Betreffs meiner gespaltenen Ziegenfüsse wollte mir kein Schuster aus der Patsche helfen. Alle schickten mich zum Hufschmid oder sonst wohin. Vor dem Hufschmid fürchtete mir aber; ist das nicht begreiflich? Aber was wollte ich hinkender, armer Teufel andres tun? So beschlug er mich schliesslich wohl extra nahe an der Glut, und mein Fell fing Feuer. Da stülpte er kurzerhand einen Kessel Weihwasser über mich. Und seit da? - Kann ich endlich wieder zum netten Dorfschuster mit meinen Stöckelschuhen.
[aus meinem Poesiealbum "In rosa Lettern"]
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 04.09.2025.
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Gedichte der Liebe. Geliebt und gehaßt
von Barbara Priolo
Von Liebe und Verletzlichkeit sprechen die Gedichte Barbara Priolos in immer neuen,überraschenden Variationen. Sie benennen die Süße erwachender Zuneigung, die Inbrunst fraulichen Verlangens nach Zärtlichkeit, und sie wissen zugleich von herber Enttäuschung, von Trennung und Leid des Abgewiesenwerdens. Deswegen aufhören zu lieben wäre wie aufhören zu leben. ** Das Schönste ist,was man liebt **, bekennt die griechische Lyrikerin Sappho auf Lesbos. Diese Einsicht-aus beselingender und schmerzlicher Erfahrung wachsend-ist Ausgangspunkt der sapphischen Dichtungen.
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