klar gemacht, dass Schwartz´ Regierung gestürzt worden ist – niemand leistet protestierenden Widerstand.

Carl ist soeben in einem dunklen, mit Metallwänden verkleideten Raum in eine Vorrichtung gestiegen, aus der er automatisch mit einem Panzeranzug versehen wird und nun mit futuristischem Aussehen zur hinteren Metallwand des Raumes tritt.
Da durchbricht Chris die Metalltür zu diesem Raum im Düsenschub seines Jetpacks, und Carls und Chris´ Blick treffen sich für eine Sekunde: Chris richtet sein Gewehr auf Carl, doch da fährt dieser schon auf der Plattform, auf der er gestanden hat, blitzschnell senkrecht nach unten in den Metallboden, und über seinem Kopf schließen sich binnen Sekundenbruchteilen drei Panzerschotts. Chris eröffnet das Dauerfeuer aus seinem Gewehr auf die Schotts und zerschmettert diese eines nach dem anderen. Dann springt Chris kurzerhand hinter Carl her in den dunklen Schacht senkrecht nach unten. Tatsächlich fegen Chris von irgendwo unten Schüsse entgegen, die er erwidert: immer wieder werden Steine aus der mittlerweile felsigen Wand des senkrechten Schachtes gefetzt, durch den Chris frei in die Tiefe fällt und immer wieder kurz durch angebrachte Kontrolllampen erhellt wird – sein Gesicht und das Schussszenario, inklusive den beschossenen Felsen, sind abwechselnd im völlig Dunklen und dann im blendend Hellen zu sehen.

Unten angekommen, springt Carl von der Plattform, als diese schon von Chris´ Schüssen getroffen wird. Chris aktiviert den Gegenschub seines Jetpacks und kann sich so seitlich am unteren Ende des Aufzugschachtes hinauskatapultieren.
Hier bietet sich Chris der Anblick einer großen Anlage, in der Vorstadien von Klonen zu sehen sind – aber offensichtlich ist alles stillgelegt; des Weiteren erkennt Chris in einer Datei Aufzeichnungen Doctor Morans, der damals das Airfighter-Team klonen wollte und erfolgreich beim Klonieren des Erzgegners Jim Brown gewesen war; außerdem sieht Chris in großen Glasretorten unbelebte und noch im Entstehen befindliche Avatare der Plasma-Kreaturen, die damals Green-Tech entworfen hatte, sowie im Computer eine große Anzeige einer noch nicht kreierten Virtual-Reality-Kreatur sowie DNA der künstlich gezüchteten Halb-Aliens, die damals im Laufe einer Militärverschwörung Green-Stone-Town angriffen!
Schier ungläubig reißt Chris die Augen auf und bleibt wie erstarrt stehen. Da springt Carl von der Seite auf Chris, und beide setzen zu einem Cyborg-artigen Duell an: Chris in seinem Kampfanzug mit Jetpack und Carl in seinem computerisierten Kampfanzug. Carl kann außerdem immer wieder über seinen Anzug Geschütze steuern, die von allen Seiten her das Feuer auf Chris eröffnen, das dieser jedoch gezielt mit schnellen Schüben seines Anzugs außer Gefecht setzt oder mit seiner Körperpanzerung abfängt.
Carl und Chris prügeln sich regelrecht durch den kompletten Laborkomplex.
Carl: „Wir sind niemals die Bösen gewesen, wir überwachen – und das schon seit langer Zeit! Sie sehen hier all die großen Schläge, die gegen die Weltmächte durchgeführt wurden: wir verhindern hier, dass es noch einmal dazu kommt – dazu habe ich Sie und das Airfighter-Team gebraucht!“
Chris: „Ich verstehe nicht! Was genau haben Sie vor?“
Carl: „Fragen Sie eher, was wir nicht vorhaben, wie wir verhindern, dass Kriminelle einen dritten Weltkrieg verursachen! Das ist schon seit Jahren unsere Agenda, dazu haben wir Sie gebraucht!“
Chris: „Sie hätten doch einfach fragen können! Sie wissen, dass Sie uns vertrauen können, wenn es um die Weltsicherheit geht!“
Carl: „Aber genau darum geht es, dass wir im Verborgenen arbeiten: wir müssen täuschen und tarnen – das ist die einzige Chance, wie wir den nächsten großen Krieg verhindern können!“
Nach und nach haben die beiden in ihrem Kampf aufgehört, sodass sie nun voreinander stehen und einander ansehen – inmitten des futuristischen und grotesken Szenarios der Erinnerungen vergangenen Terrors.
Chris: „Ihre Agenda ist doch im Grunde genau richtig, dass Sie verhindern wollen, dass ein Terror-Regime die Weltmächte übernimmt: wir haben das gleiche Ziel, aber Sie müssen jemandem trauen!“
Carl: „Sie haben es sich erarbeitet, die Guten zu sein, und können an Ihren moralischen Grundsätzen festhalten. Wir haben diesen Status nie erreicht und werden ihn nie erreichen – wir bleiben im Verborgenen. Wir haben kein Gesicht in der Öffentlichkeit, für die Welt existieren wir überhaupt nicht! Aber wir legen der internationalen Sicherheit Rechenschaft ab und sorgen dafür, dass ein Gleichgewicht zwischen den Weltmächten erhalten bleibt!“

