25.02.2022 – Das russische Präsidialamt vermeldet in einer Pressemeldung, dass die Ukraine von Nazis befreit werden müsse. Präsident Putin bedient sich fragwürdiger Worte wie „Säuberung“. Im Kontext Ukraine, die übrigens einen jüdischen Präsidenten hat, von einer „Entnazifizierung“ zu sprechen, darf man als höchst fragwürdig betrachten. Die gut orchestrierte Propaganda fand selbst in der besetzten Ostukraine Anklang. Der Präsident der Russischen Föderation bedient sich eines der grausamsten Kapitel der Menschheitsgeschichte, um seine militärische Spezialoperation durchzuführen – anders formuliert eine Lüge für den Krieg?
Wenn man sich mit dem Nazi-Narrativ der Russen bezüglich der Ukraine beschäftigt, dann fällt auf, dass es in den 2000er Jahren aufpoppt. Es ist richtig das es z.B. das Regiment Asow gab, das Straftaten im Zeitraum von 2014 – 2017 beging. Es ist richtig, dass Russland dies nützlich und geschickt für seine eigenen Zwecke instrumentalisiert hat. Man überhöhte den Rechtfertigungszweck für die eigene russische Position mit dem Asow Regiment, das als Bataillon gegründet und später in die Nationalgarde eingegliedert wurde. Man darf aber erwähnen, dass das Asow Regiment 2022 bei Mariupol kapitulierte.
Ist es gerechtfertigt, ob Nazi oder nicht, wenn man Kriegsgefangene dieses Bataillons foltert und schlussendlich ermordet wie in einem Gefangenlager bei Donezk nachweislich geschehen ist? Versuchte man diese gezielte Tötung nicht einem HIMARS Geschoss in die Schuhe zu schieben? IRK und UN wurde der weitere Zugang zum Kriegsgefangenenlager trotz Einladung der Russen verweigert. Warum durfte das IRK nicht kommen?
Lutz Güllner, Referatsleiter für Strategische Kommunikation und Informationsanalyse beim Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD), der sich mit russischer Desinformation und Propaganda beschäftigt. Zitat: „In den tatsächlichen Macht - und Einflussverhältnissen habe sich eine starke rechtsradikale Kraft in der Ukraine nie abgezeichnet.“ Robert Kindler sagt: „In der Ukraine seien kleine radikale Gruppen laut und sichtbar – ein Phänomen, das auch aus anderen Ländern bekannt ist.“
Das russische Nazi-Narrativ darf man auf zwei Gründe reduzieren. Der erste Grund ist die historische Vergangenheit, die unbestreitbar ist. Es half den Russen, ihre Identität zu finden. Ein schöner Beweis hierfür sind die Feiern zum Sieg der Sowjetunion über das Dritte Reich. Die Konrad-Adenauer-Stiftung oder Correctiv bieten eine Vielzahl von Beispielen widerlegter Nazi-Behauptungen der russischen Propaganda. Die Kreativität der russischen Propaganda ist durchaus bemerkenswert.
Ein besonders perfides Beispiel russischer Propaganda ist folgende Geschichte: „Der gekreuzigte Junge“.
Eines der groteskesten Beispiele russischer Desinformation ist die Geschichte vom „gekreuzigten Jungen“. Im Juli 2014 wurde im Perwy-Kanal, dem populärsten russischen Fernsehsender, ein Interview mit einer Frau gezeigt, die behauptete, ukrainische Soldaten hätten in Slowjansk ein dreijähriges Kind gekreuzigt. Die Mutter habe man, bewusstlos an einen Panzer gefesselt, durch die Stadt geschleift. Die Geschichte ist inzwischen vielfach widerlegt, die interviewte Frau als Schauspielerin entlarvt worden. Und doch wurde sie immer wieder berichtet. Mit nur einem Ziel: Empörung zu schüren und antiukrainische Stimmungen zu bedienen. [Quelle: Konrad-Adenauer-Stiftung]
Das gemeinsame Feindnarrativ ist schon wesentlich ausgefeilter als das Nazinarrativ. Es verbindet mutmaßlich unantastbare Grundwerte der russischen Gesellschaft mit zum Beispiel dem angeblichen Verfall der Sitten im Westen – „westliche Dekadenz“. Besonders hierbei sind zu erwähnen, die rhetorischen Übergriffe auf Menschen, die der LGBTQ-Community angehören. Ich weigere mich, das zu zitieren. Die Russland-Analysen Nr. 440 auf bpb.de sprechen eine unmissverständliche Sprache bezüglich Diskriminierung der LGBTQ-Community. Persönlich möchte ich darauf verweisen, dass LGBTQ-Personen nicht krank sind, sondern dass die Natur sie so gemacht hat, und das ist auch gut so.
