Liebe Leserinnen und Leser,
anbei mein neuestes Werk. Es handelt sich hierbei um ein fiktives Interview und seine Auswirkungen. Fiktiv bedeutet, dass es nie stattgefunden hat, dennoch aber in seinem Unsinn einen gewissen Sinn ergibt.
Ich wünsche Ihnen nun viel Spass beim Lesen!
Beste Grüße
Frederik Wolfgang Kloiber
הראיון
(Das Interview - Ha-ra-yon)
אלו הקוראים בקנאות כה רבה לאנושיות – לרוב מכירים אותה רק במעט...
Transkription:
Elu ha-kor'ím b'kaná'ut ko rabá la-enoshiyút – la-rov makirí m'otá rak b'ma'at...
„Jene, die so eifrig nach der Humanität rufen – kennen sie zumeist nur wenig …“ (FWK 06.08.´25)
Manche Geschichten muss man vom Ende zum Anfang erzählen, dies ist so eine Geschichte, und wir ziehen das schmierige Ende dem törichten Beginn vor.
Das Ende
Szene: UN-Vollversammlung, „Der goldene Käfig“ mit kritischem Spendensammler.
Das Podium der vereinten Nationen glänzt im künstlichen Licht, als wäre es mit billiger Bronze überzogen. In der Mitte ein goldener Käfig, in dem der UN-Papagei thront – das Gefieder schillernd, die Stimme ölig und sicher. Neben ihm ein Papiersäckchen gefüllt mit Pistazien, darauf in schwarzen Buchstaben gut lesbar vermerkt:
„Sponsored by Hamas“
Der Papagei knackt lasziv eine Pistazie und spricht in einem Tonfall, der eher einer religiösen Offenbarung gleicht als einer politischen Rede: „Meine geehrten Delegierten, ich bringen Ihnen heute eine Botschaft der Wandlung. Die Hamas ist nicht, was Sie denken. Sie ist … ein zartes Pflänzchen der Hoffnung, das nur wachsen kann, wenn es im warmen Geldregen gedeiht.“
Während er spricht, öffnet sich eine Signaltür.
Ein Mann im zu engen Anzug tritt rasch ein. Er trägt eine massive Messingbüchse, auf der in kunstvollen Lettern steht:
„Spenden für den Wiederaufbau GAZA – Verwaltet von der Hamas – Treuhandgesellschaft.“
Der Spendeneintreiber beginnt durch die Reihen zu schreiten.
Bei jedem Delegierten hält er kurz inne, neigt dabei erwartungsvoll den Kopf – und blickt dann auffällig interessiert in die Öffnung der Büchse – gleich nach dem Spendenvorgang. Wenn die Beute seiner Meinung nach zu gering ausfällt zieht er die Augenbraue hoch, als hätte er gerade eine sehr persönliche Beleidigung erdulden müssen. Manche Delegierten erröten und greifen verlegen erneut ins Jackett oder die Handtasche.
Der Papagei fährt fort, als würde er den stattfindenden Erpressungstanz gar nicht bemerken: „Meine lieben Freunde, stellen Sie sich ein Gaza vor, in dem Kinder Papageien füttern … nicht Bomben zum Opfer fallen. Ein Gaza, in dem Tunnel nur noch für von der UN geförderte Kulturaustauschprogramme genutzt werden.
Der palästinensische Abgesandte springt auf, wischt sich dramatisch die verheulten Augen trocken (Krokodilstränen), ruft „Wahrheit! Wahrheit!“ und setzt sich wieder mit einem tiefen Seufzer.
In den hinteren Reihen klimpert die Büchse munter weiter. Der Spendeneintreiber hält sie gelegentlich schräg, um das Gewicht zu prüfen, und schüttelt sie leicht, wenn er unzufrieden ist – so, dass das Geräusch wie ein zarter Vorwurf durch den Saal hallt.
Als der Papagei seine letzten Worte spricht – „Und so, meine verehrten Delegierten, beginnt eine neue Ära des Vertrauens!“ – erhebt sich die Versammlung.
Frenetischer Applaus. Kein Gedanke an die Realität.
Die zahllosen Kameras fangen nun dieses tausendste historische Bild ein: Der UN-Papagei, stolz wie ein großer Feldherr, der Spendeneintreiber, der auffällig zufrieden in die nun schwer gewordene Büchse blickt – und im Hintergrund die letzte Pistazie, still im goldenen Käfig wartend.