 

  • 10 –

     

Juan und Manuel nehmen draußen auf der Terrasse die Wachposten unter Beschuss und zerschmettern auf diese Weise die komplette Panoramafensterfront hin zum Meer.

 

Bastian hat vom Zentralrechner-Raum aus Juan und Manuel erfasst und steuert von seinem Terminal aus die automatischen Geschütze in der Außenwand, die sich nun auf Juan und Manuel ausrichten.
Juan sieht dies noch im letzten Moment und ruft Manuel zu: „Wirf dich hinter die Mauer – wir werden von den Wandgeschützen unter Automatikbeschuss genommen!“
Inmitten des donnernden und alles zerfetzenden Kugelhagels springen Juan und Manuel noch knapp hinter die Mauer, die auch schon von den ersten Schüssen zerfetzt wird.

Bastian schaut zufrieden auf den Kontrollbildschirm, der die zerfetzte Terrasse und keinerlei Regung mehr anzeigt.

Juan und Manuel hängen auf der Rückseite der Mauer in den Klippen, wo es steil nach unten ins Meer geht.
Manuel ruft zu Juan, indem sich beide mit aller Kraft in den Klippen festklammern:

Ich glaube, unsere Operation hat soeben den Boden unter den Füßen verloren.“

Juan blickt gespielt entnervt: „Really?“

 

  • 11 –

     

Chris: „Carl, in Wirklichkeit ist President Cavanaugh sogar noch am Leben, wie gesagt: das Ganze war eine perfekte Täuschung; auch das Airfighter-Team war zwischenzeitlich nicht informiert – wir können also alles noch in Ordnung bringen – hören Sie mir zu!“
Erstmalig ist Carl anzusehen, dass er wirklich zu zögern beginnt: mit einem nachdenklichen Blick sieht er Chris fest in die Augen, indem beide im Kampf innehalten.

 

  • 12 –


Oben erreicht das Luftgeschwader der Airforce in diesen Sekunden das Anwesen und fordert über Megaphon auf: „Ergeben Sie sich und lassen Sie die Waffen fallen, kommen sie mit erhobenen Händen heraus, und es wird kein Feuer eröffnet!“
Juan und Manuel ziehen sich mit letzter Kraft wieder zur Mauer hoch und über ihre zerschossenen Reste auf die Terrasse.
Bastian erinnert sich an die Absprache mit Carl in einer Rückblende:
Carl: „Wenn es doch geschehen sollte, dass unsere Zentrale hier eingenommen wird, aktivieren Sie Omega, das sämtliche Überwachungsdienste und unsere integrierten Kontrollen auf der ganzen Welt lahmlegen wird, sodass ein globaler digitaler Kollaps die Folge sein wird!“
Bastian aktiviert auf seinem Terminal das Computervirus Omega, das gemäß Anzeigen über die Zwischenbasis als Uplink umgehend ins World Wide Web gesendet wird, das er mittlerweile vollständig gehackt hat!

Die bisher nicht zu sichten gewesene Airfighter-Basis senkt sich aus unglaublicher Höhe vom blauen Sommerhimmel herab.

In der Zentrale bestätigt der Computer: „Ein Virus ist soeben von Schwartz´ Hauptquartier aus ins World Wide Web hochgeladen worden.“
Bill: „Wie zu erwarten – dann wollen wir mal das Feedback schicken!“

Nun zeigen Bastians Computer die Warnung an, das tatsächlich das World Wide Web gar nicht mehr unter seiner Kontrolle steht und alles in Wirklichkeit falsche Informationen gewesen sind, die er seit Wochen bekommen hat! Stattdessen wird ihm nun ein Feedback-Impuls zurückgesendet, der in eine katastrophale Überladung sämtlicher digitaler Systeme in Schwartz´ Hauptquartier führen wird.

Bastian trifft die Erkenntnis wie ein Blitz: „Die Zwischenbasis existiert auch gar nicht mehr!“
 

  • 13 –

     

Bastians Erkenntnis trifft auf das zu, was zuvor im Verborgenen geschah:

 

Die Airfighter-Basis nimmt Angriffskurs auf die Zwischenbasis.