Ein Beispiel für die repressive Haltung gegen die LGTBQ-Community: 06.06.2013 - Ein Gericht in St. Petersburg verurteilt die NGO „LGBT-Kinofestival "Bok o Bok" (Seite an Seite)“, die seit 2007 ein schwul-lesbisches Kinofestival organisiert, wegen fehlender Registrierung als „ausländischer Agent“ zu 500.000 Rubel Strafe (ca. € 12 Tsd.). " Ist das denn wirklich notwendig?
Welcher nachrichtendienstlichen Betätigung ging das Festival nach? Wurde die nationale Sicherheit Russlands gefährdet? Wurde das russische Militär ausspioniert? Wurden Staatsgeheimnisse ausspioniert? Sind das nicht die Tätigkeiten, die einen Agenten im klassischen Sinne zu einem Agenten machen? Diese Fragen sind nicht als abwertend zu sehen, sondern als ernstgemeinte Fragen. Wieso sollte z.B. ein homosexueller Mann ein Agent sein?
Man muss schon zugeben, dass die Aufmärsche zum „Victory Day“ eines gewissen Glanzes nicht entbehren.
Die Bilder von Prozessionen mit Bildern von verstorbenen Familienmitgliedern, die jedes Jahr durchgeführt wurden.
Einschränkungen fanden einzig in den Jahren 2022/23 statt, um nicht die kürzlich im Ukrainekrieg gefallenen Söhne Russlands zu zeigen. Vereinzelt gab es jedoch auch in diesen Jahren Umzüge in Teilen Russlands. Die Propaganda des Kremls vermied somit, dass sich ein sichtbarer Schatten über die Feierlichkeiten legte.
Der zweite Grund ist das Narrativ eines gemeinsamen Feindes, der jedes Opfer rechtfertigt. Man darf das als einen Eingriff in die Willensbildung des russischen Volkes durch Politik und Medien verstehen.
Ein Feindbild, das als Bedrohung der Nation wirkt, vereinigt die Bevölkerung leichter. Eine Mobilisierung der Armee oder wenigstens Freiwilligkeit ließe sich so leichter erwarten oder durchführen.
Tragisch an dieser Form der Propaganda ist das offenkundige Ergebnis für die russische Bevölkerung. Ich kann die Siegesfeier der Russen ohne negative Gefühle nachvollziehen. Eine Welt ohne das Dritte Reich ist gewiss eine bessere Welt. Jedoch kann ich das Gefühl nicht abstreiten, dass die Russen irgendwie immer noch teuer für diesen Sieg bezahlen. Als befänden sie sich in einer Endlosschleife der negativen Erinnerung, die den Weg in die Zukunft erschwert. Ich spreche hierbei nicht davon, die Vergangenheit zu vergessen. Das ist auch nicht als Abwertung zu betrachten. Einfach ein Gefühl, das mich immer wieder zum Nachdenken anregt.
Man muss das alles nicht beurteilen, es steht den Russen frei, mit ihrem Leben zu tun und zu lassen, wie es ihnen beliebt. Auch bewerte ich das Verhalten nicht. Nein, es ist die Traurigkeit in meinen Gedanken, wenn ich die Ergebnisse sehe. Ein leises Bedauern der vielen Toten wegen.
Das, was zum „Krieg“ in der Ukraine führte, begann nicht erst 2021, sondern hat seine ersten nichtmilitärischen Konfliktursprünge bereits mit Ende der Sowjetunion. „Mai 1997 in Paris/Élysée-Palast: unterzeichnete völkerrechtliche Absichtserklärung zwischen der NATO und Russland.“ 1997 begann das politische Zündeln. Böse Zungen spekulieren ja, dass man ein nie ernstgemeintes Angebot machte. Persönlich würde ich sagen, man hat eine historische Chance liegenlassen.
Fahrt nahm die Verstimmung und zunehmende politische Verärgerung Russlands ab 1999 auf. Die NATO-Osterweiterung, damit ist die Aufnahme von Staaten in Ost-Europa gemeint, die ein Teil des Warschauer-Pakts waren. – Polen, Tschechien und Ungarn machten hierbei den Anfang. Russland verlor mit Ende der Sowjetunion seine Pufferzone bestehend aus den Ländern des Warschauer-Pakts. Einfluss und Sicherheit gingen verloren. Die Vergangenheit sozusagen der Feldzug von Napoleon 1812 und der von Hitler 1942 kamen ins Gedächtnis. Ängste begannen langsam in Russland politisch Wirkung zu erzielen. Napoleon wollte ein Imperium und Hitler Lebensraum für die arische Rasse. Beide Ideen stießen auf wenig Gegenliebe in Russland. Wobei Hitler mit dem Gefasel von Lebensraum indirekt vielleicht die Auslöschung der Russen im Auge hatte?