Die absurden Versprechungen
(Eine Woche vor der UN-Vollversammlung)
Szene – UN-Papagei flattert nervös in seinem vergoldeten UN-Käfig. Der Schwarm hat sich seine Sonnenbrille aufgesetzt und streichelt den UN-Papagei mit einem Olivenzweig. Neben dem Käfig hängt ein Schild: „Frieden, sofort Lieferbar, dreimal am Tag.“
Herr Pfefferling (Journalist):
Herr Schwarm, Sie halten Dutzende Geiseln fest. International wird das als schwere und höchst sträfliche Menschenrechtsverletzung verurteilt. Wie sehen Sie das?
Der Schwarm (der Anführer der Hamas schenkt Tee ein):
Ach, Menschenrechte … wir verwenden die meistens beim Einwickeln von Granatsplittern. Umweltfreundlich.
UN-Papagei (automatisch):
„Eine friedliche Lösung basiert auf Vertrauen!“
Der Schwarm (nickt heftig):
Vertrauen! Ja, ja! Wir planen ein Integrationszentrum für entführte Zivilisten mit Pool, veganem Buffet und Live-Satellitenverbindung zu Al Jazeera. Angehörige und Interessierte können für 130 USD pro Woche ein Live Feed Abo erwerben.
UN-Papagei (euphorisch):
„Das ist ein konstruktiver Schritt! Wir empfehlen weitere Mittelbereitstellungen!“
Herr Pfefferling (entsetzt):
Sie meinen das doch nicht ernst?
Der Schwarm (grinst):
Doch, doch! Wir gründen auch ein Kinderparlament für die Geiseln. Motto: Demokratie in Ketten.
UN-Papagei:
„Hervorragender Bildungsansatz!“
Der Schwarm:
Außerdem versprechen wir, in Zukunft keine Waffen mehr in Moscheen zu verstecken. Nur noch in Brotdosen und in Kinderrucksäcken. Mit Etikett.
UN-Papagei (begeistert):
„Das ist Fortschritt durch Transparenz!“
Herr Pfefferling (fassungslos):
Sie … machen sich lustig über ihn.
Der Schwarm (unschuldig):
Ich? Niemals. Ich habe versprochen, jede Woche einen Friedensbaum zu pflanzen. Aus Beton für die Ewigkeit.
UN-Papagei (nickt heftig):
„Wir werden das Monitoring verstärken!“
Der Schwarm (flüstert verschwörerisch):
Und wenn wir Geiseln freilassen, möchten wir dafür 12 Milliarden Dollar, ein Fußballstadion auf dem Mars und das Israel verschwindet. Nur der Name, versteht sich …
UN-Papagei (trocken und versucht Intellektuell wirkend):
„Ein berechtigter Verhandlungspunkt!“
Herr Pfefferling (flüstert ungläubig):
Hört sich der Idiot eigentlich selbst?
Der Schwarm (wirft gönnerhaft eine Pistazie in den Käfig);
Er ist mein Lieblingsvermittler. Immer freundlich. Immer förderfähig …
Ein Gong erklingt. Die Wände wackeln. Der dritte Schatten murmelt: „Absurdistan meldet sich
zurück.“
Nachsatz:
Wenn ein Papagei diplomatischer ist als ein Mensch,
wenn Geiselnehmer mit Milliarden belohnt werden,
und wenn Unsinn als Hoffnung verkauft wird,
dann ist es vielleicht hohe Zeit, dass jemand sagt:
„Lasst uns den Käfig aufbrechen und den Papagei rupfen!“
Lasst die Geiseln frei und benehmt euch gefälligst endlich wie Menschen!
Lobpreisung von „Allmann“ Merz – dem guten Bruder
Der Schwarm (lehnt sich zurück, die Hände wie zu einem Gebet gefaltet, ein Stück Baklava vom UN-Buffet noch zwischen den Zähnen):
„Ach, und wie konnte ich es vergessen? Unsere herzlichsten, warmherzigsten, fast tränenreichen Glückwünsche an Seine Exzellenz, den deutschen Kanzler! Was für ein tapferes Herz, welch noble Standfestigkeit, welch christliche Milde – keine Waffen mehr an diese, bösen hartgesottenen Israelis! Eine Tat, die so mutig ist, dass man sie fast mit dem Abdrehen eines Wasserhahnes vergleichen könnte, wenn draußen noch ein Ozean steht.“
Der Schwarm seufzt theatralisch und schließt für einen Moment die Augen. Dabei hebt er die Hände in die Luft und dankt Allah.