Jessica steht im Bild-Funk-Kontakt zu Mister Wright in der Zentrale der Zwischenbasis:

Mister Wright, ich warne Sie vor und fordere Sie auf, den Angriff auf Green-Stone-Town zu beenden!“

Wright: „Keine Chance, Miss Ricks – Sie ergeben sich, oder Sie werden zusammen mit Green-Stone-Town vernichtet!“

Jessica erwidert einen unnachgiebigen Blick.

Wright fährt fort: „Außerdem habe ich Ms. Parson ein Dokument zugeschickt, das die Verschwörung um die Ermordung President Cavanaughs durch den CIA und die Involvierung des Airfighter-Teams offenlegt. Sie wird dies in der Presse veröffentlichen! Und bei ihrem Ansehen...“

Jessica hebt den Zeigefinger und unterbricht mit Mister Wright. Ohne weitere Worte schaltet Jessica mit einer Eingabe in die Computerkontrollen der Airfighter-Basis die Bildübertragung auf einen anderen Kanal um: jetzt ist President Cavanaugh zu sehen in der Schaltzentrale von Sektion Omega.

Wright erstarrt ungläubig.

Cavanaugh: „Es tut mir sehr leid, Ihnen sagen zu müssen, dass sämtliche Informationen, die Sie der London Times zugespielt haben, komplette Fake News sind, Mister Wright. Weder bin ich vom CIA – oder sonst irgendjemandem – ermordet worden, noch existiert eine Verschwörung zwischen CIA, dem Airfighter-Team, der US-Regierung oder wem sonst noch… Ich fürchte, zum ersten Mal in Ihrer beispiellosen Karriere als Enthüllungsjournalist von Weltklasse haben Sie vollkommenen Blödsinn geleakt!“

Wright schluckt sprachlos.

Cavanaugh: „Und darf ich Ihnen meinen leitenden Sicherheitschef vorstellen?“

Neben President Cavanaugh tritt General Brunt in Militäruniform ins Bild und grüßt Wright mit einem förmlichen Nicken.

Jetzt wechselt der Kanal wieder zur Ansicht mit Jessica in der Computerzentrale der Airfighter-Basis zurück: „Sie sind gescheitert, Mister Wright, Ihre Reputation ist dahin, und Ihre Fake News werden allesamt geschreddert – also, geben Sie jetzt auf!“

Jetzt fasst sich Wright wieder, wenn auch sein vorheriger Gesichtsausdruck der absoluten Überlegenheit nun dem des blanken Zornes gewichen ist: „Dann habe ich ja nichts mehr zu verlieren, Miss Ricks, wenn ich Schwartz´ Mission hier zu Ende führe!“

 

Wright nickt dem Posten hinter sich zu: hinter den nickenden Gesichtern der Posten bietet sich ihm der Anblick des Graviton-Kerns, der ein weiteres Mal mit unheilvollem Dröhnen blau aufzuleuchten beginnt.

 

In der Computerzentrale der Airifghter-Basis zeigt einer der Monitore in der Kontrollwand Dave und John Monroe zusammen mit Professor Sterling, wie sie unten im abgeschotteten Green-Stone-Town eines der Teleskopbeine der Zwischenbasis mit Spezialsprengsätzen versehen haben.

Dave: „Professor Sterling hat für uns in Eile quasi mobile Quantenschilde im Kleinformat entwickelt, mit denen wir uns dem Teleskopbein der Zwischenbasis unregistriert nähern konnten.“

Sterling: „Ich hatte diese schon länger in Vorbereitung – für den Fall der Fälle versteht sich…“

Jessica grinst: „Ebenso wie die Kommunikation auf Gravitationswellenbasis durch die Graviton-Blase hindurch.“

Sterling erwidert das Grinsen: „Exakt.“

John: „Auf alle Fälle sind wir bereit, das Bein wegzusprengen!“

Jessica: „Sprengkommando hiermit erteilt!“


In einem donnernden Explosionsball wird das Teleskopbein weggesprengt, sodass die Zwischenbasis sofort umzukippen beginnt.

In der Zentrale sind die Posten durch die schweren und unerwartet eingesetzten Erschütterungen zu Boden gerissen worden, und nur Wright bleibt standfest auf der Stelle, indem er sich mit all seiner Körperkraft gegen das Fallmanöver stemmt. Mit einem gewaltigen Satz springt er inmitten des Umkippens der gesamten Basis ein paar Meter nach vorn zur Steuerkonsole, wo zwei Posten zur Seite weg gestürzt sind, und aktiviert den Notstart der Positionstriebwerke.

