Günter Weschke

Auf dem Weihnachtsmarkt



Als Bratwurstverkäufer stehe ich in diesem Winter auf verschiedenen Weihnachtsmärkten. Dazu verkaufe ich auch Glühwein, Bratäpfel und Zuckerwatte.
Ich habe mir dafür einen Elektrogrill gekauft, einen Glühweinkocher, ein Gerät um Zuckerwatte herzustellen und einen Bratapfel Grill.
Zuhause probiere ich nun die besten Möglichkeiten aus, um etwa Glühwein herzustellen.
Da schüttet man nicht etwa irgend einen Wein in den Topf, er muss angenehm schmecken, etwas Alkohol besitzen, und er darf im Einkauf nicht zu teuer sein.
Bei den Bratwürsten ist es einfacher, Grill anwerfen, Bratwurst drauf und warten bis sie braun sind.
Zuckerwatte ist auch leicht herzustellen.
Nur bei den Bratäpfeln muss man die richtigen Sorten kaufen, sie dürfen nicht zu Mus werden.
Also habe ich erst einmal alles ausprobiert und habe dann meinen Stand auf den Ulmer Weihnachtsmarkt bezogen.

Ich habe mich aber schon gewundert, dass mein Glühwein reichlich floss, die Leute standen Schlange bei mir.
Sie waren auch besonders lustig, lachten sich halbtot oder Pinkelten einfach in meinen bereitstehenden Abfalleimer.

Andere Händler, die dass beobachtet hatten, haben dann die Polizei gerufen.
Die testeten daraufhin mit einem Gerät den Alkohol Gehalt meines Glühweins und stellten schnell fest, er hatte 22% Alkohol enthalten.

“Wie können sie uns das erklären?”

“Das mag vielleicht an den -Stroh Rum- liegen, ich hatte für den besseren Geschmack, davon eine Flasche in den Glühwein gegeben!”

“Ja lieber Mann, schauen sie sich das jetzt an, die Leute sind doch alle total besoffen!”

“Ja, aber sie müssen doch auch zugeben, dass sie dabei auch sehr Lustig sind!”
“Darauf kommt es doch nicht an, die sind besoffen, das geht gar nicht!”
“Warum liegt denn dort Holzkohle auf ihrem Grill?”

“Oh mein Gott, das ist doch keine Holzkohle, das sind meine köstlichen Bratwürste, die ich jetzt völlig vergessen habe!”

“Ist ja nur gut, dass wir jetzt nicht auch noch die Feuerwehr Rufen müssen!”

“Na dann Packen sie mal ihr Zeug ein und wir schließen ihren Stand erst einmal!”

Am nächsten Tag fuhr ich nach Memmingen, zum Christkindlesmarkt.
Mein Glühwein hatte nun die vorgeschriebene Menge an Alkohol und auch die neu gekauften Bratwürste begannen eine schöne Farbe zu erhalten, ihr Duft zog über den gesamten Platz.
Schon kamen die ersten Kunden.

Kinder wollten meine Zuckerwatte oder einen leckeren Bratapfel.
Nach kurzer Zeit standen sie mit völlig verklebten Mündern herum und begannen zu Weinen.
Ihre Eltern versuchten vergebens, die klebrigen Apfelreste von den Mündern zu befreien.
Aber auch die Zuckerwatte tat ihr übriges, alles klebte und war verschmiert.

Heimlich packte ich alles zusammen und verschwand von dort.

Bis jetzt hatte ich nur Ausgaben, aber wovon sollte ich Leben?

Dann aber hatte ich eine Idee.
Ich stellte meinen Stand auf, in meinem kleinen Ort.
Direkt vor der Kneipe meines Kneipenwirts.

Der kam raus und fragt mich, was das bedeute?

Ich sagte ihm; ”Hör zu Rudi, ich locke die Kunden an, indem ich sage, das jeder der bei mir Glühwein oder Bratwurst kauft, danach die Möglichkeit bekommt, in deiner Kneipe ein Los zu kaufen und wer Glück hat, und den Hauptgewinn zieht, bekommte die Brooklyn Brücke in New York, wenn er bereit ist, dafür 10.000 Euro zu Zahlen!”

“Du bist ein Genie, so machen wir es.!”
Ich besorgte also die Lose und baute am anderen Tag meinen Stand auf.
Die Leute kamen kauften Glühwein und Bratwurst und jeder ging danach in Rudis Kneipe um ein Los zu kaufen
Lospreis waren 10 Euro.

Der Hauptgewinn wurde zwar gezogen, aber der Kunde hat die Brücke dann aber doch nicht gekauft.

Das Dokument hängt immer noch in Rudis Kneipe.
























 

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