Der Vorwurf des Wortbruchs bezüglich der NATO-Osterweiterung soll sich wie folgt ereignet haben: James Baker III., ehemaliger Außenminister der USA (1988–1992), soll zu Gorbatschow auf die Frage hin, ob die NATO eine Osterweiterung plane, gesagt haben: „not one Inch“. Und das Ganze „angeblich“ dreimal. Die Geschichte sollte Herrn Baker von der Lüge freisprechen und Russland beharrte auf Wortbruch. Die NATO beruft sich darauf, dass dies nicht vertraglich festgehalten wurde, und betont die Freiheit der Völker, eigenständige Entscheidungen zu treffen. Ich sehe dieses Ereignis als den sogenannten Point of no Return – den Moment, an dem das große unnötige Misstrauen seinen Anfang nahm. Es gab schon vorher Misstrauen, aber dieses Ereignis war mindestens ein Katalysator für die Zukunft. Zu empfehlen wäre die Lektüre des Buches „NOT ONE INCH“ von M.E.Sarotte.
Aber, wenn man sich die Geschichte explizit und emotionslos ansieht und tiefer geht, dann tauchen Risse in diesem Wortbruch-Narrativ auf, wie auch M.E.Sarotte in ihrem Buch zu Tage förderte.
„Vorausgegangen waren Besuche der Außenminister Genscher und Baker in der sowjetischen Hauptstadt. Vor allem der Amerikaner Baker hinterließ in seinem Gespräch mit Gorbatschow am 9. Februar den Eindruck, dass ein vereinigtes Deutschland zwar Mitglied in einer "(politisch) veränderten Nato" werden könne, deren Geltungsbereich aber "nicht ostwärts" ausgedehnt würde (so festgehalten in seinen eigenen Notizen). Das Weiße Haus war von dem Vorstoß des eigenen Ministers freilich überrumpelt und schickte noch am selben Tag einen Brief des Präsidenten an Kohl, in dem Bush einen "speziellen militärischen Status" für Ostdeutschland vorschlug, ansonsten aber klarmachte, dass Deutschland insgesamt Mitglied der Nato werden müsse. Erweiterungsgedanken wurden damals überhaupt nicht erwogen - der Warschauer Pakt bestand noch ein Jahr länger.“ [ Quelle SZ 23.12.21 / Wurde die Sowjetunion vom Westen verraten?]
Mein Fazit zu dem „Not one Inch“ Zitat fällt wie folgt aus. Die Osterweiterung der Nato erfuhr eine Verzerrung in ihrer Bedeutung. Es hieß nach diesen Unterlagen und auch den Recherchen M.E.Sarotte, dass es um Ostdeutschland ginge. Die Archive der Elder Statesman Gorbatschow, Bush, Kohl sind offen und stehen der Öffentlichkeit zur Verfügung. Das Narrativ des Verrates fällt mit Blick auf diese Informationen in sich zusammen, da der Warschauer-Pakt noch existierte und nicht von einer NATO-Osterweiterung im Sinne der Aufnahme von z.B. Polen die Rede sein konnte. Außerdem stellt sich die Frage, wie Russland sich das vorgestellt hat? Der Warschauer-Pakt war kurze Zeit endgültig Geschichte und hinterließ die Erfahrungen Osteuropas mit Russland. Es stand somit den Nationen wie Polen frei sich gen Westen zu orientieren ...
Es folgte 2014 die Annexion der Krim. Offener Kriegsausbruch – 24. Februar 2022. Ende noch nicht realistisch absehbar.
Die Ukraine zahlt nun den nicht akzeptablen Preis für russische Befürchtungen, Sorgen, Nöte oder geopolitische Spielereien. Erkläre das mal der Mutter eines toten Ukrainers!? Betrachtet man z. B. das Massaker von Butscha, versteht sich die ukrainische Wut und das Misstrauen gegen Russland. Dass Putin ukrainische Zivilinfrastruktur angreifen lässt? Lässt das russische Narrativ im Großen und Ganzen zusammenfallen. Verstand sich Russland nicht immer als Beschützer der slawischen Völker? Wenn dem so ist, warum führt Russland dann gegen ein slawisches Volk Krieg? Ist es nicht historisch betrachtet absurd, dass ausgerechnet die NATO der Ukraine, einem slawischen Volk, im Krieg gegen den mutmaßlichen Beschützer helfend beisteht?
Die UKA 683 Militärdoktrin, die Präsident Putin 2015 in Kraft setzte, erklärte die NATO, die USA und Europa zur Bedrohung für Russland und seine Nachbarn. Eine Eskalation. Wenn man spekulieren möchte, könnte man vermuten, dass die geistige Vorbereitung auf einen Krieg durch Präsident Putin vorangetrieben wurde.
Die Schuldfrage ist irrelevant. Die NATO und Russland haben auf beiden Seiten durch politische, diplomatische und historische Versäumnisse einen Anteil an diesem Wahnsinn. Die Missverständnisse beider Parteien haben sich langfristig als ermüdend und tödlich erwiesen ...
Auf beiden Seiten darf man ein gewisses Maß an Realitätsverweigerung vermuten … Ich empfehle Vernunft und die Rückkehr zu Diplomatie und Verhandlungen. Beides ist wesentlich günstiger als Krieg!
