Nacht der Vernunft
Drei Uhr nachts. Alkohol. Schmusen.
„Du bist süss“, sagte sie. Ihr Mann war auf Geschäftsreise.
"Lass deine Hand auf meinem Körper solange es noch dunkel
ist und die Kinder schlafen."
Sie hat ihren Mann noch nie betrogen. Noch nie in siebzehn Jahren.
Alle Frauengesichter sind zauberhaft
in Nächten wie diesen, denkt er.
Ihre Haut riecht so gut wie Frauenhaut eben riechen muss und ist angenehm anzubeissen,
- alles wie gehabt.
Das ewige Verlangen Brüste zu liebkosen……
…………………………..
Draussen wird es bald hell.
Wir schmusen und wollen uns nicht mehr beherrschen.
Wir wollen miteinander schlafen, nur diese Nacht.
Wie gut würde es uns tun!
Zärtlichkeit. Mehr Zärtlichkeit. Dich zu entkleiden.
Dein nackter Körper.
Aber die Kinder werden nicht mehr lange schlafen.
Und schon bewegen sich Gestalten auf der Strasse.
Wie gern hätten wir noch ein paar lächerliche Stunden.
Schon für jede Minute wären wir dankbar.
Doch wir wissen es ist zu spät.
............................
Es wird Morgen. Die Kinder erscheinen.
Man geht Brötchen holen.
Man frühstückt. Sie sieht ihm nicht mehr in die Augen.
Kein geheimer Blick. Kein Zeichen der Nacht in beider Augen.
Kein Mal, das sie verraten könnte, kein vertrautes Lächeln.
Denn es ist Tag geworden.
Er scheint grau und öde zu beginnen.
Wie der Zustand in unseren Seelen.
Alltag kommt. Doch diese Nacht bleibt noch lange in
unseren Gehirnen. Wie der nüchterne Gedanke, dass es
hätte schöner werden können.
Noch schöner.
…………………………….
Bald wird uns diese Geschichte entfallen.
Doch einst, - es mag eine einsame Nacht an der Seite eines
vertrauten Menschen sein -
werden sich unsere Hände wieder berühren wollen,
und unsere Körper sich nach den Anderen sehnen.
Aber alles was bleibt ist die Erinnerung
an den Zauber jener Nacht.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 11.11.2025.
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