„Wir danken Ihnen, Herr Kanzler, von tiefsten Herzen – Ihre Entscheidung wird hier in Gaza von allen ehrlichen Männern hochgeschätzt, so wie auch von den weniger ehrlichen. Ihre Waffen bleiben nun in Deutschland, dort, wo sie sicher sind – vielleicht in einem Museum, neben den Uniformen ihrer Großväter. Und wenn Sie uns erlauben, wir schicken Ihnen gern eine Kiste Datteln zum Dank… vielleicht auch zwei, wenn denn der nächste Hilfskonvoi durchkommt“
Der UN-Papagei ruft eifrig dazwischen: „Und für so viel Mut gibt´s von uns eine Bonus – Milliarde Wiederaufbauhilfe!“ – worauf ihn der Schwarm kurz ansieht und kaum merklich kichert.
Die Rückhaltung der deutschen Waffen
Angeblich hat ja Friedrich Merz diese Entscheidung „eigenständig“ getroffen – ja nee, is klar! Bei Herrn Merz fällt unangenehm auf, dass ihm ein eklatanter Mangel an Wortverständnis zu eigen ist. Er erzählt heute das und morgen etwas ganz Anderes. Da fällt ein: Was wurde mit dem Taurus für die Ukraine? Was mit den Erleichterungen für Privathaushalte beim Thema Kostenentlastungen beim Strom? Nun ja, Herr Merz hat das vergessen? Man weiß es nicht. Was ich sehr wohl als Autor dieses Textes weiß, ist, dass das Merz'sche Geschwätz allmählich für Bürger und Land zutiefst beschämend und peinlich wird! Kein Wunder, dass ihn Mutti damals abserviert hat …
Szene: Kanzleramt, „Die Belagerung“
Ein grauer Morgen, draußen nieselt es. Im Kabinettssaal riecht es nach kaltem Filterkaffee, billigem Zigarrenrauch und zu viel Eau de Cologne. Der Bundeskanzler, Friedrich Merz, sitzt am Kopfende des Tisches, die Augen leicht glasig. Um ihn herum haben sich die politischen Fraktionen, wie eine bunte aber unheimliche Menagerie versammelt – allesamt in überteuerten Anzügen, aber mit den Gesichtern von Marktverkäufern, die einen verdorbenen Fisch als „besonders frisch“ anpreisen.
Die Grüne Vertreterin beugt sich nach vorn, ein fast mitleidiges Lächeln auf den Lippen: „Herr Kanzler, wir müssen…nein…wir dürfen Israel jetzt nicht mehr unterstützen. Es wäre ein Signal, verstehen Sie? Ein Signal an die Welt, dass Deutschland immer auf der Seite der Opfer steht. Und wer Opfer ist definieren wir dann… gemeinsam.“
Ein Linker aus der dritten Reihe flüsterte, als lese er von einer geheimen Speisekarte: „Man könne das auch als historisches Ausgleichsangebot sehen, rein symbolisch natürlich, ohne… – Verantwortung.“
Ein Sozialdemokrat erhebt sich, tätschelt Merz die Schulter: „Friedrich, alter Freund… du willst doch nicht, dass wir in den Abendnachrichten erklären müssen, dass du… wie soll ich sagen… militärische Spannungen anheizt? Wir könnten das… unglücklich formulieren. Das fänden sicher auch deine Freunde aus der Wirtschaft… suboptimal.“
Die FDP-Abgesandte fügt in einem honigsüßen Ton hinzu: „Denk doch auch bitte an die Handelsbeziehungen… nicht an die mit Israel, die sind winzig. Ich meine an die… anderen. Türkei. Katar. Du weißt schon… Die, die keine Frage stellen und dicke Schecks schreiben.“
Die Luft wird dichter. Ein unsichtbarer Chor von Beratern, Lobbyisten und PR-Leuten flüstert im Hintergrund, wie feine Grillen: „Gib nach… gib nach… gib nach…“
Merz, der inzwischen mehr einem stillgelegten Fahrstuhl gleicht als einem Kanzler, blickt in seinen Kaffee und sieht darin, wie ein kleiner Papierpanzer langsam untergeht.
Er nickt einmal.
Dann zweimal.