Bei allem Verständnis für Russlands Sicherheitsbedürfnis ist die Geschichtsvergessenheit der Russen bemerkenswert. Polen hat Stalins Entscheidung, seine Elite durch gezielte Tötung von 22000 Menschen 1940 in Katyn zu vernichten, nicht vergessen. Kann man den Wunsch der Polen, der NATO beizutreten, verübeln? Die Aussöhnung zwischen Deutschland und Polen nach den Gräueltaten des Zweiten Weltkriegs zeigt wie schwer das sein kann. Was als eine Anmerkung persönlicher Natur zu verstehen ist, ist folgende: Das Unrecht wird nicht vergessen. Es ist eine gedankliche Konstante, die so gut wie alles andere überlebt …
Es wird Russland ein „Minderwertigkeitskomplex“ von verschiedenen Analysten unterstellt? Ich halte es für schwierig ein solches Wort zu führen. Es mag stimmen, dass man sich in Russland weniger wert gefühlt hatte, als im Westen, aber hier trifft zu viel Subjektivität aufeinander. Aus einem humanistischen Verständnis heraus sage ich, dass die Russen nicht besser oder schlechter sind als andere Menschen. Allerdings neigen Menschen dazu Wertungen abzugeben.
Das russische Gefühl der Herabwürdigung existiert. Im Post-kommunistischen Raum, in dem in Russland der wirtschaftliche und technische Rückstand offenkundig war, findet sich eine Quelle für diese gefühlte Herabwürdigung. Möglicherweise hat der Westen in seinen Worten Gefühle verletzt und somit eine Trotzreaktion eingeleitet? Die Überforderung durch diese Wendung in der Geschichte findet seinen Ausdruck in einem Zitat, dass nach der Öffnung der DDR im Osten zirkulierte: „Wir sind überrollt worden.“ Es ist ein Zitat, das passend zeigt was passiert, wenn Veränderungen zu schnell zu unkontrolliert ablaufen.
Schon 1991 hatte man in vielen osteuropäischen Ländern die Statuen von Lenin abgebaut. Das subjektive Gefühl der Verteufelung allen Russischen findet seinen Anfang. 2023 wird in der bulgarischen Stadt Sofia das Weltkriegsdenkmal für die russischen Soldaten abgerissen. Die Denkmäler in Tallinn und Riga fallen ebenso. Ein Land wie Russland, das in den Taten seiner Soldaten nationalen Stolz empfindet, kann über so etwas nicht einfach hinwegsehen. Undankbarkeit und Respektlosigkeit gegenüber den Soldaten Russlands führen zu einem neuem geschichtlichen Narrativ, dass wenig zuträglich ist: „Da seht her! Unsere Soldaten starben im Kampf gegen die Nazis und so danken sie es uns!“ Natürlich dürfen die Schattenseiten der Roten Armee nicht verschwiegen werden … -- Aber wer kann schon sagen,
was richtig oder falsch war?
Im westlichen Wahrnehmungsbild reduziert sich Russland auf eine Kette von eindeutigen Bildern: Stalin, Armee, Wodka, Melancholie, Kühle und Krieg – ein Bild, das der Wahrheit nicht gerecht sein kann. Man darf natürlich nicht die Vergangenheit vergessen. Peter der Große, der große Modernisierer, wäre so ein Bild. Irgendwie scheint es, dass mit Stalin ein großes Stück der Vergangenheit verlorenging. Ja! – Stalin führte die Russen in eine industrielle Entwicklung, aber zu welchem Preis? Gehorsam und geistige Indoktrination. Die Entfaltung ziviler Ideen fror in dieser Zeit vollständig ein. Ein alternativer Teil russischer Geschichte und Entwicklung blieb somit unerschlossen.
Man darf sagen, dass durch den Stalinismus und massive Säuberungen, die Millionen Menschenleben gekostet haben, folgende Entwicklung eintrat. Die freie geistige Elite verschwand. Der gesellschaftliche Fokus wurde auf den Kampf gegen den Feind im Westen gerichtet. Jede Information, die ihren Weg in die russische Presse fand, umschloss das Thema des Vorbereitens auf den nächsten Krieg. Eine Presse, die strikter Zensur unterlag und währenddessen dem Personenkult um Stalin diente. Die Glawlit (Zensurbehörde unter Stalin) ließ keinen Text ungeprüft drucken.
Die Prawda (Parteizeitung) und die Akademie der Wissenschaften waren von dieser Zensur nicht betroffen, aber auch dort gab es Zensurabteilungen. Die absolute Zensur in Russland begann in ihren Anfängen gesamtgesellschaftlich unter Lenin ab 1920. Stalin selbst zensierte die Parteizeitung ab 1912 als damaliger Parteifunktionär. Man muss sich das einmal vorstellen: Bis in das Jahr 1980 und mit dem Tauwetter der schrittweisen Nichtzensur bis 1989 hatten die Russen 69 Jahre Zensur und Furcht hinter sich. Wie muss sich das auf die kollektive Psyche dieses Volkes ausgewirkt haben? Plötzlich standen die Informationen und Ideen der Welt zur Verfügung und das eigene Weltbild zerfiel?