 

Jessica sieht auf dem Hauptschirm, wie die Zwischenbasis ihren Sturz wieder auffängt und langsam abhebt.

 

Wright zischt wütend hinter der Steuerkonsole, an der er sich festklammert:

Dann enthaupten wir jetzt ihr Wahrzeichen, um ebenfalls ein Symbol zu setzen!“

 

Jessica blickt von den Überwachungsanzeigen auf und öffnet einen Funkanal: „Airforce-Hauptquartier, die Zwischenbasis setzt gerade genauen Kurs auf den Mount-Green-Stone!“

Ned, über Funk: „Verstanden, Jessie – wir eilen dir zur Seite!“

 

Auf dem großen Hauptschirm in der Zentrale verfolgt Wright zufrieden, wie der komplette Gipfel des Mount-Green-Stone, eingehüllt in eine blau schimmernde Graviton-Blase, brutal abgerissen und senkrecht nach oben gezogen wird, wobei etliche tonnenschwere Trümmer in die Tiefe stürzen und an zahlreichen Stellen gewaltige Steinlawinen auslösen, die in die Tiefe donnern.

Dann friert die Ansicht des gesamten Szenarios auf dem Schirm zu einem Standbild ein, und eine Computerstimme bestätigt:

Simulation erfolgreich verlaufen – Parameter zum Start sind programmiert!“

Wright zischt, indem er eine Befehlsfolge in den Computer eintippt:

Köpfen wir den Mount-Green-Stone!“

Aus der Waffenphalanx der Zwischenbasis schießt der gebündelte Graviton-Strahl heraus, wird aber plötzlich in zahlreiche, blau gleißende Teilstrahlen auseinander gefächert wird, die lediglich noch stark genug sind, um soeben einige kleinere Berggipfel um einige Meter abzurasieren.

Wright fährt wütend auf: „Was war das?!!“

Mister Wright, unsere Sensoren registrieren eine gewaltige Energiesignatur!“

Wright wirbelt mit einem Blick der bösen Vorahnung und des Zornes wieder herum Richtung Hauptschirm, wo sich in diesen Sekunden eine der riesigen, spinnenartigen Flugmaschinen enttarnt.

Unsere Systeme werden elektrisch paralysiert, Mister Wright!“

Wright schnieft einmal laut vor Zorn und Ohnmacht.

 

In der Kommandozentrale der Flugmaschine am Ende des langen von lichtpulsierenden Energieleitungen durchzogenen Ganges, an dessen gegenüberliegendem Ende der Quantenschild-Generator schimmert, befiehlt Commander Decker gerade mit zufriedenem Blick auf die entwaffnete Zwischenbasis:

Sehr gute Arbeit, Lieutenant – öffnen Sie nun einen Funkkanal zu Mister Wright, damit ich ihn zur Kapitulation auffordern kann!“

Aye, Commander.“

 

Die enttarnte Flugmaschine ruft uns, Mister Wright: ein Commander Decker der U.S. Airforce fordert uns zur Kapitulation auf!“

Wright bebt: „Sie setzen wirklich alles gegen uns ein!“

Er geht auf der erhöhten Etage an eine Stelle, von der aus er auf das große Deck mit dem blau schimmernden Graviton-Kern blicken kann, und ruft wuterfüllt:

Leiten Sie alle verfügbare Energie in den Graviton-Kern – wir erzeugen eine Gravitonenblase von solcher Quantendichte, dass sie jede Masse im Umfeld anziehen und verschlingen wird!“

Sir, aber werden unsere eigenen Quantenreflektoren uns ausreichend schützen?“

Wright brüllt laut über das Deck: „Tun Sie es!“

Jawohl, Sir.“

 

In der Airfighter-Computerzentrale registriert der Computer dies sofort.

Jessica öffnet den Kanal zur Flugmaschine:

Commander Decker, sie beginnen gerade damit, eine gewaltige Gravitonenblase zu erzeugen!“

Decker, auf dem Hauptschirm:

Bestätigen, Miss Ricks, wir leiten sofortige Gegenmaßnahmen ein!“

 

Wright grinst böse, als er auf dem Hauptschirm mitverfolgt, wie die Airfighter-Basis zwischen ihn und das tief unten liegende Green-Stone-Town manövriert:

Leider müssen wir uns jetzt voneinander verabschieden, Miss Ricks.“

Mister Wright!“

Der alarmierende Schrei des Postens lässt Wrights Grinsen abrupt verschwinden, indem die Ansicht auf dem Hauptschirm zunehmend abgedunkelt wird.

