Elke Müller

Amerika...

 

Heika war bei den Pferden zu finden. Bereitete sich für die Jagd vor. Schnürte gerade ein Paket mit warme Kleidung, einem Büffelfell, gefütterte Pirschstiefel, Schneeschuhe und Regenbekleidung zusammen. Der Bogen und der Köcher mit Pfeilen lag bereits auf seinen Rücken, die anderen Waffen griffbereit. Als Jäger verfügte er über ein tiefes Wissen über das Verhalten von Bären, ihre Wanderrouten und ihren Lebensraum. Akamos nutzte den Augenblick und gesellte sich zu ihm. Heika wandte ihm seinen Kopf zu und musterte ihn gründlich, nickte stumm. „ Was ist!“ fragte er dann. Akamos blickte hinüber auf die majestätische Schönheit in die Ferne, wurde nun aus seiner Grübelei gerissen. Ihm gingen jede Menge Fragen durch seinen Kopf, doch er musste geduldig sein. Die Zeit wird kommen, wo es Antworten darauf gibt. „ Ich bin das erste mal mit, auf solcher Jagd und... .“ „ Du hast deine Meinung geändert? Nun, es ist deine Entscheidung, die wir wohl akzeptieren müssen.“ „ Nein, es ist etwas anderes. Es liegt ja noch Schnee und... gibt es, einen Unterschied zwischen Frühjahr und Herbstjagd?“ Heika sah erstaunt auf, verzog seine Lippen aber nun zu einem Lächeln. „ Hier gibt es viel verschiedenes Wild, von Fischmarder, Weiß- und Schwarzwedelhirsche, Elchen, Wölfen, Gabelbock, Silberdachs, Präriehühner und auch Bären. Aus vielen Beobachtungen und Überlieferungen, konnten einige Merkmale aus dem Verhalten der Bären abgelesen werden. Man reichte dieses Wissen, an uns Kindern und jungen Kriegern weiter. Der Bär ist ein verehrtes Symbol, das für Stärke, Mut, Schutz, Heilung,Vitalität und Gesundheit steht, Er ist mit unserer Kultur, Spiritualität und unserer Lebensweise tief verwurzelt. Glaube mir, die Jagd ist mit hohem Respekt gegenüber dem Tier geprägt. Das Töten eines Bären wird nicht leichtfertig vollzogen. Er gibt uns Fleisch, Pelz, Fett und Leder. Er ist ein notwendiger Teil für den Lebenszyklus und wird in der Gemeinschaft hoch angesehen. Darum wird auf starke, reife Grizzlybären geachtet, die eine bestimmte Größe haben. Typisch und artspezifisches Merkmal, ihr muskulöser Buckel über den Schultern, dadurch bekommen die Vorderbeine noch einmal zusätzliche Kraft verliehen. Auch erkennt man sie an ihren breiten Schädel und einer schwerfälligen Gangart, auch sind sie bedeutend größer als die Bärin. Im Frühjahr, verlassen die Bären, abhängig vom Klima und Ort, ihre Höhlen. Nahrung ist nun besser verfügbar. Als Allesfresser steht in erster Linie pflanzliche Kost, Gräser, Nüsse, Knollen, Kräuter, Schösslinge, Blüten, Wurzeln und Pilze, auch Honig und Beeren im Sommer und Winter, auf dem Speiseplan. Bleiben dennoch, die ersten Tagen nahe am Höhleneingang und machen nur gelegentliche Jagdzüge. Dies hat einen besonderen Grund. Als Sohlengänger, können sie ihre langen Krallen nicht einziehen und durch ihre fünfmonatigen Winterruhe, müssen ihre Tatzen wieder abgehärtet werden.“ „ Ist es dann nicht besser, in dieser Zeit zu jagen?“ „ Aus dieser Sichtweise ja, dann sind sie noch ziemlich Standorttreu. Allerdings sind sie um diese Zeit ziemlich abgemagert, das Fell schäbig und dünn. Die Paarungszeit beginnt. Erst über den Sommer bis zum Herbst erhöhen sie ihre Nahrungsaufnahme und Meister Petz legt an Gewicht zu. Ihr Oberfell nimmt eine weißgraue gesprenkelte Farbe an, wovon der Grizzlybär seinen Namen hat.“ „ Meine Mutter hat mir oft in der Winterzeit, hinter vorgehaltener Hand, etwas über den Spirit Bear ( Geisterbären ) eine Inkarnation des Schöpfergottes erzählt. Er gilt in schwierigen Zeiten als Führer und Beschützer, steht für das Wilde und Ursprüngliche, sowie tiefe Weisheit. Wen man ihn sieht, soll er Glück bringen. Gibt es solche weißfellige Bären wirklich?“ „ Sie zählen zu den seltenen, faszinierendsten Geschöpfen. Sind besonders heilig und stehen als Zeichen für Frieden und Harmonie, ihre Jagd ist verboten. Wer es dennoch verübt, kann mit Ausschluss aus der Gemeinschaft oder gar mit dem Tode bestraft werden.“ Er sah Akamos mit skeptischen Blick an. Brach dann in ein lautes Lachen aus. „ Oho, es gibt noch einen ganz bestimmten, anderen Grund, wie ich sehe.“ Akamos leicht errötet, zögerte, nickte dann. Er fühlte schon eine gewisse Zeit, das er einen Platz im Leben suchte und langsam am verzweifeln war. Vielleicht gab es jetzt diese Chance, wo er seine Fähigkeiten zum Nutzen aller beweisen konnte. Wusste aber nicht, wie er sich verhalten sollte.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 10.11.2025. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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