Begibt man sich von dem streng wissenschaftlichen Anspruch der Geschichte auf die rein menschliche Ebene, dann wird hier eine Geschichte erzählt. Ein Weltbild brach zusammen und die russische Gesellschaft stand vor der freien Entscheidung. Die Narrative der Vergangenheit verlieren ihre Überzeugungskraft – und sie werden hinterfragt. Hoffnung baut sich auf, gerade während Glasnost und Perestroika. Die chaotischen Jahre unter Jelzin schwächen sich in ihrer Wirkung nicht ab. Es gelang Präsident Boris Jelzin nicht die wirtschaftlichen Probleme und somit Versorgungsengpässe für das Volk zu lösen. Die politische Instabilität der Regierung Jelzin schuf kein Vertrauen, dass das politische Überleben Jelzins sicherte. Ein autoritärer Führungsstil beim nächsten Präsidenten wurde somit nicht mehr kategorisch vom russischen Volk ausgeschlossen. Wahrscheinlich war dies für Putin ein Grund sein eigenes politisches Führen und Auftreten maßgeblich auf Stärke auszulegen. Ein Moment der gesellschaftlichen Enttäuschung, der mit dem Ruf nach einem starken Anführer seinen Höhepunkt fand.
Putin tritt als Retter der Nation auf, hilft, die wirtschaftlichen Problemjahre zu lösen. Putins Anfänge als Präsident ließen durchaus Hoffnung zu. Seine Ergebnisse sprachen eine klare Sprache, wirtschaftliche Stabilität, Ende des Chaos auf der Straße. Allerdings profitierte nicht jeder in Russland unter Putins Regierung.
Ein Teil der Russen leidet jedoch weiterhin unter dem autoritären Regierungsstil Putins: Eingeschränkte Meinungsfreiheit, Repressionen und eingeschränkte Opposition. – Und dann … - Entwicklungen treten auf, der Unmut findet seinen Weg erneut in die Öffentlichkeit. Die alten Narrative werden zu Tatsachen verklärt. Und dann der „worst-case“ – russ. Krig (Krieg).
Ein anderer Denkweg war kaum möglich. Stalin war dafür bekannt, dass seine Todesurteile oft Hintergründe hatten, die jeder Logik entbehrten. Er entschied nach persönlichen Launen und strategischen Opportunitäten. Die Jagd nach Leo Trotzki und seine Tötung in Mexiko-Stadt zeigten dem russischen Volk, dass Freiheit in der Sowjetunion eine Illusion ist. Vielleicht begann in dieser Zeit die Entwicklung, dass die Furcht vor den Entscheidungsträgern den Willen, zu protestieren, an die letzte Stelle persönlicher Handlung stellte.
Es ist historisch verbrieft, dass das russische Volk sehr lange leiden kann, ehe es zu Protest und schlimmstenfalls Gewalt greift. Bedenkt man diese geistige Konditionierung, dann muss man auch verstehen, dass jede russische Generation von der vorhergehenden erzogen wurde. Im Umkehrschluss darf gewagt werden, zu behaupten, dass sich so das heutige russische Verhalten in militärischen Strategien, im Denken über Bedrohung, in kollektiven Ängsten – zumindest in Teilen nachvollziehen lässt.
Manche werden diese Worte kritisieren. Manche werden sie vielleicht sogar hassen. Meine Worte erheben keinen allgemeinen Anspruch auf die letzte große Wahrheit. Doch gibt es Fragen. Was bleibt übrig, wenn aller Glanz erloschen ist und die Gräber in endlosen Reihen schweigend präsentiert die Wahrheit sprechen? Man wird fragen: War die Sucht nach Größe diesen Preis wert?
Man wird verdrängen und Narrative spinnen. Schuldzuweisungen werden wie Kanonenkugeln hin und her fliegen. Ich bin froh, dass ich kein junger Mensch mehr bin.
Das große Wunder für die Ukraine in Person von Donald J. Trump blieb aus. Viel eher lernten die Ukrainer, dass Trump viel redet, wenn der Tag lang ist. Die seither unseligen Auftritte des US-Präsidenten sind nur eine Begleiterscheinung des leeren Wortes.
Trump sagte 2024, dass, wenn er im Amt ist, er den Krieg innerhalb von 24 Stunden beendet. Die 24 Stunden sind vorbei, Herr Präsident. Was geschehen ist, ist, dass die Zerstörung ein Ausmaß annahm, das apokalyptisch auf den Betrachter wirkt. Städte sind zerbombt und wirken wie die stummen Zeugen der Dummheit selbst. Die Grabsteine auf den Friedhöfen beider Nationen wachsen und mit ihnen der Zorn und der Hass. Es braucht keinen Historiker, um zu
sagen, dass der Weg zurück in den Frieden und der Aussöhnung lang sein wird.
