Dieter Battisti

Wie ein heimlicher Feind fraß sich die Politikverdrossenheit [...]

Wie ein heimlicher Feind fraß sich die Politikverdrossenheit durch unsere
schnelllebige Gesellschaft


Ich hatte an diesem Tag eine Fresse wie ein Pavian Arsch und musste nicht den
Ozean austrinken.

Man sprach mich mit Leonardo Königland an und ich wohnte im Ort Grab, ein
Ortsteil der Gemeinde Großerlach, in einer zwei Zimmer Wohnung. Mein Beruf?
Buschpilot und mein Alter im Augenblick 41 Jahre im Mai 2025.

Als Buschpilot war ich mit meiner wackligen Cessna unterwegs und brachte
Medikamente, Post und Lebensmittel in die entlegensten Orte. Kein Unwetter hielt
mich auf. Kein Landeplatz war mir zu gefährlich.

Ich war ein Draufgänger. Ich liebte die Extreme und brauchte den Adrenalinstoß-
furchtlos stellte ich mich den größten Gefahren. Ich flog den ersten Looping.
Schon als Kind rebellierte ich, war kaum zu bändigen.

Ich saß am Küchentisch, der Geruch von frisch gebrühtem Kaffee umhüllte mich wie
eine warme Decke. Draußen hörte ich das Geschrei der Vögel, doch in meinem
Inneren herrschte ein Sturm. Die Nachrichten liefen im Hintergrund: Politiker
stritten sich über ein Thema, die mir längst den Atem raubten. Wo war das
Vertrauen beblieben? Wo waren die Menschen, die für uns kämpften und uns nicht
nur als Wähler sahen?

Die Verdrossenheit war allgegenwärtig- in Gesprächen mit Fremden, beim Einkaufen
oder sogar bei einem gemütlichen Abendessen.
> Das bringt doch alles nichts<, hörte ich oft. > Die da oben machen eh was sie
wollen. <

Diese Resignation fraß sich durch unsere Gesellschaft wie ein heimlicher Feind
und ließ uns glauben, dass wir machtlos waren.

Doch während ich so darüber nachdachte, spürte ich einen Funken in mir
aufblitzen -einen Funken Hoffnung!

Es gab immer noch Menschen da draußen, die an Veränderung glaubten und bereit
waren zu kämpfen! Ich erinnerte mich an den Tag der letzten Wahl; es war
stürmisch und kalt. Doch trotz des miesen Wetters standen sie vor dem Wahllokal:
junge Leute mit leuchtenden Augen und Plakaten voller Ideen! Sie wollten gehört
werden! Da war diese Energie in der Luft -eine Kraftwolligkeit, die selbst
meine Skepsis heraus forderte.

In diesem Moment wurde mir klar. Politiker war nicht nur was für alte Männer in
Anzügen; es ging um uns alle! Es ging darum, unsere Stimmen zu erheben und
gemeinsam für eine bessere Zukunft einzutreten. Ja, wir müssen lästig sein; wir
müssen Fragen stellen und skeptisch bleiben gegenüber denen an der Macht! Aber
dabei dürfen wir nie vergessen: Wir haben Einfluss!

Ich dachte an all die Initiativen von Bürgern aus unserer Nachbarschaft-von
kleinen Umweltschutz Projekten bis hin zu großen Demonstrationen gegen Ungerecht
sein.

Die Menschen hatten keine Angst davor gehabt zuzuhören oder gehört zu werden.
Sie zeigten nur jeden Tag aufs Neue: Wenn wir zusammenarbeiten können wir Berge
versetzen!

Gerade jetzt war es wichtig- wichtiger denn je-, unser Vertrauen
Zurückzugewinnen; Vertrauen darin, dass unser Engagement zählte und das jeder
Einzelne von uns einen Unterschied machen kann! Ich wollte nicht länger
zuschauen oder resignieren; ich wollte aktiv sein!

Lasst uns also aufstehen gegen diese Verdrossenheit! Lasst uns laut sein für
Veränderungen! Wir sollten nie vergessen: Gemeinsam werden wir nicht Müde um das
Ruder herumzureißen- und eine Gesellschaft aufbauen in die jeder zählt und jede
Stimme Gewicht hat!

Der Kaffee wurde Kalt neben mir- aber mein Herz schlug warm vor Aufregung über
das was kommen könnte, wenn nur genug von uns bereit wären den ersten Schritt zu
wagen!
ENDE




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