Nur wenn der Wind über die verbrannte, kahle Erde weht, die Glocken in den verkohlten Kirchenruinen bewegt, hört man ihr Läuten noch.
Wenn die Alte, mit dem vernarbten Gesicht und verbrannten Händen, die nicht heilen, Geschichten erzählt, wie es vor dem Feuerball war, den ein Pilz aus dem Himmel herabschleuderte, vergessen wir kurz die Kahlheit und Ödnis, Menschen und Tiere, wie sie mit ihren Narben und Missbildungen schleichend herumirren nach verseuchter Nahrung und Fressen suchen.
Bunt waren die Menschen. Lebhaft hüpften und trabten Tiere umher, Vögel flogen am Himmel. Die verbrannte harte Erde, auf der wir sitzen, war mit Gras bedeckt und roch Grün. Hier gibt es keine Gerüche mehr.
Wir starren auf zerknitterte, verblichene Fotografien, die uns die Alte mit zittrigen Händen zeigt, und träumen davon, wie wir barfuß über weiches, kühles Gras laufen, umhüllt mit Duft von Grün.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 23.04.2025.
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Sinnenflut
von Gerhild Decker
Eine Flut von Sinneseindrücken wird in den Gedichten von Gerhild Decker heraufbeschworen. Die Themenvielfalt ist so bunt, wie sie nur von einem intensiven Leben vorgegeben werden kann. Die Autorin ist mit der Realität fest verwurzelt, wagt aber immer wieder Ausflüge in die Welt der Träume und Wünsche. Kleinigkeiten, die an ihrem Wegrand auftauchen, schenkt sie genauso Beachtung, wie den grossen Zielen, die jeder Mensch in sich trägt.
Ein Gedichtband, den man immer wieder gerne zur Hand nimmt.
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