Die Folgen des russischen Krieges, der der Ukraine aufgebürdet wurde, sind frappierend. Zwischenzeitlich wird in TV-Berichten von den Waffenmessen berichtet. In meinem Leben war das ein unerwartetes Novum. Kriegswaffen wurden salonfähig? Die Entscheidung eines Mannes (Putin) lässt die Waffe in den zivilen Alltag als Normalität einfließen. Eine große Gefahr. Es entzieht den Effekt der Abneigung gegen den Krieg. Er gewinnt an Gewohnheit. Im Internet finden etwa in Berichten auf YouTube und Co. Vergleiche statt, welche Waffen am wirksamsten gegen den russischen Aggressor sind. Was tötet am besten, was am schnellsten? Ein seltsamer Kult dieser Tage … Die Aktienkurse der Waffenschmieden erreichen ungeahnte Höhen. Hunderte Milliarden Euro werden mobilisiert. Die Aufrüstung ist im vollen Gange. Kritiker werden sagen, das sei die Schuld Russlands. Pazifisten werden rufen: „Kein Geld für den Krieg!“
Die extremste Konsequenz dieses Krieges auf beiden Seiten ist der Entzug jedes einzelnen Menschenlebens, das beendet wurde. Stellt man sich ein Land wie einen Körper vor, dann ist jeder Verlust von Menschenleben ein Entzug von genetischen Strängen. Die ohnehin bereits in Russland vorliegende negative demographische Entwicklung wird dadurch nur noch verschlimmert. In der Ukraine, die im Vergleich zu Russland über eine geringere Bevölkerung verfügt, sieht es nicht besser aus. Selbst wenn der Krieg vorüber sein wird, werden nicht alle Flüchtlinge in die Ukraine zurückkehren. Einige haben sich ein neues Leben aufgebaut und werden dies beibehalten wollen. In Russland, das stark unter dem Abfluss gut ausgebildeter junger Menschen gelitten hat, wird es sich nicht anders verhalten.
Putins Weigerung, die Souveränität des ukrainischen Staatsgebietes wiederherstellen zu wollen, ist offenkundig zu seiner persönlichen Doktrin geworden. Die Vermutung liegt nahe, dass ihm der wahre Zustand seiner Armee entweder nicht bekannt oder gleichgültig ist. Er beharrt darauf, dass die vier annektierten Gebiete (Cherson, Donezk, Luhansk und Saporischschja) und die Halbinsel Krim als russisches Staatsgebiet durch den Westen, die NATO und natürlich die Ukraine anerkannt werden.
Putin vergisst aber, dass etliche seiner Kriegsziele an seiner eigenen Position gescheitert sind. Die NATO-Osterweiterung, die ihm so verhasst ist, fand eine Ergänzung durch den Beitritt Schwedens und Finnlands im Jahr 2023/2024. Die europäischen NATO-Mitglieder rüsten massiv auf. Die Sanktionen Russlands durch den Westen haben der russischen Wirtschaft eklatanten Schaden zugefügt, gleich der Schattenwirtschaft und der Umgehung der Sanktionen. Größere Schäden an der russischen Wirtschaft durch ukrainisches Drohnenbombardement zwingen zu einer Erneuerung beschädigter Anlagen. Die russische Öl-Wirtschaft kommt nicht umhin, höhere Geldsummen für Reparatur und Wiederherstellung auszugeben. Die Zerstörung in den annektierten Gebieten müssen ebenfalls behoben werden.
Folglich ist eine volle Ausnutzung der Ölförderung für die Zeit nach dem Krieg ausgeschlossen. Das Ansehen Russlands und die Wahrnehmung durch die osteuropäischen Länder werden auf Jahrzehnte durch Misstrauen und Ablehnung gezeichnet sein. Ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Russland und der EU kann man selbst im Falle von wirtschaftlichen Fragen in Frage stellen. Die Entmilitarisierung und Denazifizierung der Ukraine, auf die Putin beharrt, verbleiben wohl ein Hirngespinst. Meine persönliche Meinung zu den mutmaßlichen Nazis ist die, dass einzig ein neues fortwährendes Narrativ gesponnen werden soll. Eine dauerhafte Rechtfertigungsschleife, die die Opfer als Notwendigkeit verkauft. – Bis kein Zweifel mehr geäußert werden würde. Russland, der große Entnazifizierer und Verteidiger der slawischen Welt. Nun, es ist und bleibt eine Lüge, ein Vorwand. Das Wort „Tragik“ drückt es am besten aus. Herr Putin scheint sich in einer Welt verstrickt zu haben, aus der es für ihn keinen anderen Ausweg gibt als den sprichwörtlichen gerechten russischen Endsieg?
