Ich bin ein ganz kleiner Terrier, ich habe vielen Menschen aber schon einen großen Schrecken eingejagt.
Dreimal wurde ich schon wieder ins Tierheim zurückgegeben. Ich galt als Problemhund, der sich nicht mehr vermitteln lässt. Vor vier Jahren habe ich endlich doch eine Heimat gefunden, in einer Familie, die meine schlechten Angewohnheiten geduldig ertragen hat.
An meine Kindheit und Jugend kann ich mich kaum erinnern. Die Erinnerungen an diese Jahre sind aber in meinem Körper gespeichert. Ich muss damals gelernt haben, mich ganz kräftig zur Wehr zu setzen. Immer wenn mir jemand so nahe gekommen ist, dass es mir Angst gemacht hat, habe ich einfach sehr kräftig zugebissen. Kinder wurden deshalb (leider) immer von mir ferngehalten. Außerdem habe ich gelernt, sehr klar zu zeigen, was ich möchte.
Jetzt habe ich einen Kameraden, der schon langsam dement wird (eine Mischung aus einem Malteser und einem Chihuahua). Mit ihm verstehe ich mich ganz gut.
Besonders gut verstehe ich mich mit meinem Herrchen. Wenn er nach Hause kommt, mache ich riesige Freudensprünge und lande am Ende auf dem Sofa. Mein Herrchen setzt sich neben mich und streichelt mir den Bauch.
Bei jedem Spiel des FC Bayern kuschle ich mich an ihn. Nachts schlafe ich in seinem Bett.
Inzwischen bin ich schon 15 Jahre alt. Ich habe keine Zähne mehr, mit denen ich zubeißen könnte. Trotzdem möchte ich noch ein wenig leben. Ich würde dem Herrchen sehr fehlen.
Auch mit dem Frauchen klappt es inzwischen ganz gut. Am Anfang habe ich sie einmal mit aller Kraft in die Finger gebissen. Sie ist aber die Chefin im Haus und ich habe gelernt, das zu akzeptieren.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 31.07.2025.
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75 Tage Donnerstag (Gedichte)
von Edith van Blericq-Pfiffer
Der Liebe kann man immer und überall begegnen, auch donnerstags; sie kündigt sich nicht an.
Sie ist von einer auf die andere Sekunde da. Sie kennt weder Gesetze noch Grenzen. Sie stellt augenblicklich alles und jeden auf den Kopf. Alter hat für sie keine Bedeutung. Allerhöchstens die von ihr Getroffenen fühlen sich mitunter in ihre Teenager-Zeit versetzt, verstehen sich selbst am wenigsten und fragen mit einem
Kribbeln im Bauch und ziemlich verwirrt: „Warum?“
Die poetische Antwort der Autorin, die hierbei auf Erlebtes zurückgreift, lautet hingegen: „WARUM NICHT!“
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