 

In Außenansicht senkt sich gerade von senkrecht oben die große Flugmaschine mit ihren ausgebreiteten, spinnenartigen Beinen auf die Zwischenbasis und schließt diese langsam zischen ihren sich zusammenschließenden Beinen ein.

Commander Decker ist sehr zufrieden:

Professor Sterlings Quantenfrequenz-Harmonisator leistet ganze Arbeit.“

 

Die Zentrale in der Zwischenbasis ist mittlerweile völlig abgedunkelt und von der Außenwelt durch die Spinnenbeine abgekapselt.

Mister Wright, Sie reflektieren den Graviton-Impuls gegen uns zurück, wenn wir ihn emittieren!“

Wright, kochend vor Wut: „Wir sind stärker – wir zerschmettern sie!“

 

Jessica blickt in der Computerzentrale gebannt auf den Hauptschirm und murmelt vor sich hin: „Wenn Sie jetzt nicht Ihren eigenen Pass mit voller Wucht ins Gesicht zurückbekommen wollen, brechen Sie Ihren Angriff ab, Mister Wright!“

 

Als dann hinter Wright der in immer tieferen Blautönen schimmernde und zunehmend lauter brummende Graviton-Kern einen gleißenden Impuls aussendet, der in Wrights Pupillen in der abgedunkelten Zentrale reflektiert wird, fließt der Graviton-Impuls im Innern der geschlossenen Spinnenbeine wie in einem gigantischen und kugeligen Blitzableiter zusammen und ballt sich gewaltig gegen die ihn aussendende Zwischenbasis.

 

Decker: „Jetzt!“

 

In Außenansicht werden die Spinnenbeine weggesprengt und stürzen ringsum nach unten in den Forest, indem sie kurze Flammen und Rauchschwaden hinter sich her ziehen.

In der Zentrale der Zwischenbasis kneift Wright seine Augen zusammen, die blitzartig vom blendenden Licht überflutet werden.

Und dann wird die komplette Zwischenbasis, durch den unvorstellbaren Graviton-Impuls schier bis ins Unendliche beschleunigt, bis in die obere Atmosphäre geschleudert, wird erneut beschleunigt und fegt durch ein verschneites und verlassenes Gebirge in Alaska, bevor sie dann in der Karibik ins Meer katapultiert wird!

 

  • 14 –

     

Ein weiteres Mal zurück im Hier und Jetzt erfasst Bastian McByron die Erkenntnis: „Die Zwischenbasis existiert auch gar nicht mehr – seit zwei Monaten haben wir nur noch gefälschte Daten erhalten, unsere Updates sind vollständig gefaked… wir sind im Ar***!“

Von allen Seiten her dröhnt der schrille Ton der Überladung von Schwartz´ Computersystemen durch den Feedbackimpuls, und in Bastians Augen spiegelt sich das Aufgleißen der Bildschirme wider, indem nun sämtliche Computersysteme im schrillen Ton und infolge einer gleißenden Kaskadenreaktion zu explodieren beginnen: Bastian schirmt sich mit dem rechten Arm ab und verschwindet in den alles verschlingenden Stichflammen der donnernden Explosionen.

 

  • 15 –

     

In dem surreal wirkenden und futuristischen unterseeischen Laborkomplex dröhnt, durch die Decke hindurch ultraschnell näherkommend, die Kaskadenreaktion, und alle Systeme beginnen auszufallen: auch hier baut sich eine Explosion auf.

Carl und Chris blicken einander nach wie vor fest in die Augen.

Chris weicht zurück und blickt nach oben: „Raus hier!“

Carl bleibt ruhig und bewegungslos stehen, indem er Chris nach wie vor fest in die Augen sieht:

Behalten Sie die Welt im Auge, Commander Hawk – wir teilen uns die Global Overwatch!“
Da explodieren von allen Seiten die Computersysteme, und das Labor wird gesprengt. Chris springt durch mehrere Anlagen hindurch zur Aufzugsplattform, rollt sich ab und springt in den Fahrschacht hinein. Über Headset funkt er Airfighter an:

Ich brauche oben einen freien Ausgang der Aufzugsplattform, Kumpel!“

Airfighter wendet im Tiefflug über dem Anwesen: „Betrachte es als erledigt, Chris!“
Die im halb zerschossenen Anwesen nach wie vor in Schusshaltung befindlichen Juan und Manuel haben den Funkspruch mitgehört.