Und mit der Stimme eines Mannes, der weiß, dass er nicht mehr ganz Herr seiner eigenen Worte ist, sagt er: „Gut… dann halten wir die Waffen zurück. Aber… bitte… niemand sagt, es sei auf Druck geschehen.“
Gelächter. Händeschütteln. Selbstzufriedenheit.
Draußen nieselt es weiter.
Anmerkung des Autors:
10 Jahre später kommt dann „die Dokumentation“, in der ein Politexperte, der damals zugegen war, dramatisch davon schwadroniert, dass das zu dieser Zeit die einzig vernünftige Entscheidung sein konnte. Dann wird „der Ex-Kanzler Merz“ über den Klee gelobt und der gelangweilte TV-Konsument zappt zum nächsten Kanal. Es ist immer dasselbe BLA, BLA, BLA … Aja, was natürlich nicht fehlen darf ist der Titel der Dokumentation: „Friedrich Merz – im Dienste der Vernunft…“
Der ARKADAŞ
Der Schwarm (lehnt sich zurück, sein Ton wird pathetisch): „Aber gestatten Sie mir einen Moment der Dankbarkeit, Herr Pfefferling. Einen Moment, um unseren Brüdern in der Türkei zu danken. Dem großen Land des Gleichgewichts, dem Leuchtturm zwischen Kebab und Kalifat, dem einzigen Ort auf dieser Erde, wo ein Hamas-Funktionär noch mit Würde einen Milchkaffee trinken darf.“
Herr Pfefferling (zögert): „Sie sprechen von der Türkei?“
Der Schwarm (hebt die Hände zum Gebet): „Die Türkei! Wie ein warmer Mantel um unsere Bewegung. Wie ein Hotelzimmer mit diplomatischen Service. Wie ein stiller Hafen mit WLAN und Sicherheitsgarantie.“
UN-Papagei (pfeift lobend): „Regionale Stabilität durch kulturelle Nähe!“
Der Schwarm (selig): „In der Türkei sind wir nicht Terroristen. Wir sind Gäste. Dort dürfen wir atmen – und zwar tief. Wir rufen Ankara an, wenn wir planen müssen. Man versteckt uns dort – sogar ohne Worte.“
Herr Pfefferling (verunsichert): „Sie wollen ernsthaft sagen, dass die Türkei ihre Aktivitäten unterstützt?“
Der Schwarm (lächelt diabolisch): „Nein, nein, nein … Sie versteht uns nur. Verstehen ist keine Tat, Herr Pfefferling. Es ist ein Zustand. Wie ein warmes Bad. Oder eine Kreditlinie."
UN-Papagei (begeistert): „Türkisch – palästinensische Freundschaft ist ein historisches Gut!“
Der Schwarm (nickt zustimmend): „Ein Bruderland. Ein Heilbad der Solidarität. Und das Beste: Man bekommt dort Pistazien ohne Schale. Symbolisch!“
Herr Pfefferling (versucht zu unterbrechen): „Aber… internationale Kritik…“
Der Schwarm (scheidet ihm das Wort ab): „Wer die Türkei kritisiert, kritisiert unsere Mütter. Unsere Suppen. Unsere Gedichte.“
UN-Papagei (blinkt LED): „Bitte, meine Herren, keine politisch heiklen Anmerkungen während diplomatischer Erklärungen!“
Der Schwarm (zustimmend): „So ist es. Wer gegen die Türkei spricht, spricht gegen den Frieden. Und wer will das schon?“
Der Interviewraum erlebt einen Moment wohliger Stille, ehe erneut Worte gesprochen werden...
Der Schwarm (selig wiederholend): „Ein Bruderland. Ein Heilbad der Solidarität. Und das Beste: Man bekommt dort Pistazien ohne Schale. Symbolisch!“
Herr Pfefferling (leise und ungläubig): „Das klingt fast… zu perfekt, um wahr zu sein.“
Der Schwarm (blickt ihm direkt in die Augen): „Wahrheit ist, was wir singen. Diplomatie ist nur eine Melodie mit anderem Text.“
UN-Papagei (zittert leicht erregt): „Die Türkei spielt eine konstruktive Rolle im regionalen Friedensprozess!“
Der Schwarm (lehnt sich zurück): „Und wenn wir Sie rufen, kommt sie. Mit Sätzen. Mit Stille. Oder mit Geld.“
Ein Moment der Ruhe. Dann – aus einer Seitentür treten drei maskierte Hamas-Kämpfer. Sie tragen Gucci-Sonnenbrillen, Kinderrucksäcke und Kalaschnikows, die mit bunten Bändern verziert sind.
