Carola Reinsberg: Ehe, Hetärentum und Knabenliebe im antiken Griechenland; Verlag C. H. Beck München 1989; 242 Seiten; ISBN: 3-406-37374-7
Die Ehe ist die gottgewollte Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft von Mann und Frau. In verweltlichten Ländern kommen andere Eheformen hinzu.
Das Hetärentum ist die gesellschaftlich anerkannte Form der weiblichen Prostitution. Ähnlich wie (beispielsweise) bei den Kurtisanen steht die sexuelle Komponente nicht unbedingt im Vordergrund. Da ist kulturell gebildet sind, könnte man sie auch als Anstandsdame bezeichnen. Die antiken Hetären betrieben gewerbsmäßig Musik. Sie beherrschten die Kunst des Tanzes und des Gesangs, sie spielten Aulos und Kithara.
Bei der Knabenliebe handelt es sich um die gesellschaftlich anerkannte Form der Homosexualität. ZU der sexuellen Komponente kommt ein pädagogischer Aspekt hinzu. Päderasie lautet der sexualwissenschaftliche Fachausdruck.
Reinsberg ist Jahrgang 1949. Carola Reinsberg studierte an der Universität Bonn und der Universität Freiburg Klassische Archäologie, Klassische Philologie und Alte Geschichte. In Bonn wurde sie 1977 bei Nikolaus Himmelmann mit einer Arbeit zum Thema Studien zur hellenistischen Toreutik. Die antiken Gipsabgüsse aus Memphis promoviert. Toreutik ist die Bildnerei in Metallen. An der Universität Frankfurt / Main erfolgte 1993 auch die Habilitation, Thema der Habilitationsschrift war Vita Romana.
Forschungsschwerpunkte Reinsbergs sind die griechische und römische Plastik, die Sepulkralkunstt, die Darstellungen bürgerlicher Lebenswelten, die Selbstdarstellung städtischer Eliten in Athen und Rom, die Bildnisse der antiken Herrscher und Herrscherinnen, Geschlechterstudien, Ikonographie, Stilgeschichte sowie die Antikenrezeption. Einer breiteren Öffentlichkeit ist Reinsberg vor allem durch ihr Buch Ehe, Hetärentum und Knabenliebe im antiken Griechenland bekannt – also das hier vorliegende und besprochene Buch. (So berichtet es zumindest die Sekundärliteratur).
Sepulkralkultur umfasst die Kultur des Todes, des Sterbens, des Bestattens sowie des Trauerns s und kann im weitesten Sinne auch als Trauer- und Begräbniskultur sowie als Gesamtheit aller Riten im Bereich eines Grabes verstanden werden. Dies seit hier nur am Rande als Begriffserklärung erwähnt.
Reinsberg hat ihr Leben lang als Wissenschaftlerin im akademischen Bereich gearbeitet.
Dieser wissenschaftliche Hintergrund der Autorin ist unübersehbar. Ausgehend von literarischen Quellen, Vasenmalereien u. a. Wird hier ein umfangreiches Sittengemälde der antiken griechischen Hochburgen (wie Athen, Theben, Sparta usw.) gezeichnet.
Dies erfolgt sehr gründlich, umfangreich und so leicht wie möglich. Inhaltlich bewegt sich das Buch auf einem hohen Niveau. Es setzt faktisch nicht nur ein Interesse an sexualwissenschaftliches, sondern auch an kultur-, geschichtswissenschaftlichen und antiken Fragestellungen voraus. Dieses Fachbuch wendet sich somit vordergründig an eine vorgebildete Fachöffentlichkeit; bei Interesse kann aber auch ein anderer interessierter Leser zu diesem Werk greifen.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 22.07.2025.
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Jahre wie Nebel: Ein grünes Jahrzehnt in dunkler Zeit
von Horst Lux
Es wurde sehr viel geschrieben über jene Jahre der unseligen Diktatur eines wahnwitzigen Politikers, der glaubte, den Menschen das Heil zu bringen. Das meiste davon beschreibt diese Zeit aus zweiter Hand! Ich war dabei, ungeschminkt und nicht vorher »gecasted«. Es ist ein Lebensabschnitt eines grünen Jahzehnts aus zeitlicher Entfernung gesehen, ein kritischer Rückblick, naturgemäß nicht immer objektiv. Dabei gab es Begegnungen mit Menschen, die mein Leben beeinflussten, positiv wie auch negativ. All das zusammen ist ein Konglomerat von Gefühlen, die mein frühes Jugendleben ausmachten. Ich will versuchen, diese Erlebnisse in verschiedenen Episoden wiederzugeben.
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