Manuel blick Juan skeptisch an: „Im Brandfalle einen Lift benutzen?!“
Juan zieht die Augenbrauen hoch „Na ja – entweder raus oder nicht raus...“
Unten schlägt Chris mit dem Ellbogen gegen die Steuerkontrolle der Metallplattform, die sogleich mit ihm senkrecht in die Höhe rast: „Up and away!“

In Chris´ Augen hat sich bereits das infernale Explosionsszenario des Laborkomplexes widergespiegelt. Indem das komplette Labor mit Schwartz, der im Zentrum steht und in Chris´ Anblick andeuntgsweise salutiert, nun in die Tiefe des Meeres weggesprengt wird, wird Chris im Lift nach oben katapultiert, auf den Boden gedrückt, durch das Anwesen geschmettert, hochkatapultiert, überschlägt sich, und indem die komplette Wand um ihn herum zerbirst, landet er schließlich im Knien inmitten eines Berges aus Trümmern auf dem Flachdach, wo Juan und Manuel ihn bereits ins Visier genommen hatten, um Chris für den Fall Feuerschutz zu geben.
Juan, ungläubig: „Weißt du, wie das gerade ausgesehen hat?“
Manuel bestaunt das Trümmerszenario und die hinter Chris aus dem Loch spritzende Wasserfontäne von tief unten aus dem Meer: „Das glaube ich jetzt nicht.“

In der Tat hatte Chris´ unbeabsichtigte Landepose etwas von einer klischeehaften Superhelden-Landung – wenn auch etwas wackelig und inmitten eines chaotischen Trümmerfeldes.
Chris hebt einfach nur unbekümmert die Schultern – und dann müssen alle drei anfangen ungeniert zu lachen über dieses unglaubliche und im Rückblick sehr verrückte Szenario.
Tief unter Wasser wird die in der Fels eingelassene kugelförmige Laborkomplex in die Tiefen gedrückt und verschwindet in der Dunkelheit des Meeres...

 

  • 16 –

 

Ebenfalls geschah im Vorfeld:

 

Luke Rimes und seine CIA-Agenten konnten, durch Professor Sterlings Vorrichtung gegen die Graviton-Emissionen der Zwischenbasis geschützt, von der Airfighter-Basis aus unbemerkt starten.

[...]
Im CIA-Hauptquartier in Langley trifft ein Dienstwagen-Konvoi mit Luke Rimes und weiteren Agenten ein. Ohne Aufsehen zu erregen, durchkämmen sie im Laufe mehrerer Stunden das komplette Gebäude und gleichen in jeder Abteilung die Namen der dort jeweils arbeitenden Agenten mit denjenigen auf einer digitalen Liste ab, die sie mit sich führen. Wenn ein Name nicht aufgelistet ist, wird der jeweilige Agent unauffällig mit einer kleinen Wanze digital markiert.

[...]

Im Laufe der Zeit haben Luke Rimes und seine Agenten des CIA anschließend aus einem eigenen Büro heraus, von dem aus sie sich über eine vom Präsidenten freigegebene Datenleitung ins Intranet des CIA gehackt haben, die Personalakten durchcheckt und auf diese Weise herausfinden können, welche Agenten aus Schwartz´ Organisation stammen und nicht ursprünglich von President Cavanaugh eingestellt worden sind.
Durch eine im Feuermelder versteckte Kamera scheint Rimes´ Trupp jedoch beobachtet zu werden!

 

und jetzt treffen diese Ereignisse auf die Gegenwart:

 

In einem anderen Überwachungsraum ist General Steele zu sehen, der alles genau mitansieht und den Datenupload mitliest: er erkennt, dass gerade die Agenten aus Schwartz´ Organisation enttarnt werden. Mit bösem Blick schaut er auf den Monitor und zieht seine Waffe.

 

In diesen Minuten betritt Luke Rimes mit seinem Agententrupp zusammen unter Eingabe des Autorisierungscodes des Präsidenten die Überwachungszentrale des CIA-Hauptquartiers und wendet sich im Laufe seines imponierenden Auftritts direkt an Mister Thorndike: „Entschuldigen Sie bitte, Mister Thorndike, aber President Cavanaugh hat uns gebeten, eine Inventarprüfung vorzunehmen – und einige der hier stationierten Agenten haben leider nicht auf seiner Gehaltsliste gestanden.“

Nach seinen Worten an Mister Thorndike wollen einige Agenten im CIA-Hauptquartier ihre Waffen ergreifen, jedoch werden sie automatisch getasert, da ihre kleinen Wanzen sie gezielt für Flugsonden markiert haben. Thorndike blickt Rimes verwundert und dankbar zugleich an:

Vielen Dank – was für ein effizientes Arbeiten!“
Plötzlich wird die gesamte Zentrale hermetisch abgeriegelt.