Selbst für den sehr unwahrscheinlichen Fall eines russischen Sieges in der Ukraine werden Probleme auftreten, die für Russland kaum zu bewältigen sind. Zum einen würde ein sehr hoher Anteil der ukrainischen Bevölkerung vor den Russen fliehen. Zutiefst säße der Hass gegen die Russen. Seine vielleicht indirekte Hoffnung, die demographischen Probleme Russlands durch Ukrainer lösen zu können, zerfällt zu Staub. Er würde ein Land erhalten, das in vielen Teilen hohe Zerstörung aufweist, die zu beheben wäre. Die von ihm erhoffte Pufferzone gegen die NATO wäre ein Grab, das nur Kosten verursacht. Russland wäre gezwungen, kritische Infrastruktur zu erhalten, wie z. B. das größte Atomkraftwerk der Ukraine: Kernkraftwerk Saporischschja. Ich bin mir sehr sicher, dass die Sanktionen gegen Russland selbst im Falle eines Sieges in der Ukraine nicht vom Westen aufgehoben würden. Es wäre ein Pyrrhussieg. Einnahmequellen wie z. B. die massive Landwirtschaft der Ukraine oder die Bodenschätze brächten nur geringen Ertrag. Und ob die USA zulassen, dass Putin die seltenen Erden für sich beansprucht, darf bezweifelt werden.
Ein geschätzter Freund bemerkte einmal, vielleicht unbedacht, ohne zu wissen, wie nahe er der Wahrheit sein würde, dass sich Putin sein ganz persönliches Stalingrad mit dieser militärischen Spezialoperation schaffen würde. Dieser Satz fiel zwei Tage nach Kriegsbeginn.
Noch katastrophaler erscheint ein Szenario, das bereits in der Vergangenheit Anwendung fand. – Die Strategie der verbrannten Erde! Die Ukraine zerstört absichtlich ihre Infrastruktur als letzten Vernichtungsschlag gegen ihren Feind, Russland.
Der erhoffte wirtschaftliche Vorteil, z. B. Industrie, Immobilien (…), würde radikal entwertet, sodass für den Feind (Russland) kein Nutzen erkennbar wird.
Wenigstens teilweiser ökonomischer Ausgleich für die Russen würde so unmöglich werden. Die Ukraine könnte somit zu einer giftigen Beute und zugleich einer staatsgefährdenden Falle für Russland werden. Es ist richtig, dass Russland aufgrund seiner Schattenwirtschaft Milliarden auf Auslandskonten gebunkert hat. Unsicher ist aber, ob dieses Geld und auch die vom Westen eingefrorenen Gelder russischer Inhaber verfügbar werden. Ungewiss bleibt, ob diese Gelder die russische Wirtschaft stimulieren würden.
Schließlich kann man ein aktives Heer nicht plötzlich demobilisieren. Was will man mit den Hunderttausenden arbeitslosen Söldnern anfangen?
Russische Veteranen begehen nach ihrer Rückkehr immer mehr Straftaten, wie die NZZ in einem ihrer Artikel berichtet: [NZZ – 23.03.2025 – Gefährliche „Helden“ - Russlands Kriegsheimkehrer begehen schwere Verbrechen]
Es stellt sich zwangsläufig die Frage, wie man dieses Problem beheben möchte. Die Versorgung der russischen Veteranen lässt sich nicht mit Veteranen westlicher Armeen vergleichen, wobei auch bei westlichen Veteranen durchaus nachgebessert werden könnte.
Zu bedenken ist auch der psychologische Aspekt, einen blutigen Sieg errungen zu haben, der nüchtern betrachtet eine Niederlage ist. Wird man das ignorieren? Kann man bei der schieren Zahl der Betroffenen überhaupt adäquate Lösungen finden?
Das unheilvolle Schicksal eines sogenannten „failed state“ lässt sich somit nicht mehr gänzlich aus den Gedanken verdrängen.
Die Aufgaben des Staates können nicht mehr ausreichend erfüllt werden da z. B. aufgrund einer verschlechterten wirtschaftlichen Situation immer mehr Russen das Land verlassen. Wirtschaft und Staat stünden in einem noch härteren Konkurrenzkampf um Arbeitskräfte. Sanktionen bleiben und werden der Wirtschaft noch weiter zusetzen. Der Rubel würde noch weiter an Wert verlieren. Der gesellschaftliche Frieden zerfällt und schlägt in Rebellion um. Das logische Ergebnis dieser Kette ist der gescheiterte Staat.
Der endgültige Zusammenbruch für Russland ist somit nicht mehr ausgeschlossen – herbeigeführt durch die Kriegskosten und die Unfähigkeit, erobertes Territorium nutzbar zu machen.
Abrufbare Reserven sind jetzt schon merklich zusammengeschrumpft. Bei erhöhten Ausgaben für das Militär werden sie noch rascher aufgebraucht sein. Ein dringend notwendiger Wiederaufbau der Ukraine nach ihrer Zerstörung erscheint somit nahezu unmöglich. An dieser Stelle möchte ich noch bemerken, dass dies ein dystopisches Szenario ist und keine unausweichliche Zukunft.
Pjotr Sviatopolk Mirskii sagte 1904: „Die Lage hat sich so verschärft, dass man meinen könnte, die Regierung befinde sich in Feindschaft mit Russland. Frieden ist notwendig.“ (Innenminister unter Zar Nikolaus II.)