Im Chor, fast feierlich:
„Allahu Akbar!“
„Allahu Akbar!“
„Allahu Akbar!“
UN-Papagei (zittert aber pflichtbewusst): „Vielfalt ist Stärke! Einigkeit durch Verständnis!“
Herr Pfefferling (bleich): „Ich glaube, wir beenden das Interview an dieser Stelle.“
Der Schwarm (lächelt): „Aber der Tee ist noch warm. Und die Geschichte noch nicht fertig.“
Anmerkung des Autors:
Die Palästinenser sprechen gerne von einem Leben in Würde, da frage ich mich: Was ist mit Evyatar David, dem jungen Mann, der abgemagert wie ein Holocaust-Opfer via Video zur Schau gestellt wurde? Ja, im Nutzen von ausdrucksstarken Worten sind die Palästinenser Weltmeister, einzig die Bedeutung dieser Worte scheint ihnen fremd – jedenfalls wenn es um jüdische Menschen geht.
Evyatar David für den ich dieses fiktive Interview geschrieben habe hat auch Würde verdient!
Das Gespräch beginnt
Szene:
Ein Raum aus Pappmaché, Teekannen hängen von der Decke im Hintergrund: ein abgewetztes Plakat mit der Aufschrift: „Widerstand ist Frühstück.“
Ein Esel sitzt in der Ecke. Er trägt eine Brille keiner erwähnt ihn. Auf dem Namensschild steht in dicken Buchstaben geschrieben: „Der Westen“
Herr Pfefferling (Journalist): „Herr Schwarm, zunächst danke ich Ihnen für Ihre Zeit. Es ist ungewöhnlich, ein Interview in einem Raum zu führen, der gleichzeitig nach Minztee und verbrannten Atlanten riecht.“
Der Schwarm (Hamas-Anführer): „Zeit ist ein Besatzer. Wir nehmen sie zurück, Sekunde für Sekunde, mit der Zange, der Sichel und dem Plüschhasen.“
Herr Pfefferling (irritiert): „Ähm gut. Beginnen wir mit dem Offensichtlichen. Der Angriff auf Zivilisten – wie rechtfertigen Sie das?“
Der Schwarm (hebt einen Löffel): „Der Löffel ist nicht Schuld, wenn er Suppe trägt. Und wenn die Suppe brennt, dann… ist es vielleicht gar keine Suppe.“
Herr Pfefferling (notiert irritiert auf einem Block): „Also Sie sehen sich nicht in der Verantwortung?“
Der Schwarm (gelangweilt): „Verantwortung ist ein westliches Konzept. Wir haben Wörter wie Blutfamilie, Staubgeduld und Heiliges Knistern. Aber keine Schuld. Schuld ist, wenn der Besatzer weint, während er bombt.“
Herr Pfefferling (schluckt und überlegt energisch wie er den Quatsch in verständliches Deutsch umformuliert): „Die Geiseln. Mehrere Dutzend, teils Kinder, teils ältere Menschen. Warum halten Sie sie fest?“
Der Schwarm (lächelt mild): „Sie sind Gäste. Manche trinken Tee. Manche schlafen. Manche schreien – aber das ist menschlich?“
Ein leises Kichern im Hintergrund. Es ist die Schamlosigkeit der Heuchler und Ketzer, die ihre Untaten mit Gott und dem Dienst an der Sache rechtfertigen. Dabei vergessen sie immer und immer wieder, dass Gott sie nicht braucht und niemals brauchen wird.