Einer der Agenten blickt sofort von seiner Computerstation auf:

Das Hauptquartier wird hermetisch abgeriegelt und unsere Kontrollen übernommen, Sir!“

Thorndike blickt sofort zu einem weiteren Agenten, indem sich sein Blick kurz mit dem von Luke Rimes trifft.

Der zweite Agent ergänzt: „Die Zugangscodes sind auf jemanden personalisiert worden, der sich gerade unantastbar durch das Hauptquartier bewegen kann!“

 

General Steele schreitet zielstrebig und mit fest fixierendem Blick durch die hermetisch abgeriegelten Abteilungen, die immer präzise auf sein Kommen hin die Notaus- und Zugänge öffnen und sofort wieder schließen. Auf diese Weise gelangt Steele in Richtung der Zentrale durch die verschiedenen Abteilungen und schaltet auf seinem Weg dorthin die Agenten mit gezielten, schallgedämpften Schüssen aus.
Luke durchschaut in der Einsatzzentrale, was geschieht, und springt mit Thorndike in Deckung, als sich schon draußen im Korridor die Notausgänge öffnen und Steele den Korridor betritt, um sich den Weg gezielt in Richtung Einsatzzentrale frei zu schießen! Thorndike wirft geistesgegenwärtig einen Blick auf eine bestimmte Kontrolle, und Luke versteht sofort: er antwortet Thorndike mit einem kappen Nicken. Da betritt Steele die Zentrale und nimmt Thorndike ins Visier, der im selben Moment die Feuerlösch-Kontrollen betätigt: schon durchströmt undurchsichtiger Rauch die Zentrale, so dass Thorndike aus Steeles Visier entkommt. Luke springt blind über ein Terminal hinweg und rammt inmitten des Rauches Steele, der die Umgebung der Zentrale nicht mehr erkennen kann. Zwischen Rimes und Steele setzt eine schnelle Folge von gekonnten Nahkampf-Attacken ein. Thorndike ruft in die Zentrale: „Können wir die Zugangscode-Personalisierung aufheben?“

Ein Agent antwortet durch den undurchsichtigen Rauch hindurch:

Negativ, Sir – zumindest nicht auf die Schnelle!“

Inmitten seines Nahkampfes mit Steele fällt Lukes Blick auf die Rauchabzugsschächte: indem er die nächste brutale Attacke Steeles pariert und nicht weniger resolut erwidert, ruft Luke Thornike blind zu: „Es ist an der Zeit, Mister Thorndike, den Rauch abzulassen, finde ich!“

Thorndike nickt verstehend einem seiner Agenten durch den Ruch zu:

Absaugvorrichtung aktivieren!“

Aye, Sir – das geht tatsächlich!“

Als Luke für eine Sekunde die Hände frei hat, kickt er einen Bürostuhl gegen die ihm am nächsten befindliche Lüftungsöffnung, als er schon wieder die nächste brutale Attacke Steeles abwährt. Sogleich imitieren weitere Agenten Lukes Aktion und rollen Bürostühle gegen die Abzugsschächte, wodurch diese verstopfen und so der Luftsog durch die verbliebenen immer stärker wird. Schließlich ist nur noch der Abzugsschacht frei, der sich genau über Lukes und Steeles Köpfen in der Decke befindet. Steele blitzt Luke an und richtet erneut seine Waffe aus. Doch Luke fasst unerwartet mit beiden Armen die Hand mit der Waffe und dreht sie unter die Decke, woraufhin Steeles Schussfolge die Lüftungsklappe vor dem Abzugsschacht zerfetzt.

Luke: „Zeit für Ihren Aufstieg, General!“

Schon wird Steele durch den einzig verbliebenen und überdimensional starken Luftsog erfasst und nach oben unter die Decke gerissen. Luke hat sich am ihm nächstgelegenen Computerterminal festgeklammert, an dem er nun mit nach oben wehenden Beinen kopfüber festhängt. Steele fegt rasendschnell und schreiend in den Lüftungsschacht unter der Decke, indem er noch blind um sich feuert, aber nur weitere Computer trifft. Dann ist aus seiner Perspektive zu sehen, wie er in rasender Geschwindigkeit durch den langen Luftschacht gefegt wird, wobei immer wieder dumpfe Stöße zu hören sind, wenn er gegen die Wände prallt, woraufhin seine Schreie und Schüsse nach und nach völlig verstummen…

Sich allmählich wieder entspannend, blickt Luke Rimes zurück zu Mister Thorndike, der ihm erleichtert zunickt.

