So langweilig war mir heute. Ich musste eine Prosaarbeit, betitelt „Sonnenspiegel“ lesen. Zur Zerstreuung. Von einem mir sehr unbekannten Internet-Autoren namens PeterPanic. Googlet bitte mal nach PeterPanic! Vielleicht sind im Internet noch mehr Texte von ihm auffindbar.
Man muss, wie euch klar sein dürfte, als Schriftsteller unheimlich hart sein zu sich selbst, immer die Lieblingsstellen austilgen, immer den halben Text abkürzen, bevor man ihn unter fremde Augen lassen kann.
Das etwa ging mir durch den Sinn, als ich „Sonnenspiegel“ von, wie gesagt, PeterPanic, las. Dieser kleine Text bräuchte noch einen, der ihn auf den Punkt brächte. Was folgt, ursprünglich war keines dieser Wörter von mir! Jedes einzelne habe ich in „Sonnenspiegel“ von PeterPanic entdeckt. Nur habe ich, wie in einem Steinbruch, keinen Stein auf dem anderen gelassen. Erst mal flog gleich die Hälfte von allem raus. Das Verbliebene habe ich umgestellt und in sich selbst hinein verdreht. Noch einmal: Von mir kam ursprünglich kein einziges Wort, aber so, wie sie jetzt ist, ist die Geschichte nur von mir. Ich muss das zur Sicherheit sagen, weil mir sonst noch was angedichtet wird.
Jetzt kommt also die Überschrift, der Titel:
Das Leben kommt vorbei
Stille machte sich breit. Tapeten lösten sich von den Wänden. Da klopfte das Leben an, trat ein und blieb mir die ganze Nacht.
Es kommt nicht oft vor, dass das Leben mich besucht. Mich lässt man allein. Es gibt Menschen, die mehr von seinem Besuch gehabt hätten.
Das Leben versuchte mich zu streicheln. Ich lehnte ab. Warum es kam, verriet das Leben nicht. Über alles haben wir geredet. Stunde um Stunde verging. Mondlicht strahlte durch die Fenster. Neidisch. Ich habe das Leben gefragt, wie es grausam sein kann. Es amüsierte sich.
Es lag am Boden und versuchte, sich zu wärmen. An meinem Körper. Mitleid überkam mich.
In den Armen der Sonne sah ich Mondlicht verbrennen. Da bemerkte ich, der Morgen war angebrochen.
Der Tanz verging schnell. Schnell wie seit Jahren jeder Tag. Ich weiß nicht, wie alt ich bin. Mache mir nicht die Mühe.
Es wurde Abend. Das Mondlicht war grell. Ich zitterte. Hatte ich die Fensterklappe nicht geschlossen? Kleinste Schattenquadrate tanzten zur Ekstase. Mitten auf dem Boden leuchtete ein Punkt. Tausend Kerzen brannten in einer Sekunde. Gedanken waren Fragmente.
Ich öffnete meine Tür und sagte: „Hallo.“
Liebevoller ging nicht.
Ich nahm das Mondlicht in den Arm. Hatte es nie bemerkt, dass es kalt war?
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 18.02.2025.
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Mittagsläuten
von Maike Opaska
Weil ich das Verschwenderische des Lebens begriffen habe, die Extreme erkannte und über den Weg von einem zum anderen nachzudenken anfing, weil ich verstand wie elend es ist, wußte ich auch, wie schön es ist und weil ich erkannte, wie ernst es auch ist wußte ich auch wie fröhlich es ist.
Und weil ich begriff wie lang und wie kurz der Weg zwischen beiden ist, nahm ich ihn auch wahr und so ist mir heute jeder Schritt es wert eingehalten zu werden, weil hinter jedem Ereignis sich ein anderes verbirgt und sichtbar wird.
Und deshalb schrieb ich diesen Gedichtband.
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