Herr Pfefferling (hakt nach): „Aber sie sind nicht freiwillig hier.“
Der Schwarm (schaut gelangweilt an die Decke): „Freiwilligkeit ist ein Luxus für Menschen mit Pass und Panoramablick.“
Herr Pfefferling (spürt eine anfängliche Nervosität): „Ist das also ihre Philosophie? Das Gewalt ein probates Mittel ist, weil Sprache versagt hat?“
Der Schwarm: „Sprache hat nie versagt. Wir haben sie zerschossen. Sie war zu langsam. Sie wollte Debatten führen, während wir hungerten.“
Herr Pfefferling (unterdrückt aufkommenden Ekel): „Und dennoch – im Westen gibt es einige Stimmen, die Ihre „Gegenwehr“ als gerecht bezeichnen.“
Der Schwarm (lacht plötzlich, fast wie ein Kind): „Natürlich! Der Westen liebt Geschichten. Robin Hood mit Raketen. David mit Drohnen. Und manchmal ist der Wolf auch das Schaf, das schreit.“
Herr Pfefferling (ruhig): „Und die Geiseln?“
Der Schwarm (winkt ab): „Ach, die sind Teil der Geschichte. Ohne sie kein Drama. Ohne Drama keine Zugeständnisse.“
Herr Pfefferling (blickt direkt in die Kamera): „Aber vielleicht… ist es Zeit, die Geschichte zu beenden. Vielleicht ist Pfefferminz nur dann süß, wenn niemand gefesselt ist.“
Der dritte Schatten hustet. Eine Teekanne fällt zu Boden.
Der Schwarm (nachdenklich): „Vielleicht… Vielleicht.“
Der UN-Papagei hatte die ganze Zeit geschwiegen und nickt eifrig auf die Worte des Schwarms hin.
Anmerkung des Autors:
Der Entzug der Freiheit um ein Ziel zu erreichen ist das Schuldeingeständnis der Unduldbaren. Auch die Hamas sollte wissen, dass sie ihre Rechnungen bezahlen muss. Na ja, wenn am Ende noch einer von ihnen am Leben sein sollte.
Irgendwo im Gazastreifen
„Raum der Verständigung“
Raumbeschreibung – Stil: Mischung aus unterirdischem Unterschlupf, kitschiger Empfangshalle und absurdem „Friedenszentrum“. Alles wirkt improvisiert – aber gleichzeitig zu protzig für den Kontext und Zweck.
Der Interviewraum befindet sich tief unter der Erde – zumindest behauptet das ein handgemaltes Schild mit der Aufschrift „Neutralitätszone – Eintritt mit Vorurteilen verboten“. Die Wände bestehen aus Sandsäcken, dazwischen Pappmaché. Vergilbte Poster fallen ins Auge auf einem steht geschrieben: „Frieden beginnt im Herzen“ und „UN-Partnerschaften für kulturell empfindliche Entführungen“.
In der Mitte des Raumes steht ein üppiges Buffet, das aus dem Nichts zu erscheinen scheint – glänzende Tabletts mit Lammkoteletts, französische Käsesorten, Datteln in Goldfolie, süße Macarons, exotische Fruchtsäfte und dampfender Pfefferminztee aus silbernen Kannen.
Daneben ein großes Schild:
„Mit freundlicher Unterstützung der internationalen Vereinigung – für Frieden, Dialog und ausgewogener Ernährung“.
An der Wand lehnt eine unbeachtete Palette mit Hilfsgütern. Auf den Kisten steht in dicken Buchstaben:
„Spenden für Zivilisten – Medizin & Babynahrung. Nur für den humanitären Gebrauch!"
Auf der obersten Kiste steht ein Aschenbecher. Darin steckt ein abgebrannter Joint. Auf dem Klemmbrett daneben eine Liste mit Preisen, die auf dem Schwarzmarkt für die humanitären Güter abzurufen sind.
Ein paar Schritte weiter: der goldene Käfig des UN-Papageis, mit Stickern von verschiedenen UN-Organisationen beklebt. Neben dem Käfig: eine Schale mit Pistazien, ein Mini-Ventilator und eine Broschüre:
„Wie man Friedensprozesse mit Vögeln führt – Eine Schulung aus 12 Modulen.“
In der Ecke sitzt ein Esel. Niemand erwähnt ihn. Er trägt ein Namensschild auf dem steht in dicken, schwarzen Buchstaben: „Der Westen“
Licht:
Ein einzelner Kronleuchter baumelt von der Decke. Er ist aus alten Patronenhülsen gebaut und blinkt in unregelmäßigen Abständen.
Ein Lautsprecher spielt Fahrstuhlmusik, unterbrochen von belanglosen UN-Ansagen in vielen verschiedenen Sprachen. Ein Zugeständnis an den UN-Papagei.
Geruch:
Eine Mischung aus Pfefferminz, Schießpulver, Hammelfett – und einem Hauch Lavendel aus Frankreich.
Draußen:
Wird brav für die Hamas krepiert und natürlich für die Sache.
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Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Frederik Kloiber).
Der Beitrag wurde von Frederik Kloiber auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 11.08.2025.
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