Einer der Agenten bestätigt von seiner Computerstation aus:

Wir machen uns umgehend an die Aufhebung des Codierungs-Programms, Sir.“

 

  • 17 –

     

Das Green-Stone-Valley zeigt den zurückgekehrten Frieden in und um Green-Stone-Town, dessen Silhouette sich am Ende des dicht bewaldeten Valleys zeigt: alle Spuren der Belagerung durch die Zwischenbasis werden beseitigt, und die Bevölkerung atmet auf.

 

Auf einem Rednerpodest in Washington, D.C. spricht der Präsident:

Ich wende mich heute an Sie, unsere Nation, um Sie endgültig aufzuklären über die größte Undercover-Mission in der Geschichte unserer Staaten! Es war notwendig gewesen, meine Liquidation vorzutäuschen und General Brunt mich ersetzen zu lassen, um die vielleicht größte Bedrohung in der Geschichte für unser Volk abzuwenden. Zunächst aber mussten wir herausfinden, wer überhaupt die Drahtzieher gewesen sind, wer die ganze Zeit über im Verborgenen gegen uns agiert hat und wer unsere Nation bedrohte. In all der Zeit stand mir und uns allen das Airfighter-Team treu zur Seite: ohne sie wäre es uns nicht erfolgreich gelungen, die Bedrohung zu enttarnen und unschädlich zu machen![…]“

 

Auf das Airfighter-Team verfolgt die Ansprache auf einem großen Bildschirm in der modernen Computerzentrale im zweiten Stock der Basis: mit Kaffeetassen in der Hand stehen oder zum Teil auch sitzen die fünf hier in entspannter Haltung, und durch die halb offene Glasschiebetür erstrahlt das im Hintergrund durch die große Panoramafensterscheibe in der nebenan befindlichen Sitz-Wohnecke hereinfallende Sonnenlicht.

Bill: „Es ist schön, dass zumindest diese Baustelle endlich behoben ist.“

Chris klopft Bill auf die Schulter, und Bill lächelt zurück.

Jessica: „Und Walter Granger steht weiterhin in den Diensten des CIA, nachdem er die ganze Zeit über als Informant bei Schwartz eingeschleust war und somit genau informieren konnte, wo sich die neuralgischen Stellen seines Wold Wide Control Web befanden.“

Juan: „Aber zugleich hat dir Schwartz´ Laborkomplex – oder was immer du da beschrieben hast – sehr zu denken gegeben, Chris?“

Chris nickt: „Offenbar hat Schwartz mit seiner Organisation tatsächlich sämtliche großen Bedrohungen der letzten Jahrzehnte unter sicherer Verwahrung gehabt.“

Jessica, skeptisch: „Oder sie für sich beansprucht…“

Manuel: „Gar nicht auszudenken, was er mit einer solchen Anhäufung von Waffen und Technologie anrichten könnte!“

Chris: „Etwas in Schwartz´ Verhalten hat mich ihm glauben lassen, dass er wirklich die Welt überwachen und solche Anschläge verhindern will.“

Juan: „Eine noble Geste, aber irgendwie haperte es an der Umsetzung.“

Chris grinst: „Definitiv. Aber ich glaube ihm, dass an seiner Idee hinter der Global Overwatch wirklich ein aufrichtiges Ideal gesteckt hat.“

Bill: „Vielleicht werden wir es nie erfahren…“

Chris antwortet den Blicken der anderen zunächst noch mit nachdenklichem Schweigen, indem er sich vorstellt, wie der unterseeische Laborkomplex tief im Meer versinkt und von der Dunkelheit der Wassertiefen verschlungen wird – dann antwortet er mit einem erleichterten Lächeln:

Vielleicht ist es auch besser so!“

Manuel: „Und ich glaube, unten erwartet uns eine Freiheits-Feier in G.S.T., Leute!“

Jessica: „Und da dürfen wir nicht fehlen!“

Geschlossen und einander umarmend, verlassen die fünf die Computerzentrale, wo die Bildschirme erlöschen, und gehen hinaus in den wie erlösend wirkenden Sonnenschein.

 

  • 18 –

     

Auf dem Main Square of Green-Stone-Town nimmt eine jubelnde Menge zusammen mit Dave, Pam und John Monroe sowie Professor Sterling das Airfighter-Team in Empfang: Airfighter landet in imponierendem Anblick direkt vor der großen Menge. Auch die Polizeibesatzung von G.S.T. und die gesamte Airforce-Einheit kommen hinzu. Ned Burton begrüßt Chris, Jessica, Bill, Juan und Manuel. Captain Towers und Captain Carter verkünden außerdem den in bereits in Auftrag gegebenen Neubau einer Police-Airbase für Green-Stone-Town. Dann bricht ein großes Fest der Befreiung aus, das Tage und Nächte anhalten soll…

 

 

Story by Christian Scheffel

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 03.02.2025. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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