“Hier ist auch der Onkel Franz begraben!”, sagt eine junge Frau, die mit dem Fahrrad aus dem Westfriedhof kommt. Die Worte sind gerichtet an ein kleines Kind, das hinter ihr in einem Fahrradanhänger sitzt, verdeckt durch eine Plastikplane.
Ich zu ihr: “Es ist gar nicht so leicht, so etwas zu erklären!” Sie darauf:
“Ja, das stimmt. Aber Kinder verstehen das viel leichter als wir!”
Zuvor habe ich ein junges Ding kennengelernt, auf dem Mittelstreifen vor der Ampel stehend. Sie hat einen Fahrradhelm in der Hand und will zum Ententeich. Wir laufen etwa 300 Meter miteinander. Erst vor kurzem hat sie ein internationales Abitur in Portugal abgelegt. Vor zwei Tagen wurde ihr kurzfristig eine Ausbildung abgesagt, für die sie schon eine Zusage hatte. Sie wollte Mediengestalterin werden.
Etwas erstaunt mich: Sie weiß jetzt schon, dass sie nur nebenbei arbeiten möchte. Sie will sich vor allem um andere Menschen kümmern. Das scheint ihr viel wichtiger zu sein. Ihre innere Heimat ist eine Glaubensgemeinschaft, in der sie hier in Deutschland auch sehr liebevoll aufgenommen wurde. Sie ist mir sehr zugetan, als sie erfährt, dass ich mich zur Zeit mit dem Lukasevangelium beschäftige.
Jetzt trennen sich unsere Wege. Sie nennt mir zum Abschied eine Internetadresse der Zeugen Jehovas. Ich fand sie sehr sympathisch. Deshalb antworte ich ihr folgendermaßen: “Ich würde mich auf jeden Fall freuen, Sie wieder zu sehen!”
Heute ist es etwas lauter als noch gestern Abend. Vom Skaterplatz her höre ich das Dröhnen von tiefen Bässen sowie Sprechgesang. Im Hintergrund krächzen wieder die Krähen. Etwas langsamer als sonst rollt die Blechlawine der Autos dahin.
Täglich entdecke ich neue Blumen, die ich oft gar nicht benennen kann. Die Natur ist immer noch erfüllt von vielen Farbtupfern. Die Wolken haben im Vergleich zu gestern an Gewicht verloren. Von ihnen geht nichts Bedrohliches mehr aus.
Dennoch ist die Leichtigkeit des Sommers einem neuen Ernst gewichen. Im Cafe treffe ich meine Frau, die aus der Innenstadt kommt. Sie hat am Rand eines Gottesdienstes mit einer Bekannten gesprochen, deren Familie im Sumpf der Depression ganz unterzugehen droht.
Meine Frau ist einigermaßen bestürzt: Manche Menschen bleiben auch deshalb krank, weil sie nicht das tun, was naheliegend oder notwendig wäre, und weil sie ihre Augen vor der Realität verschließen.
Wir halten uns noch aufrecht, und wir hoffen, dass es so bleibt.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.08.2025.
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Die blauen Märchen. Märchen für kleine und grosse Kinder
von Elke Anita Dewitt
"Wie willst du mir denn helfen, liebe Birke?", seufzte Elise traurig.
"Ich kenne viele Geschichten, die der Wind mir zugetragen hat. Als Kind hast du mich mit Wasser und deiner Fürsorge genährt. Heute nähre ich dich mit meiner Kraft und meinen Geschichten."
"Erzähle mir deine Geschichten, lieber Baum," sagte Elise.
Da begann die Birke zu erzählen. "Dies sind die Geschichten der Blauen Märchen."
So lyrisch beginnt eines der "Blauen Märchen", die Elke Anita Dewitt in ihren neuen Buch erzählt und die voller Zauber nicht nur Kinder begeistern, sondern auch das Kind gebliebene Herz, das in jedem Erwachsenen schlägt.
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