Mein Hund hört es zuerst. Ich schaue in seine Richtung, und sehe... nichts.
Jetzt, ein Surren, irgendwo, da, weiter vorne am Waldrand.
Ich höre etwas, undefiniert, ein pfeifendes Surren. Ja, bestimmt, ich bin sicher!
Sichtlich gelangweilt wirft mein Hund einen Blick übers Feld. Abgeerntet, Stollen, aus den Erdklumpen keimendes Grün. In der Ferne sieht er ein paar seiner Zunft sich balgen. Wusch, ist er weg, zu ihnen hin. Schneller, als man es ihm zutrauen möchte. Ein Draufgänger, deutlich langsamer werdend, bis er schließlich angekommen ist.
Genau über mir, unangenehm, lästig. Eine Drohne, stehend, dann einen Kreis ziehend hinüber zum Wald, um schließlich meinem Blick zu entschwinden.
Wie viele von jenen, die über Flugplätzen, militärischen Einrichtungen oder Infrastrukturanlagen gesichtet wurden, sind Gesellen der gleichen Spezies? Von Privat für Privat, mit und ohne Kameras, von kostspielig bis Ramsch.
Für hunderte Millionen rüsten wir auf. Von Bedrohung ist die Rede, von hybrider Kriegsführung. Abfangen oder abschießen, jedenfalls unschädlich machen, aus dem Verkehr ziehen. Welche Behörde soll es richten? Landespolizeibehörden, Bundespolizei, die Bundeswehr? Letztere könnte, darf aber nicht, das Grundgesetz ist im Weg. Kein militärischer Einsatz im Inneren – nur bei streng regulierten Ausnahmen. Wir passen die Gesetze an. Spekuliert wird viel. Ein Nachweis über die Herkunft der nicht identifizierten Flugobjekte bleibt indessen aus. Egal, denken Verantwortliche, wir nehmen die schlimmste, vorstellbare Bedrohung an und wappnen uns. Lieber zu viel getan als zu wenig, als unterversorgt zu sein. Nicht in diesen Zeiten!
Es sind immer die Russen. Ermittelt wird jedoch in alle Richtungen. Nicht eines dieser Fluggeräte konnte abgefangen werden. Woher nehmen wir die Gewissheit...? Was, wenn Spinner, Ideologen oder Irrläufer aus anderen Sphären, Spaßvögel die Übeltäter sind? Oder eine Mischung aus allem? Ein undurchdringlicher Brei stellt die Ermittler vor Rätsel.
Die Rente sinkt nicht, das Niveau jedoch schon, meinen Redner jeder Couleur. Mein Hund nicht, dem ist’s egal, ich jedoch warte noch auf eine schlüssige Erklärung. Die Rente sinkt nicht, das Niveau jedoch schon? Sollte es nicht den Hauptbetroffenen ähnlich ergehen? Die heute Klage führen über zu erwartende Belastungen in der Zukunft, werden dereinst die Rentner der Zeit sein. Niveau gesenkt, Punkt.
Unvorstellbare Größenordnungen an Schulden des Staates – so jedenfalls ist es in gesetzlich legitimierte trockene Tücher gewickelt. Unbedacht dessen, ob die beschlossenen Beträge je nach Standpunkt nötig sind oder ggf. auch nicht, entfachen sie, wenn aktiviert, Verpflichtungen zur Rückzahlung und, Achtung, enorme Zinslasten! Die Dereinst-Rentner oder dann als seinerzeit Beschlussfassende erkannt, werden nicht behaupten können, von derlei Belastungen des staatlichen Haushaltes nichts gewusst zu haben. Mein Hund, bereits im Garten Eden für Tiere angekommen, und ich auch irgendwo, könnte es wurscht sein (wie man in Bayern sagt), berappen müssen es die dann Steuern Zahlenden. Jene also, die die Renten der heute Beschlussfassenden aufbringen müssen.
Ja sauber, wenn’st da net rechtzeitig ausgestiegen bist...!
Ach, bitte schön Herr Schaffner..., Max Weber Platz? Jetzt sitzt de immer no da... Oh Gott, oh Gott, mich trifft der Schlag...! Dann bleiben‘s gleich sitzen bis zum Nordfriedhof! (verkürzter Auszug aus „Ein Wagen von der Linie Acht“, Weiß Ferdl, bayerischer Volkssänger, Humorist und Kabarettist, gest. Juni 1949).
Und einiges mehr! Egbert Schmitt, langjähriger Schreiberling bei e-stories, hat in zahlreichen Beiträgen immer wieder diverse Missstände herausgearbeitet. Lesen Sie es, dann braucht es an dieser Stelle keine Wiederholung. Nur einen Schlusspunkt möchte ich unter diese Zeilen noch setzen.
Wehrpflicht oder nicht? Alle oder nur Männer?
Freiwillig sollen sie kommen, Männer und Frauen, weil Plicht ohne Änderung des Grundgesetzes nicht geht. Sold: 2.500 Euro netto pro Monat!
Nun kommt das wieder mit meinem Hund. Ihm ist’s auch diesmal wurscht! Ich jedoch habe noch nichts darüber gehört, warum oder wie berechnet, weshalb 260.000 die richtige Zahl sein soll. Wäre doch interessant, es ein wenig besser zu verstehen. Vielleicht würde Aufklärung auch die Zustimmung erhöhen. Das Kostenargument, beispielsweise nur, wäre fehl am Platze, wenn es um die Sicherheit geht. Die organisatorische Machbarkeit ebenfalls, denn man müsste es eben um der Sicherheit willen stemmen. Als ich noch meinen Dienst in den 60ern abgeleistet habe, zählte man über 500.000, ohne Frauen und ohne DDR-Integration! Interessant, dass heute nur etwas mehr als die Hälfte ausreichend sein soll. Freilich, NATO, moderne Waffensysteme etc. bieten eine deutlich andere Struktur als damals. Die Frage ist damit allerdings nicht beantwortet, wie jedermann zugeben wird. Insbesondere auch unter dem Blickwinkel des wankenden Verhältnisses der USA zur NATO.
Und die Drohnen! Sowas, gab’s damals nicht. Womit wir wieder am Anfang sind, wo mein Hund das Surren...!
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.11.2025.
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