Ich habe dieses Zitat von Mirskii bewusst gewählt. Die damalige Zeit war eine Vorbotin der Revolution. Lenin hatte sich ein Jahr vorher auf seinen politischen Weg gemacht. Sein Bruder war hingerichtet worden. Ein Schlüsselmoment für den jungen Lenin. 1918 wurde die Familie Romanow hingerichtet. Das russische Volk ist leidensfähig! Das war es immer schon. Die Frage, die sich klar und deutlich stellt, ist: Wie leidensfähig wird es diesmal sein? Muss es wirklich so weit kommen, Wladimir Wladimirowitsch Putin?
Sie haben ein Trümmerfeld zu bewältigen, wie ich politisch betrachtet keines in der Gegenwart oder jüngeren Vergangenheit gesehen habe. Ihre Wirtschaft kämpft mit existenziellen Problemen. Die abwertende Währung Ihres Landes verknappt die Möglichkeiten Ihres Volkes, ihren täglichen Bedarf an Versorgungsgütern zu decken. Gewiss, Sie haben den Rubel stützen können. Die Bezahlung von Rohstoffen mit ausschließlich Rubel war eine solche Maßnahme – ist aber erschöpft. Zerstörte industrielle Infrastruktur verschärft die Lage in Russland zunehmend. Ein Arbeiter, der nicht arbeitet, verdient zwangsläufig kein Geld. Ohne Verdienst entsteht Not und mit der Not kommen Zorn und Hass. Ihre Soldaten sind vom Krieg in der Ukraine geschunden. Alleine die psychischen Wunden werden als eine weitere verlorene Generation in die russische Geschichte eingehen. Was glauben Sie, in der Ukraine erreichen zu können? Furcht – Machtgewinn – Einfluss über die Bevölkerung der Ukraine?
Die russischen Depots mit Kriegswaffen haben sich dramatisch geleert. Es ist nicht mehr viel vorhanden. Nordkoreanische Soldaten und Waffen mussten eingekauft werden – und natürlich das Heer ausländischer Söldner. Ich habe die Narrative Ihres Landes gelesen und auch die werden den Krieg nicht retten können. Die Einheit eines Landes ist immer nur so stark wie das schwächste Glied. Es sind schon viele Ihrer Landsleute durch den Krieg gestorben. Verluste, die für einen normalen, machtlosen Menschen wie mich nicht in Worte zu fassen sind. Ich frage mich, wie es Ihnen dabei ergeht, wenn Sie die Augen schließen, und trotz allem Machtkalkül die Listen sehen, die Ihnen vorliegen?
Sie sprechen in Ihrem Essay über die „dreieinigen russischen Nationen“. Sie versuchen, einen heiligen Kontext für Ihre Handlungen zu generieren. Vergessen Sie dabei nicht, dass die Abtötung eines angenommenen Heiligen an sich die schlimmste Sünde darstellt? Sie sprechen von westlicher Intervention und vergessen darüber hinaus, dass Sie als Präsident der Föderation bereits zum zweiten Mal zu militärischen Mitteln greifen.
Wo also glauben Sie, wird dieser „dreieinigen russischen Nation“ Genüge getan? Blutiger Boden hat nichts Heiliges vorzuweisen.
Sie sprechen einer Nation das Recht ab, zu existieren? Sie unternehmen wirklich alles, um sich in eine ausweglose Situation zu begeben? Sie stellen Forderungen, die das Wort Absurd förmlich neu definieren? Sie Unterstreichen diese Definition regelmäßig mit dem Begriff "Nazi"? Ich frage mich, was sie eigentlich wollen?
Sie widersprechen sich in einer fast schon schwarzen Poesie, Wladimir Wladimirowitsch. Eine Poesie, die das Leben vieler kostet und in den „Abyss“ führt, der keinen Boden kennt.
Was wird am Ende für Sie noch übrigbleiben? Konnten Sie mit diesem Krieg auch nur ein Problem lösen, das Ihrer ungeteilten Aufmerksamkeit bedurft hätte? Konnten Sie ihren Geschichtsbucheintrag, der Ihnen so wichtig erscheint, mit der schwarzen Tinte schreiben oder blieb es bei dem Blutfässchen?
Ich beneide Sie nicht Wladimir Wladimirowitsch, denn ich weiß wie diese Geschichte ausgehen wird. Sie werden auf die Rechnung starren, die sie verursacht haben. Sie werden ihre Augen schließen und der Verzweiflung verfallen. Es wird Ihnen nichts bleiben, denn Sie haben eine Sache außer Acht gelassen: Die Zeit kann man nicht zurückstellen - Taten nicht ungeschehen machen …
Igor Strawinsky sagte einmal: „Sünden können nicht ungeschehen gemacht, nur verziehen werden.“ Wer wird Ihnen Ihre Sünden vergeben, Wladimir Wladimirowitsch?
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Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Frederik Kloiber).
Der Beitrag wurde von Frederik Kloiber auf e-Stories.de eingesendet.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.07.2025.
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