Beziehe mich auf den Artikel von Elke Heidenreich:
"Warum 82 ein super Alter ist (Bloß keine 20 mehr)"
Auf den ersten Blick ein toller, rundum einleuchtender Beitrag! Naheliegend: Ist doch Elke Heidenreich für mich eine der intelligentesten und vernünftigsten deutschen Promis.
Ihr Artikel ist für mich zudem der GroßImpuls, endlich - selbst im Hohen Alter - ohne Vertuschen eine wichtige LebensRückschau zu betreiben - möglichst viel Relevantes wahrheitsgetreu rauszulassen.
ELKE also tausend Dank!
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Bei einer weiteren Durchsicht gibt es jedoch 2 kritische Punkte:
Zunächst muß man Elke Heidenreich ja recht geben:
Leben um die 20 ist oft auch voller Tücken und wahrlich kein Zuckerschlecken !
Bei mir waren es z.B. 1/2 Selbstmordversuche. Bereits die Schule war für mich kein burner. Aber was dann folgte, toppte dies noch um ein mehrfaches! Beruflicher Zwang als Dauer-HauptLebenssinn war mir nun mal total zuwider. Ein echter Lebenslust-Killer per excellants, der den Tod bereits in jungen Jahren zum Kleineren Übel werden ließ. Ob ich vielleicht nur den falschen Job hatte, ist heute nicht leicht zu klären. Bin halt auch ein Mensch mit vielen ausgeprägten Ecken und Kanten...
Ich hab´s zwar überlebt, was ich meiner (in einer anderen Story geschilderten) "Wahnsinnstante" hauptsächlich zu verdanken hatte. Sie war als Hebamme im Krankenhaus Düren-Birkesdorf sehr bekannt und bestand darauf, mich doch weiter zu reanimieren. Ihr habe ich also mein Überleben zu verdanken und seinerzeit nicht meiner Mutter. Vielen Dank nachträglich, auch wenn Sie nicht mehr lebt!
Aber was ist/war ein Mann ohne berufliche (Vorzeige-)LebensBasis ?? Ein gesellschaftliches Nichts, ein Dauerlooser nur - ohne Möglichkeit, sich zumindest als Hausmann und Vater zu verstecken bzw. profilieren. Was bis heute noch - trotz gewaltiger emanzipatorischer Veränderungs-Bemühungen - nur dem Weiblichen Geschlecht als Hausfrau und Mutter vorbehalten ist. Wohl auch deshalb ist die weiblische Freitod-Rate deutlich geringer...
Wenn ich eines aus diesem frühen Lebensdrama gelernt habe, dann, sich unter keinen Umständen nochmals selbst (versuchen) zu killen.
Lebenslust war mir nun viel wichtiger als ein erneuter RisikoTrip Richtung Jenseits ! !
So verlief mein Leben fortan wie ein Zickzack-Kaninchenlauf. Ein unentwegtes Arbeits- und LernHinundher in Innen- wie Außenbereichen. Versuchte alles Mögliche. Irgendwo mußte für mich doch der Schlüssel der "Berufsweisen" begraben sein!? War aber nicht...
Und dann kam die (vermeintliche) Notbremse:
Eine 15.000 km-Fahrt mit Freund nach Kalkutta/Indien und späteres Vorhaben, in Australien zu arbeiten. Eine hochinteressante wie gefährliche Reise mit (seinerzeit üblichen) vielen gemachten Dias. Führte später zu meinen 3 Zeitungs-Reiseberichten und weiteren ausführlichen Internetposts.
Wir lebten wochenlang bei einer Familie in Kalkutta, die mein Freund Peter (Gelernter Weltenbummler) schon von einer Erst-Tour her kannte. Es war zunächst ganz nett dort, bis klar wurde, daß ich mich nicht näher für eine nette, korpulente FamilienTochter interessierte. Und ich hatte mich mittlerweile auch entschieden, doch nicht mit Peter nach Australien arbeiten zu fahren. War u.a. mittlerweile Leberkrank durch Amöbenruhr, was später auch im InfektionsGartenhaus des Krankenhauses Düren, meiner Heimatstadt, behandelt wurde.
Die indische Familie wußte dann wohl nicht mehr wohin mit mir und beratschlagte darüber täglich (mit einem Professor). Peter und ich saßen solange draußen, am Haupteingang. Dann erfuhr ich das Ergebnis: Zu den Gangesdelta-Boatpeoples sollte ich abgeschoben werden - zumindest wollte man mit mir dorthin. Hatte daraufhin bereits Alpträume, wie mich dort - im Küstenbereich und Umgebung - riesige Urwalttiger zerfleischten. Das ganze war mir natürtlich nicht geheuer. Panisch schrieb ich meine Eltern (oder nur meine Mutter?) an. mir doch Geld für einen Rückflug zu überweisen. Und tatsächlich klappte das noch im letzten Moment. Die ind. Familie wollte es nicht glauben; denn die älteste Tochter fragte jeden Tag, ob es stimmt, daß ich nach Deutschland zurückfliegen werde. Hier also hat meine (schon längst verstorbene) Mutter mich aus einer mißlichen Lage sozusagen gerettet...
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UND JETZT ENDLICH DIE 2 PUNKTE :
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1) "Alt werden ist nichts für Feiglinge!" Der auch von anderen oft bemühte Satz vom längst verstorbenen Schauspieler "... Reincke", der dies mit 75 Jahren sagte, ist wohl falsch.
Was (verdammt nochmal) ist denn daran mutig, (gut) alt zu werden ? ?
Ist es nicht viel mehr ein Graus für (all zu) SENSIBLE ?
Spätestens im Hohen Alter kommen nämlich harte körperliche, nervliche wie mentale Zeiten auf uns zu. Zumeist bislang nie gekannte Dauer-Starkschmerzen, Krankheiten und/oder massive Hirn/Bewußtseinsstörungen stellen sich für viele dann ein, die auch Helfer/innen nicht selten verzweifeln lassen. Dann ist auch nichts mehr mit "Bonusphase" Heidenreicher Prägung...
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2) Mit Ihrer Aussage "Ich lebe nur noch im Hier und Jetzt" kann Sie ganz schön tricky ihren doch nicht mehr all zu fernen Tod leugnen - sich noch kurz etwas vor machen, wie viele es ja auch tun. Sich nur mit dem "Hier und Jetzt" zu befassen bzw. beschäftigen, vernebelt total die äußerst mißliche End-Todeszukunft aller Menschen ! !
Elke ist aktuell 82 Jahre. Deutsche Frauen werden im Durchschnitt 83,5 Jahre alt (!), basierend auf den Daten für 2024. In naher bzw. absehbarer Zukunft ist also für Elke garnichts mehr mit angenehmem Scheuklappen-Leben im Hier und Jetzt. Dann ist endgültig Aus-die-Maus!! Denn ewig in Frieden ruhen verheißt auch, ewig keine Action irgendwelcher Art mehr! Von tausend Unterhaltungs-, Genuß-, Beschäftigungs- und Forschungsmöglichkeiten Terranischer Prägung ganz zu schweigen...
Und davor scheut nicht nur ELKE (ganz schön tricky)
in Gedanken, Worten und Werken
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 17.11.2025.
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